Bistum-Essen RSS Feed - https://www.bistum-essen.de de-de Bistum Essen Sun, 16 Jun 2024 05:05:03 +0200 Sun, 16 Jun 2024 05:05:03 +0200 TYPO3 news-20568 Fri, 14 Jun 2024 09:59:55 +0200 Weihbischof Schepers: „Man wechselt nicht einfach seine sexuelle Orientierung und Identität.“  https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/weihbischof-schepers-man-wechselt-nicht-einfach-seine-sexuelle-orientierung-und-identitaet Als Queer-Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz hat der Essener Weihbischof Ludger Schepers einen besonderen Blick unter anderem auf homosexuell liebende Menschen oder Transpersonen. In einem Interview regte Schepers jetzt Veränderungen in der kirchlichen Lehre an und einen Blick auf die Geschlechter, der auch zwischen „Mann“ und „Frau“ noch Raum lässt. Der Essener Weihbischof Ludger Schepers, Queer-Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz, regt eine Weiterentwicklung der kirchlichen Lehre an, damit die Kirche queere Menschen besser in den Blick nehmen kann. „Das Lehramt und die christliche Anthropologie müssen sich die neueren humanwissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Erkenntnisse aneignen und damit in einen Dialog treten: Was bedeutet es, wenn LGBT-Personen auch Gottes Ebenbilder sind und mit der gleichen Würde ausgestattet sind wie alle anderen?“, sagte Schepers jetzt in einem Interview mit der in Würzburg erscheinenden Wochenzeitung „Die Tagespost“.  

Zugleich wirbt Schepers für eine neue Sichtweise auf die Geschlechter Mann und Frau und die Räume dazwischen: „Die einen gehen davon aus, es gibt einen Kern Mann und einen Kern Frau. Man kann aber auch als Ausgangspunkt nehmen, dass die beiden Menschen sind, was auch der Wortstamm des biblischen Wortes Adam ist. Das Menschsein ist das Verbindende und so stelle ich mir Geschlechtlichkeit eher als eine Ellipse mit zwei Polen vor und der Möglichkeit dessen, was sich dazwischen befindet. Mit diesem Modell bleibe ich in der Bipolarität von Geschlecht und habe trotzdem die Möglichkeit, diese Menschen mit in das Menschenbild einzubeziehen.“ 

„Jesus mahnt, von Verurteilungen anderer abzusehen“ 

Schepers verweist auf die biblische Schöpfungsgeschichte, wo nicht „Mann“ und „Frau“ stehe, „sondern ,männlich‘ und ,weiblich‘. Das ist ein Unterschied“. Zudem gelte es, alle schöpfungstheologischen Aussagen der Bibel immer auch im Licht des Liebesgebotes Jesu zu lesen. Jesus mahne, von Verurteilungen anderer abzusehen, betont Schepers und ergänzt: „Jesus hatte keine Angst, Menschen zu begegnen, die gesellschaftlich ausgegrenzt wurden. Und er stellt die Barmherzigkeit an allererste Stelle. Und da müssen wir auch viel über die Schuldgeschichte der Kirche nachdenken.“ 

Gefragt, ob es Menschen gebe, die im falschen Körper geboren sind, antwortet Schepers: „Ja, die gibt es. Die sind mir auch begegnet und das sind Leidensgeschichten“, betont der Weihbischof. „Man wechselt nicht einfach seine sexuelle Orientierung und Identität. Deswegen braucht es eine gute Begleitung im kirchlichen Kontext, wo diese Menschen Orientierung und Halt finden.“ Ihnen bleibe die freie Entscheidung, die nicht leicht sei, angesichts der hohen psychologischen Belastung. „Wenn aber am Ende die Person für sich sagen kann, dass sie sich endlich richtig fühlt, dann wünsche ich ihr nur alles Gute der Welt“, so Schepers.

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news-20566 Tue, 11 Jun 2024 12:15:30 +0200 Trauer um Franz-Sales-Haus-Direktor Hubert Vornholt https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/trauer-um-franz-sales-haus-direktor-hubert-vornholt Völlig unerwartet ist der Direktor des Essener Franz-Sales-Hauses am Sonntag, 9. Juni 2024, verstorben. Das Bistum Essen trauert um Hubert Vornholt. Der Leiter des Essener Franz-Sales-Hauses – einer großen, katholischen Einrichtung der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen – ist am Sonntag, 9. Juni, im Alter von 63 Jahren völlig unerwartet verstorben. 2017 war der Diplomkaufmann Direktor und Vorstandsvorsitzender des Franz-Sales-Hauses geworden und damit Chef einer sozialen Unternehmensgruppe mit rund 2000 Beschäftigten an Standorten in Essen, Bochum und Sundern. Zuvor hatte er das Josefsheim im sauerländischen Bigge/Olsberg geleitet.

„Mit dem plötzlichen Tod von Hubert Vornholt verlieren wir einen Menschen, der sowohl als engagierter Leiter des Franz-Sales-Hauses als auch weit darüber hinaus große Wertschätzung und Anerkennung für sein kluges und menschennahes Handeln erfahren hat“, würdigte ihn der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck. „In meine Gebete schließe ich insbesondere seine Frau und seine Familie ein, aber auch die vielen anderen, die sich mit ihm verbunden fühlen. Wir dürfen darauf vertrauen, dass er jetzt in Gottes Frieden geborgen ist.“

