Obdachlosenwallfahrt erstmals zu Gast in Essen

Rund 200 Männer und Frauen aus ganz NRW pilgerten am Donnerstag zur Goldenen Madonna und erlebten einen gemeinsamen Wallfahrtstag in Essen.

Auch Bischof Overbeck mischte sich unter die Teilnehmer

Mit rund 200 Männern und Frauen aus ganz NRW war am Donnerstag die traditionelle Obdachlosenwallfahrt erstmals in Essen zu Gast. Unter dem Motto „Maria, Schwester auf der Straße“ stand in diesem Jahr die Goldene Madonna im Essener Dom im besonderen Fokus der Pilger. Gemeinsam mit Dompropst Thomas Zander feierten sie am Vormittag dort zunächst eine Messe, bevor sie anschließend zur St. Gertrud-Kirche in der Nordstadt zogen.

Unterstützt von Betreuungseinrichtungen aus dem ganzen Land waren viele der aktuellen oder ehemaligen Obdachlosen in Gruppen mit Plakaten, Kreuzen oder Transparenten nach Essen gekommen – Pilgerzeichen, mit denen die Teilnehmer ihren Glauben dokumentierten und teils auf ihre Heimat verwiesen. So erwähnten die Paderborner Pilger das Marien-Motto der Wallfahrt und zeigten ein großes Foto der Mariensäule im Zentrum der Westfalenmetropole – traditionell der örtliche Treff der Obdachlosen.

„Ich bin schon öfter bei der Wallfahrt dabei gewesen“, erzählt Lato aus dem Haus Maria Veen in Reken. „Das ist hier immer eine super Gemeinschaft und ein tolles Wiedersehen!“ Und weil heute zum ersten Mal Latos Kollege Hein mitgekommen ist, durfte auch Hund Spike mit zur Wallfahrt. „Während der Messe hab ich draußen mit ihm gewartet“, erzählt Hein.

Am Nachmittag herrscht ein rauer, aber ausgesprochen herzlicher Ton, als sich die Wallfahrer nach einem Besuch in der benachbarten evangelischen Kreuzeskirche wieder zu Kaffee und Kuchen treffen. Egal ob Caritas-Kreis, syrische Flüchtlingsfrauen, das Team des Mittagstischs oder der Bibelkreis für Obdachlose – gemeinsam mit Diakon Winfried Rottenecker sorgen Dutzende ehrenamtliche Hände aus der Essener Innenstadt-Pfarrei dafür, dass neben der geistigen Nahrung im Gottesdienst auch Essen und Trinken nicht zu kurz kommen. Oder, wie es Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck sagt, bevor er ebenfalls an der Kaffeetafel Platz nimmt: „Wir beten gemeinsam, wir teilen den Tisch – und wir kümmern uns umeinander.“

Die Wallfahrts-Regie hat der Essener Franziskaner-Pater Hermann-Josef Schlepütz inne. Er freut sich, dass die Obdachlosenwallfahrt erstmals nach Essen gekommen ist und so viele „Freunde von der Straße“ teilnehmen. Die Wallfahrt mache deutlich, dass auch besonders bedürftige Menschen nicht nur materielle Unterstützung bräuchten, um Hunger und Durst zu stillen oder eine Wohnung zu bekommen. Wie bei vielen anderen Menschen gebe es auch bei den Teilnehmern der Obdachlosenwallfahrt ein Bedürfnis nach Spiritualität, Gebet und Gottesnähe. Und so ging es für die Wallfahrer nach einer abschließenden Gebetszeit mit dem Segen von Bischof Overbeck auch gestärkt durch viele Erlebnisse und Erfahrungen in Essen wieder zurück in ihre Heimatregionen.

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