„Wo Menschen leben und arbeiten, dort gehört die Kirche hin“

Bischof Overbeck und Präses Rekowski besuchten gemeinsam das Ökumenische Kirchenzentrum am „CentrO“

Eine kleine, aber feine ökumenische Einrichtung haben Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck und Manfred Rekowski, Präses der evangelischen Kirche im Rheinland, am Freitag besucht: Das ökumenische Kirchenzentrum am Oberhausener Einkaufszentrum „CentrO“ lebt von hohem ehrenamtlichen Engagement und besteht bereits im 20. Jahr. Sieben Tage pro Woche ist es nachmittags geöffnet mit seinem Café-Betrieb, mit Möglichkeiten zu Begegnung und Gespräch, dem Kinderprogramm und einem Raum der Stille, dessen tägliche Besinnungsangebote und ökumenischen Gottesdienste ein kleines Stammpublikum gefunden haben. Weil das oft lebhaft besuchte Kirchenzentrum, das in einem separaten Pavillon am Platz der Guten Hoffnung 1 liegt, nicht leicht zu finden ist, konnten Bischof und Präses für das Zentrum nun eine Lichtreklame der Firma Neickenpartner entgegennehmen, die das Kirchenzentrum bei einem Wert von 4.500 Euro nicht leicht selbst hätte anschaffen können. Bistum und Landeskirche stockten die Spende noch weiter auf, damit einige Schaukästen auf die Angebote des Kirchenzentrums aufmerksam machen können.

Dass Overbeck und Rekowski bei gewöhnlich dicht gefüllten Terminkalendern dennoch gemeinsam zu Besuch kamen, freute die Aktiven im Zentrum natürlich. „Im Jahr des Reformationsgedenkens haben wir gelernt, dass wir öfter gemeinsam öffentlich auftreten müssen, wenn wir gehört werden möchten“, sagte Bischof Overbeck dazu. Mit Präses Rekowski, der die Ökumene unter einem Dach im Kirchenzentrum gut verwirklicht sieht, ist Overbeck einer Meinung darüber, dass die Kirchen dorthin gehöre, wo Menschen leben und arbeiten, und das „unabhängig von ideologischen Vorbehalten“, die dem riesigen Einkaufszentrum „CentrO“ vor 20 Jahren bei seiner Eröffnung als „Kommerztempel“ entgegengeschlagen waren.

Mit dem katholischen Pater Olav Hamelijnck und dem evangelischen Pastor Stefan Zürchner tragen zwei hauptamtliche Seelsorger die Verantwortung im Kirchenzentrum. Außerdem arbeiten sieben Fachkräfte in der Küche und im Service. Vor allem rund 25 Ehrenamtliche füllen das Haus mit Leben, und es könnten nach dem Wunsch ihrer Sprecherin Heidemarie von Musil noch mehr sein: „Denn es kommen immer wieder Menschen zu uns, die ihren Lebensfaden verloren haben, einsam geworden oder psychisch belastet sind. Sie sollen hier Gesprächspartner finden, die Zeit haben und gut zuhören können.“

Die Seelsorger des Zentrums übernehmen außerdem eine besondere Aufgabe: Christen die Wiederaufnahme in ihre Kirche zu ermöglichen, die keinen Kontakt zu der für sie zuständigen Gemeinde haben. Nach einem ruhigen Einzelgespräch kann die Wiederaufnahme in einem kleinen Ritus im Raum der Stille geschehen; die nötigen Formalitäten erledigen die Seelsorger für die Betroffenen. Rund zehn Menschen pro Jahr machen im ruhigen Winkel des Kirchenzentrums am „CentrO“ von diesem Angebot Gebrauch.

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