Wertvolles Engagement im Diözesancaritasverband

Das Franz-Sales-Haus nennt Vornholt „einen der Wegbereiter der modernen Eingliederungshilfe. Er setzte sich von Anfang an für den Paradigmenwechsel in Einrichtungen ein und war ein vehementer Verfechter der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung.“ Vornholt habe „eine große Aufgabe übernommen, als er im Sommer 2017 die Leitung des Franz-Sales-Hauses übernahm und die Nachfolge von Günter Oelscher antrat“, erinnerte der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer und Vorsitzende des Caritasrates im Bistum Essen. „Mit großem Engagement, mit Umsicht und Gelassenheit arbeitete er sich schnell ein und übernahm im Laufe der Jahre auch auf Diözesanebene Verantwortung. Er engagierte sich im Diözesan-Caritasverband und trug sehr dazu bei, in einer krisenhaften Situation mit seiner Erfahrung und Besonnenheit den Verband in ruhigere Gewässer zu begleiten“, hob Pfeffer hervor. „Im Jahre 2022 wählte ihn die Delegiertenversammlung in den Caritasrat, in dem er mit großem Einsatz mitwirkte.“ Daneben engagierte sich Vornholt als Vorstand im Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie, als Vorstandsmitglied der Caritas Werkstätten in NRW und Niedersachsen sowie als Sprecher des Arbeitskreises der Caritas Werkstätten Rheinland. „Ich habe Hubert Vornholt mit seiner großen Erfahrung und seiner Besonnenheit sehr geschätzt und gerne mit ihm zusammengearbeitet. Ich bin sehr traurig - und er wird uns im Caritasverband für das Bistum Essen sehr fehlen.“

Familienmensch mit Leidenschaft für Sport

„Ich selber durfte während meiner Zeit als Organisations- und Konzeptentwicklerin im Franz-Sales-Haus vier Jahre mit Hubert Vornholt zusammenarbeiten“ sagte Stefanie Siebelhoff, die heute die Caritasdirektorin für das Bistum Essen ist. Sie habe Vornholt „als einen engagierten, warmherzigen Menschen und sehr kompetenten Vorgesetzten erlebt“. Siebelhoff erinnerte daran, dass Vornholt aus dem münsterländischen Gescher stammte und schon als Kind Kontakt zu Menschen mit Behinderungen hatte, weil sein Vater in einer entsprechenden Einrichtung tätig war. „Er war ein Familienmensch“, betonte Siebelhoff. So habe Vornholt gelegentlich seine Enkelkinder mit ins Franz-Sales-Haus gebracht, wenn es für sie keine andere Betreuungsmöglichkeit gab. Neben der Familie galt Vornholts zweite Leidenschaft dem Sport. Häufig trainierte er gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern im Sportzentrum Ruhr auf dem Gelände des Franz-Sales-Hauses. Zudem war er begeisterter Fahrradfahrer und hat früher eine Handball-Damenmannschaft trainiert. Siebelhoff: „Er war Kaufmann durch und durch, aber sein Engagement für die umfassende Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Leben in der Gesellschaft war ihm genauso wichtig.“ Vornholt hinterlässt eine Ehefrau, drei Kinder und mehrere Enkelkinder. „Wir wünschen der Familie, den Freunden und den Mitarbeitenden des Franz-Sales-Hauses die Kraft, diesen schweren Verlust zu bewältigen“, so Siebelhoff.

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news-20567 Tue, 11 Jun 2024 12:00:00 +0200 Sieben neue Ehrenamtliche für den Begräbnisdienst im Bistum Essen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/sieben-neue-ehrenamtliche-fuer-den-begraebnisdienst-im-bistum-essen Die neuen Beauftragten leiten künftig Beerdigungen in Duisburg, Mülheim, Gladbeck, Essen und Bochum. Mit einem gemeinsamen Gottesdienst und der offiziellen Beauftragung haben sieben Ehrenamtliche am Wochenende die Qualifizierung für den Begräbnisdienst im Bistum Essen abgeschlossen. Künftig werden die vier Frauen und drei Männer in Duisburg, Mülheim, Gladbeck, Essen und Bochum die hauptamtlich Seelsorgenden in ihren Pfarreien beim Begräbnisdienst unterstützen. Bei der gemeinsamen Feier in der Mülheimer Bistumsakademie „Die Wolfsburg“ haben die neu Beauftragten neben ihren Urkunden auch die liturgischen Gewänder erhalten, die sie künftig bei den von ihnen gestalteten Trauerfeiern tragen.

Beauftragt wurden:

  • Markus Berendonck aus Duisburg (Pfarrei Liebfrauen)
  • Rolf Ball aus Mülheim (Pfarrei St. Mariä Geburt)
  • Sabine Brandl und Gabriele Reineke aus Essen (Pfarrei St. Gertrud)
  • Klaus Verhagen aus Essen-Frintrop (Pfarrei St. Josef)
  • Ruth Scheller aus Gladbeck (Pfarrei St. Lamberti)
  • Walburga Voglauer aus Bochum (Pfarrei St. Peter und Paul)

Bereits seit zehn Jahren qualifiziert das Bistum Essen Ehrenamtliche für den Begräbnisdienst. Neben Priestern, Diakonen und nicht geweihten Seelsorgenden sind es die mehr als 70 Ehrenamtlichen, die bei Sterbefällen in Abstimmung mit den hauptberuflichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern den kompletten Dienst vom Trauergespräch über die Gestaltung des Gottesdienstes bis hin zur Beisetzung übernehmen. Bei Bedarf vermitteln sie zudem Kontakte zu Angeboten der Trauerarbeit. Weitere Informationen gibt es online unter: https://bistum.ruhr/beerdigungsdienst

