Trauer um den Religionspädagogen Karlheinz Sorger

Der gebürtige Duisburger baute als junger Priester die Studierendenseelsorge im Ruhrbistum mit auf. 1972 zog er nach Niedersachsen und machte sich in der Ausbildung von Religionslehrerinnen und -lehrern einen Namen. Am Montag ist Sorger mit 89 Jahren gestorben.

Das Bistum Essen trauert um den aus Duisburg stammenden Priester und emeritierten Hannoveraner Universitätsprofessor Karlheinz Sorger, der am Montag, 21. Oktober, im Alter von 89 Jahren gestorben ist. Während Sorger im Ruhrgebiet vor allem dank seiner Verdienste für den Aufbau der Studierendenseelsorge in den Gründerjahren des Bistums Essen in Erinnerung ist, machte er sich nach seinem Wechsel nach Hannover in der niedersächsischen Kirche, Wissenschaft und Politik als Religionspädagoge einen Namen.

Aufbau der Studierendenseelsorge in den Gründerjahren

Sorger wurde 1930 geboren und 1956 in Münster zum Priester geweiht – knapp zwei Jahre vor der Gründung des Bistums Essen. Zunächst wirkte er als Kaplan in der Duisburger Pfarrei St. Anna, bevor er 1960 die Leitung des Studentenwohnheims des kurz zuvor eröffneten Bischöflichen Abendgymnasiums in Essen übernahm. Zugleich war Sorger als Studentenseelsorger an der Pädagogischen Akademie Essen und in den Kliniken der Städtischen Krankenanstalt Essen tätig. Dort unterstütze er den Aufbau der neuen Studierendengemeinde. Zudem arbeitete er in Essen und Bochum als Religionslehrer.

Wissenschaftliche Laufbahn begann in Essen

Seine wissenschaftliche Laufbahn begann Karlheinz Sorger 1968 als Assistent und Dozent an der in der heutigen Universität Duisburg-Essen aufgegangenen Pädagogischen Hochschule Ruhr, Abteilung Essen. 1970 promovierte er in Münster zum Dr. theol. mit einer Arbeit über biblische Gleichnisse in der Literatur für den Religionsunterricht – ein Forschungsthema, das später ein Schwerpunkt seiner Hochschultätigkeit wurde.

Mitarbeit in Kommissionen des Kultusministeriums

1972 wechselte Sorger ins Bistum Hildesheim und übernahm an der Pädagogischen Hochschule Hannover – seit 1978 Teil der dortigen Universität – die Professur für Katholische Theologie und Religionspädagogik. Neben Forschung und Lehre engagierte sich Sorger dort sowohl im Hochschulbereich als auch auf Ebene des niedersächsischen Kultusministeriums in zahlreichen Kommissionen. So wirkte er an verschiedenen Richtlinien für den Schul- und Studienbereich mit. Außerdem engagierte er sich von 1982 bis 1995 als Diözesanvorsitzender des Deutschen Katecheten-Vereins im Bistum Hildesheim und gehörte in dieser Zeit auch dem Herausgeber-Direktorium der Zeitschrift „ru. Zeitschrift für die Praxis des Religionsunterrichts an“.

Sorger war zudem ein großer Freund des christlich-jüdischen Dialogs und engagierte sich viele Jahre – seit Mitte der 1980er Jahre auch im Vorstand – in der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Hannover.

Overbeck: „Sorger hat nachhaltig gewirkt und Spuren hinterlassen“

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck würdigte Sorger als „Priester, Seelsorger, Wissenschaftler und Lehrer“, der „die Frohe Botschaft in unterschiedlichen Bereichen verkündet, nachhaltig gewirkt und Spuren hinterlassen“ habe. „Zahlreiche Studierende hat er begleitet und ausgebildet.“ Gemeinsam mit dem Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer wisse er sich „dem Verstorbenen in besonderer Weise verbunden und danke ihm für seinen engagierten Dienst in den Bistümern Hildesheim und Essen sowie in Forschung und Lehre von Theologie und Religionspädagogik“, so Overbeck.

Requiem in Laatzen – Beisetzung in Duisburg

Die Pfarrei St. Oliver in Laatzen bei Hannover, deren Seelsorge Karlheinz Sorger seit 1978 unterstützt hat, feiert am Donnerstag, 31. Oktober, das Requiem für den Verstorbenen. Der Gottesdienst beginnt um 10.30 Uhr in St. Oliver, Pestalozzistraße 24, in Laatzen.

Die Beisetzung erfolgt am Dienstag, 5. November, um 13 Uhr auf dem Waldfriedhof in Duisburg, Düsseldorfer Straße.

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