von Thomas Rünker

Seit mehr als 50 Jahren bereichern Ständige Diakone das Bistum Essen

Festgottesdienst mit Bischof Franz-Josef Overbeck: Nachdem das Zweite Vatikanische Konzil den Weg für ein eigenständiges Amt der Diakone frei gemacht hatte, wurden ab 1970 auch im Ruhrbistum Männer geweiht, die sich – oft als Ehemänner und Familienväter – dauerhaft in den Dienst der Kirche stellen.

Mit zahlreichen Diakonen, ihren Ehefrauen und Familien hat Bischof Franz-Josef Overbeck am Freitagabend im Essener Dom das 50-jährige Jubiläum der Ständigen Diakone im Bistum Essen gefeiert. Kirchlich eingesetzt durch das II. Vatikanische Konzil (1962 bis 1965) gab es die erste Weihe von Ständigen Diakonen im Ruhrbistum zwar bereits am 18. Juni 1970. Doch da ein Jubiläumsgottesdienst wegen der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr nicht möglich war, feierten die Diakone am Freitag unter der Überschrift „50 plus 1“.

Aufbruchstimmung des Zweiten Vatikanischen Konzils

68 Ständige Diakone im Bistum Essen

Seit 1970 wurden im Bistum Essen 119 Ständige Diakone geweiht. Derzeit gibt es im Ruhrbistum 68 Ständige Diakone. Davon sind 20 im Hauptberuf tätig, zum Beispiel in der Gemeinde- oder in der Krankenhausseelsorge. 15 Männer sind als Diakone mit Zivilberuf tätig, sie unterstützen in der Regel ebenfalls das Pastoralteam einer Pfarrei. 14 Diakone sind „im besonderen Dienst“ tätig – Senioren, die die Pastoralteams bis zur Vollendung ihres 75. Lebensjahres weiter unterstützen. 19 Diakone sind älter als 75 und damit im Ruhestand, helfen aber nach ihren gesundheitlichen Möglichkeiten weiter in der Seelsorge.

In seiner Predigt erinnerte Bischof Overbeck daran, dass die Aufbruchsstimmung des Konzils dafür sorgte, dass die bereits aus den biblischen Berichten der Urkirche bekannten Diakone als eigenständiges Amt neben den Bischöfen und Priestern etabliert wurden. Gab es das Amt des Diakons seit dem frühen Mittelalter praktisch nur noch als die bis heute bekannte Zwischenstation auf dem Weg zur Priesterweihe, wurden ab 1970 in Essen auch Ständige Diakone geweiht. Diese sind bis heute entweder Vollzeit für die Kirche tätig – und arbeiten zum Beispiel in Pastoralteams gemeinsam mit Priestern, Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und -referenten in der Seelsorge der Pfarreien. Oder sie üben als Diakone mit Zivilberuf ihr kirchliches Amt nebenberuflich aus. Anders als Priester können Diakone auch verheiratet sein. „Der Ständige Diakon ist dazu bestellt, allen in der Kirche deutlich zu machen, dass sie auf der Suche nach dem Neuen und in der Kraft des Geistes Gottes immer wieder fragen müssen: Wie kann die Kirche den Menschen mit dem Evangelium, mit der Kraft der Sakramente, mit der Nächstenliebe so zur Hilfe kommen, dass in ihnen neues Leben entsteht, dass Wunden heilen, Trost gespendet, Ängste abgebaut und Misstrauen verschwinden kann?“, umriss Overbeck die Grundaufgaben der Diakone.

Diakone als Teil der sich wandelnden Kirche

Damit stehen die Diakone gerade in den vergangenen Jahren maßgeblich für den Wandel der Kirche und sind zugleich Teil dieser Veränderungen. Overbeck erinnerte an die Anfangsjahre als „die Ständigen Diakonen, die, liturgisch geprägt, vor allem das Gemeindeleben durch die Caritas mitbestimmen und durch ihre Ehefrauen und Familien darin sehr selbstverständlich und vielschichtig unterstützt wurden“. Heute „leben wir in einer Welt neuen Zuschnitts durch Digitalität und Globalität, in der es neue Berufungen, Berufe und ein neues Miteinander in der Kirche gibt, das sich nicht mehr vom Gewohnten verstehen und bestimmen lässt“. Weniger die Gewohnheit, sondern mehr der Aufbruch gehörten „zu den lebendigen Gesetzen unserer Tage“.

Informationen zu Beruf und Zugangswegen

Im Portal „Kirche kann Karriere“ des Bistums Essen gibt es auf einer eigenen Seite Informationen und Hintergründe zum Amt des Diakons, zu den vielfältigen Aufgaben und zu den Zugangswegen: https://www.kirche-kann-karriere.de/berufung/diakon

Vielfältige Aufgaben der Diakone 

Wie vielfältig die Aufgaben und Tätigkeiten der Diakone gut 50 Jahre nach Einführung dieses Amts im Ruhrbistum mittlerweile sind, machten einige von ihnen in der Messe im Rahmen der Fürbitten deutlich: Symbolisch wurde unter anderem ein Corona-Test vor den Altar gelegt, als Hinweis auf die gravierenden Auswirkungen der Pandemie in der Kranken- und Altenseelsorge. Andere Diakone legten einen Stein aus der Lenne und die Weste eines Notfallseelsorgers vor den Altar als Zeichen für die Hilfe, die Diakone in diesen Wochen in den Hochwassergebieten leisten sowie dort und anderswo an der Seite von Polizei- und Rettungskräften. Und eine Diakonen-Stola stand symbolisch für den Dienst der Diakone in Gottesdiensten in Gemeinden, Krankenhäusern, Gefängnissen und an vielen anderen Orten im Ruhrbistum.

Nach der Messe trafen sich die Diakone mit ihren Familien und Bischof Overbeck zu einem kleinen Empfang bei Currywurst im Kreuzgang des Doms. Mit Fotos, kurzen Filmen und vielen Gesprächen wurde auch dabei die große Vielfalt des Diakonenamts im Bistum Essen deutlich.

Bischöflicher Beauftragter für den Ständigen Diakonat

Carsten Ossig

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