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news-20564 Tue, 11 Jun 2024 08:49:43 +0200 "Wir sehen schwarz, wenn sich nicht endlich etwas ändert!" https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/wir-sehen-schwarz-wenn-sich-nicht-endlich-etwas-aendert Die Freie Wolfahrtspflege initiiert vom 10. bis zum 14 Juni 2024 eine NRW-weite Kampagne namens „Black Week“. Sie macht darauf aufmerksam, dass die Bedingungen, unter denen soziale Arbeit geleistet wird, mit Blick auf die Finanzierung und den Personalschlüssel vielerorts kritisch sind. Auch der KiTa Zweckverband beteiligt sich an der Aktion und übt gemeinsam mit anderen Trägern und Einrichtungen Druck auf politische Entscheidungsträger*innen aus. Die beteiligten Institutionen fordern unter anderem eine auskömmliche Finanzierung sowie Arbeitsbedingungen, die es ermöglichen, mit ausreichend Fachpersonal qualitative Bildungsangebote sicherzustellen. „Der große Fachkräftebedarf macht sich auch in vielen unserer KiTas bemerkbar“, betont Verena kleine Holthaus, Geschäftsführerin des KiTa Zweckverbandes. Mitunter müssten Öffnungszeiten eingeschränkt und Familien gebeten werden, private Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder zu organisieren. „Bei einem zu geringen Personalschlüssel leidet unweigerlich die Qualität der pädagogischen Arbeit. Es ist uns ein Anliegen, auf diesen Notstand aufmerksam zu machen und uns für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen einzusetzen“, so kleine Holthaus.

Seine Haltung zur aktuellen Situation im Bereich der frühkindlichen Bildung sowie seine Forderungen an die Politik hat der KiTa Zweckverband in einem Positionspapier zusammengefasst.

Den „Social Black Friday“, den Abschlusstag der „Black Week“ am 14. Juni 2024, nimmt der KiTa Zweckverband zum Anlass, um bistumsweit vor Ort in den Kindertageseinrichtungen auf die angespannte Lage aufmerksam zu machen:

In allen KiTas werden öffentlich sichtbar Plakate aufgehängt, die das Motto „Wir sehen schwarz, wenn sich nicht endlich etwas ändert!“ zeigen. Auf diese Weise sollen die Familien sowie die lokale Öffentlichkeit über aktuelle Missstände informiert werden. Gleichzeitig erinnert die Aktion daran, dass nicht KiTa-Mitarbeitende oder Träger für aktuelle Versäumnisse verantwortlich sind, sondern die Politik.

Um dem Thema Nachdruck zu verleihen, können sich Mitarbeitende und Familien außerdem an der Petition „Jedes Kind zählt“ beteiligen. Die Aktion ist ebenfalls ins Leben gerufen worden, um die Bedingungen für die KiTas und Kinder im Land zu verbessern. „Es bedarf Ausdauer und kontinuierlichen Nachdruck, damit sich die Rahmenbedingungen im System der Elementarpädagogik endlich verbessern“, betont Verena kleine Holthaus. „Wir werden nicht müde, uns dafür einzusetzen.“

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news-20563 Mon, 10 Jun 2024 16:19:38 +0200 „So oder So?“: Bei BENE wird’s entscheidend https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/so-oder-so-bei-bene-wirds-entscheidend „So oder so?“ ist das Motto der druckfrischen BENE. In dem aktuellen Heft dreht sich alles darum, wie Entscheidungen das Leben prägen. Verpasste Chancen, voreilige Entschlüsse: Es kann schwierig sein, eine kluge Wahl zu treffen. Wie es leichter läuft und wie Menschen in speziellen Situationen beispielhafte Wege eingeschlagen haben, das zeigt BENE in vielen Geschichten. Zum Beispiel mit einem Interview mit dem Duisburger Comedian und „Let’s Dance“-Star Tony Bauer. In diesen Wochen geht es in besonderer Weise ums Entscheiden. Die Europawahl liegt gerade hinter uns, die Stärkung von Demokratie und Frieden stellt sich akut als wichtige Aufgabe. Und dann stehen mehrere sportliche Großereignisse in den Startlöchern: Bei der Fußball-Europameisterschaft der Männer in Deutschland und sowie bei den Olympischen und Paralympischen Spielen in Frankreich geht es in den nächsten Wochen für die Kicker, Athletinnen und Athleten um alles oder nichts. BENE berichtet, wie der Sport auch Menschen im Ruhrbistum bewegt. So gibt’s zum Beispiel ein spannendes Interview mit DFB-Schiedsrichterin Nadine Westerhoff, die auch auf dem Titelbild des Magazins zu sehen ist. „Ich muss Entscheidungen treffen, die nicht jedem gefallen“, beschreibt die Bochumerin ihre spezielle Herausforderung.

„Let’s Dance“-Liebling über seinen Glauben

Herausfordernd war auch für Tony Bauer seine Teilnahme bei „Let’s Dance“. Der Duisburger Comedian hat sich in der aktuellen Staffel der glamourösen wie sportlich anspruchsvollen RTL-Show in die Herzen eines Millionenpublikums getanzt. Bis er aufgeben musste, weil das Training für ihn gesundheitlich zu gefährlich wurde: Bauer hat das Kurzdarm-Syndrom. In BENE schildert der 28-Jährige, wie er sich trotz vieler Rückschläge einen heiteren Blick auf die Welt bewahrt hat. Dabei spielt auch sein Glaube eine Rolle. „Ich gebe immer mein Bestes – und den Rest macht der liebe Gott. Er checkt die Lage eh besser als ich selbst“, sagt Tony Bauer.

In der Kirche bleiben – oder sie verlassen? Das ist eine Entscheidung, die aktuell viele Christinnen und Christen umtreibt. „Es gibt sicher gute Gründe, aus der Kirche auszutreten“, räumt der Theologe Tobias Sauer ein. Der 34-Jährige ist dennoch fest überzeugt, dass es mehr Argumente dafür gibt, Mitglied zu bleiben. Zum Beispiel dieses: „Die Kirche ist ansprechbar in persönlichen Notsituationen, stellt Seelsorgende, unterhält die Telefonseelsorge und Kriseninterventionsteams bei Notständen.“ Das alles könne nur aufrecht erhalten werden, „weil Menschen durch ihre Kirchenmitgliedschaft finanziellen Handlungsraum schaffen“.

Was ist in unserer Region alles machbar? Ob Freizeittipps, Möglichkeiten, sich für andere zu engagieren oder selbst Unterstützung zu bekommen – BENE zeigt wie immer viele Wege, die Menschen im Ruhrbistum miteinander in Verbindung bringen können. Zudem locken Gewinnspiele mit Preisen, mit denen sich der Sommer noch mehr genießen lässt.

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news-20562 Mon, 10 Jun 2024 15:53:48 +0200 Bischof informiert kommunale Spitzenvertretungen über Entwicklungsprozess „Christlich leben. Mittendrin“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-informiert-kommunale-spitzenvertretungen-ueber-entwicklungsprozess-christlich-leben-mittendrin Beim jüngsten Treffen im Essener Bischofshaus bei Bischof Franz-Josef Overbeck und Generalvikar Klaus Pfeffer den Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeistern der Ruhrbistums-Kommunen sowie dem RVR-Regionaldirektor Garrelt Duin vorgestellt, wie sich die Kirche im Bistum Essen im Prozess „Christlich leben. Mittendrin“ verändern wird. Bischof Franz-Josef Overbeck und Generalvikar Klaus Pfeffer haben beim jüngsten Treffen mit dem Spitzenvertretungen der Kommunen im Ruhrbistum über den Prozess „Christlich leben. Mittendrin“ berichtet, der auf der Ebene der Städte und Kreise eine deutlich engere Vernetzung aller katholischen Partnerinnen und Partner zum Ziel hat.

Bischof Overbeck plädierte dafür, die Fakten zurückgehender Mitglieder- und Mitarbeitendenzahlen in der Kirche ernst zu nehmen und nicht verzweifelt an einer volkskirchlichen Gestalt festzuhalten, die es so nicht mehr geben werde. Es gehöre zum Selbstverständnis der christlichen Kirche, Kirche in der Welt von heute sein zu wollen, so Overbeck „Als Kirche stehen wir vor der Frage, wie wir auch in Zukunft weiterhin mitten in der Gesellschaft präsent bleiben können.“ Dabei brauche es neben theologischen Diskursen vor allem ganz pragmatische Ansätze. Beginnend in Oberhausen werde daher auf Stadt- und Kreisebene unter besonderer Berücksichtigung der jeweils vor Ort gegebenen Bedingungen nach neuen Strukturierungs- und Organisationsmöglichkeiten der Kirche gesucht. Dabei müssten alle Beteiligten lernen, Kirche nicht nur von Pfarreien her zu denken, sondern sie zunehmend als Netzwerk von Menschen verstehen , die gemeinsam nach Wegen des Christseins in der Welt von heute suchen. Overbeck betonte: „Christsein ist in unserer Gesellschaft nicht mehr selbstverständlich. Christinnen und Christen ist es heute daher aufgegeben, sich mit ihrem Glauben anders und neu vertraut zu machen.“

Die Runde aus Bistumsleitung und Stadtoberhäuptern war sich einig, dass gerade aufgrund der engen Verbindungen zwischen kirchlichen und städtischen Sozialeinrichtungen eine intensive Kommunikation und eine gute Zusammenarbeit in diesem Transformationsprozess der Kirche entscheidend sind.

Die Essener Bistumsleitung trifft sich regelmäßig mit den Oberhäuptern der Städte und Kreise im Bistumsgebiet, um für die Region relevante Fragen zu diskutieren. Beim Treffen am Freitag, 7. Juni, waren neben Bischof Overbeck, Generalvikar Pfeffer und den beiden Weihbischöfen Ludger Schepers und Wilhelm Zimmermann die OB aus Mülheim (Marc Buchholz), Gelsenkirchen (Karin Welge), Bottroper (Bernd Tischler), Essen (Thomas Kufen), Duisburg (Sören Link) und Oberhausen (Daniel Schranz) im Bischofshaus mit dabei. Zum ersten Mal nahm auch Garrelt Duin an der Runde teil. Der ehemalige NRW-Wirtschaftsminister ist seit Februar Regionaldirektor des Regionalverbands Rhein-Ruhr (RVR).

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news-20561 Sun, 09 Jun 2024 21:33:04 +0200 Fußballgottesdienst in Gelsenkirchen setzt Zeichen für Verständigung vor der EM 2024 https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/fussballgottesdienst-in-gelsenkirchen-setzt-zeichen-fuer-verstaendigung-vor-der-em-2024 Fünf Tage vor dem Start der Fußball-Europameisterschaft in Deutschland hat Generalvikar Klaus Pfeffer in Gelsenkirchen einen Gottesdienst im Fußballstadion gefeiert. Die Bitte um Verständigung und Frieden durch das große Fußballfest stand dabei im Fokus, während Hass und Feindschaft „die rote Karte“ gezeigt wurde. Die Tribüne der traditionsreichen Glückauf-Kampfbahn bietet an diesem Sonntagabend ein ungewohnt buntes Bild: Natürlich überwiegt blau-weiß, hier im Herzen von Gelsenkirchen-Schalke. Aber auf den Bänken sitzen heute auch Bochumer, Menschen im Rot-Weiß-Essen-Trikot, BVB-Anhänger – ja sogar Fortuna-Düsseldorf-Fans. Und natürlich sind fünf Tage vor dem Start der Fußball-EM im eigenen Land auch Shirts der Nationalmannschaft vertreten: Die ganz neuen in Magenta oder klassische in Schwarz-weiß.

Ein solches trägt auch Generalvikar Klaus Pfeffer, bevor er ein weißes Gottesdienst-Gewand samt regenbogenfarbener Stola überwirft. Eine Ordensfrau im Publikum hat den umgekehrten Weg gewählt – und ihr VFL-Bochum-Trikot einfach über die Ordenstracht gezogen. „Jeder Jeck ist anders“ würde wohl ein Kölner dazu sagen – und doch „verbindet uns unser Glaube und verbindet uns unser Fußball“, beschreibt Christiane Rother die Gemeinschaft, die sich an diesem Sommerabend an diesem besonderen Ort getroffen hat, um Gottesdienst zu feiern. Die Gemeindereferentin Rother gehört zum Seelsorge-Team, das rund um die Schalker „Fußballkirche“ St. Joseph, aber auch an anderen Orten im Bistum Essen zahlreiche Aktionen zur Fußball-EM anbietet und zusammen mit dem katholischen Sportverband DJK den Stadion-Gottesdienst vorbereitet hat.

Der startet mit ein paar Fußball-Traditionen: Die Bistums-Band spielt das Steiger-Lied aus der Schalke-Arena und die „You’ll never walk alone“-Hymne, ohne die in Liverpool und Dortmund kein Ligaspiel beginnt. Dann pfeift der Generalvikar das „Spiel“ an, woraufhin sich auf dem Platz Nachwuchskicker ein paar Bälle zuspielen – und dann auch der Gottesdienst beginnen kann. Pfeffer betont, „dass Fansein verbindet uns in den kommenden Wochen mit allen Fußballbegeisterten in Europa“. Und er äußerte die Hoffnung, „dass die EM verbindet – und nicht spaltet“.

Der Heilige Geist sorgt für Verständigung – auch unter Fußballfans

Pfeffer liest die Bibel-Geschichte vor, in der vom Geist Gottes erzählt wird, der die Menschen in den verschiedensten Sprachen sprechen und einander verstehen lässt. Der Heilige Geist sei wohl nicht dafür zuständig, dass der eigene Verein mehr Tore schießt, so Pfeffer, „aber er kümmert sich darum, dass Menschen einander verstehen. Immer, wo das auch im Fußball gelingt, ist der Heilige Geist mit im Spiel“, macht der Generalvikar klar und betont, dass „wir denen die rote Karte zeigen, die den Fußball für Feindschaft missbrauchen wollen“. Auch mit Blick auf die Europawahl lädt Pfeffer dann dazu ein, gemeinsam dafür zu beten, „dass die kommenden Wochen das Miteinander und den Frieden in Europa stärken“.

Und die Frage, ob Gott nicht vielleicht doch eine Mannschaft etwas mehr unterstützt als eine andere, antwortet Christiane Rother mit einem Gebet: Egal ob Sieg oder Niederlage – „Gott ist im Spiel – immer“.

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news-20560 Sun, 09 Jun 2024 09:22:23 +0200 Bischof Overbeck beauftragt zwei neue Seelsorgende für den pastoralen Dienst https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-beauftragt-zwei-neue-seelsorgende-fuer-den-pastoralen-dienst Lara Frühling wird künftig in der Essener Pfarrei Hll. Cosmas und Damian tätig sein sowie in der Seelsorge am Essen Uni-Klinikum. Laura Meemann bleibt in Gelsenkirchen, wird ab August sowohl in der Pfarrei St. Urbanus als auch in St. Augustinus eingesetzt. In einem feierlichen Gottesdienst im Essener Dom hat Bischof Franz-Josef Overbeck am Samstagabend Lena Frühling und Laura Meemann als Seelsorgende für den pastoralen Dienst im Bistum Essen beauftragt. Nach abgeschlossenem Theologiestudium und einer dreijährigen Assistenzzeit wird Frühling künftig in Essen tätig sein, während Meemann weiterhin in Gelsenkirchen eingesetzt wird.

Overbeck richtete seine Predigt an dem Satz aus dem biblischen Buch Samuel aus, mit dem Meemann und Frühling zu ihrer Beauftragungsfeier eingeladen hatten: „Steh auf! Ich will dir das Geleit geben“. Dieser Satz, den der Prophet Samuel zu Saul, dem künftigen König der Israeliten sagt, beschreibe „eine Berufungsgeschichte, die zur Sendungsgeschichte wird“, so Overbeck. „Sie beiden wären heute nicht hier, wenn Gott nicht etwas in Ihnen angerührt hätte – und wenn da nicht Menschen gewesen wären, die mit Ihnen Ihren Weg gegangen wären“, nahm Overbeck Bezug auf Frühlings und Meemanns Berufungsgeschichte – aus der durch ihre Beauftragung als Seelsorgende nun eine Sendung werde.

Meemann und Frühling würden dabei „zu allen Menschen gesendet“, hob der Bischof hervor, „nicht nur zu denen, die Sie schon kennen oder zu denen, die immer Ja und Amen sagen“. Gerade im „bunten Bistum Essen, in einer Kirche, die sich sehr verändert, die kleiner, aber auch vielfältiger wird“, gebe es immer mehr Chancen zu den anderen zu gehen, zu denen, mit denen die Kirche noch nicht in Kontakt sei. So könnten Seelsorgende selbst zu Menschen werden, die andere in ihrer Berufung unterstützen und begleiten.

Wechsel aus Overbecks Heimatbistum nach Essen

Mit einem Schmunzeln erwähnte Overbeck, dass sowohl Frühling als auch Meemann in Münster geboren sind – seinem Heimatbistum – beide dort Theologie studiert haben und er sie nun gemeinsam für den pastoralen Dienst im Bistum Essen beauftragen dürfe. Frühling hat zudem auch die Assistenzzeit im Bistum Münster verbracht und die praktische Ausbildung in der Propsteipfarrei St. Peter in Recklinghausen absolviert. Künftig wird Frühling sowohl in der Essener Pfarrei Hll. Cosmas und Damian als auch in der Krankenhausseelsorge des Essener Uni-Klinikums eingesetzt. Neben Ausbildung und Studium bringt Frühling Erfahrung aus der Hospizarbeit mit in die neuen Einsatzstellen.

Meemann hat ihre Assistenzzeit in der Propsteipfarrei St. Urbanus in Gelsenkirchen-Buer verbracht, bislang viel mit jungen Leuten gearbeitet. Unter anderem hat Meemann in Kooperation mit einem Religionskurs des Gelsenkirchener Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums den Pilgerweg „Extratour 04“ entwickelt, der als Abstecher der Pilgerwege des Bistums Essen die spirituelle und fußballerischer Welt in Gelsenkirchen-Schalke erschließt. Zudem engagiert sich Meemann in der Bewegung „Out in Church“ gegen eine Diskriminierung queerer Menschen und verkündet Gottes Wort in Formen der „Spoken Word“-Kunst zum Beispiel auf Poetry- und Preacher-Slams. Meemann wird auch nach der Ausbildung in Gelsenkirchen bleiben, aber ab dem 1. August nicht mehr nur in St. Urbanus, sondern auch in der Propsteipfarrei St. Augustinus in der Innenstadt tätig sein. Schwerpunktmäßig wird sich Meemann um die stadtweite Kulturarbeit und um den Bereich Sozialpastoral kümmern, der im Gelsenkirchener Norden unter dem Namen „7 Werke“ zusammengefasst ist.

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news-20559 Thu, 06 Jun 2024 17:42:29 +0200 Bischof Overbeck: Zur Wahl gehen und die EU nicht ihren Feinden überlassen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-zur-wahl-gehen-und-die-eu-nicht-ihren-feinden-ueberlassen Auch die Bischöfe sehen mit Sorge auf die Europawahl am Sonntag, vor allem auf das Erstarken europafeindlicher Kräfte. „Gehen Sie wählen“, appelliert der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck - als Signal gegen Feinde der Demokratie. Overbeck vertritt die deutsche Bischofskonferenz in der der EU-Bischofskommission COMECE. Als katholischer „Europa-Bischof“ ruft Franz-Josef Overbeck dazu auf, bei der Europawahl am Sonntag ein klares Zeichen gegen europa- und demokratiefeindliche Kräfte zu setzen: „Gehen Sie wählen“, sagte er im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Das sei besonders wichtig, „um die demokratische EU nicht denen zu überlassen, die sie abschaffen wollen oder eine antidemokratische Agenda verfolgen“. Der Essener Bischof ist Vorsitzender der Arbeitsgruppe Europa der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und Delegierter bei der EU-Bischofskommission COMECE.

Aber nicht nur bei den Wahlen gelte es, für die freiheitliche Grundordnung zu kämpfen, fügte er hinzu: „Es ist eine alltägliche Herausforderung, immer und entschieden zu widersprechen, wenn zum Beispiel jemand demokratieverachtende oder menschenfeindliche Wertungen äußert. Es sind nämlich schon solche Provokationen, die – leise und meist unmerklich – in kleinen Schritten die Grenzen des Sagbaren verschieben und gesellschaftliche Diskurse langfristig vergiften.“

Deutschland profitiert wie kein anderes Land

Entschieden widersprach Overbeck dem Vorurteil, die EU sei weit weg von den Bürgerinnen und Bürgern und sorge vor allem für Bürokratie. Die Entscheidungen der EU stellten die entscheidenden Weichen für den Alltag und beträfen immer mehr Lebensbereiche: „Denken wir nur an Migration, Klimaschutz, Landwirtschaft oder Wettbewerbs- und Handelspolitik. Deutschland ist ein Land, das wie vermutlich kein anderes von einem geeinten Europa profitiert.“

Bei der anstehenden Wahl gehe es um eine grundlegende Entscheidung, wohin sich die EU entwickelt, mahnte der Bischof: „Die europakritischen bis -feindlichen Stimmen im Europäischen Parlament drohen noch stärker zu werden als sie es ohnehin schon sind. Auf diese sehr ernste Lage müssen wir aufmerksam machen.“

Umgang mit KI nach ethischen Maßstäben

Bei allen Entscheidungen müsse die EU den Menschen und seine unteilbare Würde in den Mittelpunkt stellen, ergänzte Overbeck. Er kritisierte den Migrations- und Asylpaket, bei dem dies nicht gelungen sei, und wandte sich gegen Forderungen nach einem Grundrecht auf Abtreibung.

Beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) sei es klug, „wenn die EU darauf hinwirkt, autonom agierende Technik nach ethischen Prinzipien zu gestalten und zu nutzen“. Haftung und Verantwortung könnten nicht an Maschinen weitergereicht werden: „Das gilt insbesondere für Letztentscheidungen über Leben und Tod.“ Auch wenn KI den Menschen unterstützen könne, „dürfen Entscheidungen niemals maschinell automatisiert ablaufen“.

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news-20558 Thu, 06 Jun 2024 12:06:39 +0200 Bischof Overbeck lädt zu seinem 60. Geburtstag zu Dankmesse und Currywurst ein https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-laedt-zu-seinem-60-geburtstag-zu-dankmesse-und-currywurst-ein Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck wird 60 Jahre alt – und feiert mit allen, die am Sonntag, 23. Juni, zum Essener Dom kommen. Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck wird am Mittwoch, 19. Juni, 60 Jahre alt. Am darauffolgenden Sonntag, 23. Juni, lädt er daher alle Menschen, die seinen Weg in den vergangenen Jahren auf die unterschiedlichste Weise begleitet haben, zu einem Dankgottesdienst mit anschließender Begegnung auf dem Domhof ein.

Das öffentliche Geburtstagsfest beginnt um 10 Uhr mit einer Messe im Essener Dom. Anschließend lädt der Bischof zur Begegnung bei Currywurst, Brot und Getränken ein.

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news-20557 Wed, 05 Jun 2024 16:46:43 +0200 Musik und Bewegung im Mathe-Unterricht: „Vocal Breaks“ am St.-Hildegardis-Gymnasium https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/musik-und-bewegung-im-mathe-unterricht-vocal-breaks-am-st-hildegardis-gymnasium Musik spielt am Bischöflichen St.-Hildegardis-Gymnasium eine große Rolle: Von kurzen, musikalischen Pausen zur Auflockerung des Unterrichts, über das besondere Angebot der Streicher-Klasse bis hin zu den aufwendigen, von Schülerinnen und Schülern geplanten und gestalteten Schulkonzerten. Die Schule im Duisburger Dell-Viertel profitiert dabei von vielen Kooperationen, unter anderem mit der städtischen Musik- und Kunstschule. Wenn Benjamin Peters durch die Klassentür kommt, haben die Mathebücher Pause und auf den Gesichtern der 5c macht sich Grinsen breit. Die Schüler am Bischöflichen St.-Hildegardis-Gymnasium (SHG) kennen Peters schon von früheren Terminen. Und auch wenn er – wie immer – unangekündigt in den Unterricht platzt, wissen alle: Jetzt ist „Vocal Break“, zehn Minuten aktive Extra-Pause mit Singen, Klatschen und sonst wie Musizieren. „Ihr wisst ja, bei mir dürft ihr immer etwas lauter sein“, ermuntert Peters die Jungen zum geräuschvollen Strecken und Gähnen zum Warmwerden. Dann geht’s los mit „Body-Percussion“: Die ganze Klasse steht und klopft sich im gemeinsamen Takt mit den Händen auf Arme, Brust und Beine.

Diese musikalischen Pausen am SHG sind in der Region noch ziemlich einmalig, zumal an einem Gymnasium. Die Kinder am SHG profitieren hier von der „EMSA“-Kooperation, die das Duisburger Gymnasium mit der städtischen Musik- und Kunstschule eingegangen ist. Gefördert vom Land NRW vernetzt das Projekt „EMSA – eine (Musik)Schule für alle“ weiterführende Schulen mit kommunalen Musikschulen, um so für beide Einrichtungen Mehrwert zu schaffen – zum Beispiel mit Musikschul-Lehrer Peters, der an diesem Morgen mit den „Vocal Breaks“ durch die fünften Klassen des Gymnasiums im Dell-Viertel tourt.

„Bei der ,Body Percussion‘ hat jeder die Möglichkeit, mal nach vorne zu kommen“

Die 5c ist jetzt voll in ihrem Element, alle klopfen und trommeln im gleichen Takt. Dann ruft Peters: „Wer hat einen Rhythmus?“ – und schon kommt ein Junge nach vorn, dreht sich zur Klasse und zeigt den Mitschülern den neuen Bewegungsablauf. „Wiederhol‘ noch mal!“, ermuntert Peters im Takt. Dann haben es alle verstanden: „Ich zähl‘ dich ein: eins, zwei, drei…“, sagt Peters – und die Klasse klatscht im neuen Rhythmus. „Die ,Vocal Break‘ ist so niederschwellig, dass jeder mitmachen kann. Und bei der ,Body Percussion‘ hat jeder die Möglichkeit, mal nach vorne zu kommen und etwas vorzumachen, was dann alle mitmachen.“ So wächst auch bei den Kindern das Selbstbewusstsein, die bei Mathe, Englisch oder Deutsch in der Klasse sonst nicht zu den Überfliegern gehören.

Nach dem Rhythmus-Klopfen gibt’s beim kurzen Mitmach-Konzert in der Mathe-Stunde „Bruder Jakob“ als A-capella-Version und den Kanon „Mango, Mango“, der sich nach und nach zu einem musikalischen Obstsalat entwickelt. Immer teilt Peters die Klasse in kleine Gruppen auf, die verschiedene Stimmen singen oder mit dem Mund rhythmische Bass-Geräusche machen. Danach endet die „Vocal Break“ mit einer Abkühl-Übung: „Atmet tief in den Bauch. Einatmen durch einen ,Strohhalm-Mund‘ mit gespitzten Lippen – und durch die Zähne wieder ausatmen.“ Dann winkt Peters in die Runde – und verschwindet durch die Tür zu den nächsten Fünftklässlern.

„Danach hat man den Kopf wieder frei“

In der 5c bekommt Peters anschließend Bestnoten für sein Programm. „Cool“, „schöne Abwechslung“, „gut zur Entspannung“ und „danach hat man den Kopf wieder frei“ sind nur einige der Kommentare der Kinder. Den „Bruder Jakob“ fanden einige zwar „kindisch“ – aber Benjamin Peters, der könne ruhig häufiger kommen. Da hätte weder Peters noch SHG-Musiklehrerin Corinna Müller-Goldkuhle etwas dagegen. Im Gegenteil: Perspektivisch können sich Gymnasium und Musikschule durchaus vorstellen, „Vocal Breaks“ in weiteren Klassen anzubieten – und dann nicht nur durch Peters: „Ein Ziel ist, Schülerinnen und Schüler so auszubilden, dass sie eigenständige ,Vocal Breaks‘ in jüngeren Jahrgängen anbieten können“, erläutert der Musikschul-Lehrer.

Für das SHG sind die „Vocal Breaks“ indes nur ein Baustein, um Kinder früh an Musik heranzuführen – und nur eines von verschiedenen Kooperationsprojekten mit Partner-Organisationen. Eine Basis für die erfolgreiche Orchesterarbeit der Schule legt zum Beispiel die „Streicher-Klasse“: In der 5. und 6. Klasse können sich die Schülerinnen und Schüler entscheiden, anstelle des gewöhnlichen Musikunterrichts in die Streicher-Klasse zu gehen, in der die regulären Unterrichtsinhalte mit dem Erlernen eines Streichinstruments verbunden werden. Geige, Bratsche, Cello oder Kontrabass stehen zur Auswahl – Vorkenntnisse sind keine erforderlich. Die Instrumente kann es – gegen Gebühr – auf Leihbasis geben, auch der Unterricht durch die Lehrkräfte der Musikschule kostet extra. Gleichzeitig ist die Streicher-Klasse eine beliebte Gelegenheit, ein Streichinstrument auszuprobieren ohne dafür in der oft knapp bemessenen Teenager-Woche noch extra Unterrichtszeit einplanen zu müssen.

Oberstufen-Kurse planen Schulkonzerte

Nicht alle Jugendlichen folgen mit dieser Ausbildung später Geigen-Profi David Garett – aber nicht wenige bleiben ihrem Instrument treu und wählen neben der freiwilligen „Streicher-AG“ in der Mittelstufe und dem möglichen „Profilkurs Orchester“ im Nachmittagsprogramm der Ganztagsschule in der 11. Klasse den „instrumentalpraktischen Kurs“. „In diesem Kurs machen die Schülerinnen und Schüler viel Musik zusammen“, erklärt Müller-Goldkuhle. „Parallel dazu geht es um die Planung unserer Schulkonzerte.“ Gleiches gilt für den „vokalpraktischen Kurs“ der Jahrgangsstufe 11, wo der Chorgesang im Mittelpunkt steht. Gemeinsam haben die Schülerinnen und Schüler so für das diesjährige Sommerkonzert nicht nur das Thema „Fantasy Adventure“ erarbeitet, sondern auch das Programm bis in die Details der einzelnen Stücke. „Das Ganze entsteht beim Gehen und erfordert damit ziemlich viel Flexibilität“, erläutert Müller-Goldkuhle. Am Ende entsteht so ein Konzert, das nicht nur von den Schülerinnen und Schülern getragen wird, die es präsentieren – sondern bestenfalls auch den Mitschülerinnen und Mitschülern gefällt, die zuhören.

Und natürlich den Eltern und Lehrkräften. Die dürfen sich im Konzert am Donnerstag, 6. Juni um 18.30 Uhr (in der Aula des Mannesmann-Gymnasiums, Am Ziegelkamp 13-15, in Duisburg – auch dies ein Baustein der vielen SHG-Kooperationen) zum Beispiel auf „The Winner Takes it All“ von Abba freuen, das der Schulchor gemeinsam mit „Vocal Break“-Sänger Peters und Musiklehrerin Müller-Goldkuhle einstudiert hat. „Erzählt die Story vom Gewinnen!“, versucht Müller-Goldkuhle die Jugendlichen bei der Probe zu einem noch emotionaleren Singen zu motivieren. Vielleicht braucht es dafür aber auch erst den Schlussapplaus des Schulkonzerts. Dann können sich alle Mitglieder der SHG-Ensembles als Gewinnerinnen und Gewinner fühlen.

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news-20556 Wed, 05 Jun 2024 11:21:34 +0200 Generalvikar Pfeffer feiert in Gelsenkirchen Freiluftgottesdienst zur Fußball-EM https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/generalvikar-pfeffer-feiert-in-gelsenkirchen-freiluftgottesdienst-zur-fussball-em Fünf Tage vor dem Start der Europameisterschaft lädt das Bistum Essen zu einem Openair-Fußballgottesdienst in die Glückauf-Kampfbahn auf Schalke. Wer mitfeiern möchte, ist herzlich eingeladen, im Trikot der eigenen Nationalmannschaft oder des Lieblings-Vereins zu kommen. Fußball verbindet die Menschen – so, wie es die Religionen mit ihren Gottesdiensten auch tun. Diese Gemeinsamkeit feiert das Bistum Essen mit einem Freiluftgottesdienst zum Start in die Fußball-Europameisterschaft am Sonntag, 9. Juni, um 17 Uhr in der Gelsenkirchener Glückauf-Kampfbahn (Zugang über Caubstraße).

„Als Schalke-Fan ist es für mich natürlich eine besondere Ehre, an so einem besonderen Ort Gottesdienst zu feiern“, sagt Generalvikar Klaus Pfeffer. Er wird den Gottesdienst leiten, bei dem vor allem das Verbindende des Fußballs im Fokus stehen soll. „Das Spiel geht nur miteinander, genauso wie das Leben auf dieser Erde. Kein Mensch, kein Team, keine Nation kann einfach nur für sich spielen – wir alle brauchen einander.“ Deshalb sind zu diesem Gottesdienst alle Menschen eingeladen, egal welcher Konfession oder aus welchem Fußball-Fanlager. Wer mag, kommt im Trikot der eigenen Nationalmannschaft oder des Lieblings-Fußballvereins. „Es darf bunt werden!“, sagt das Organisations-Team. Schließlich gehe es auch darum, „die Menschen im anderen Team nicht als Feinde zu begreifen, sondern als Mitspieler, ohne die es nicht geht“, betont Pfeffer die Vielfalt, von der ja auch gerade die Europameisterschaft lebe.

„Und wenn wir am Sonntag den Fußball mit einem Gottesdienst verbinden, dann erinnern wir daran, dass es immer noch etwas Größeres gibt als Sieg oder Niederlage im Spiel hier auf der Erde. Gott soll uns am Sonntag berühren - und wir wollen ihn darum bitten, dass die EURO ein großes Fest des Friedens wird, bei dem Menschen, Nationen, Kulturen und Religionen sich die Hände reichen“, so der Generalvikar.

Neben dem Gottesdienst zur EM-Eröffnung bieten Seelsorgerinnen und Seelsorger im Bistum Essen zahlreiche weitere Aktionen rund um das große Fußballfest an: https://bistum.ruhr/euro2024

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news-20555 Tue, 04 Jun 2024 06:04:00 +0200 Bistum Essen verbessert therapeutische Hilfen für Missbrauchsbetroffene https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bistum-essen-verbessert-therapeutische-hilfen-fuer-missbrauchsbetroffene ​​​​​​​Wer im Bistum Essen sexualisierte Gewalt erlitten hat, kann nach neuen, verbesserten Regeln die Erstattung von Therapiekosten beantragen und sich an kostenlose psychosoziale Beratungsstellen vermitteln lassen. Die Referentin für Betroffenenarbeit steht Betroffenen nicht nur bei der Antragsstellung, sondern vor allem bei der Suche nach passenden Hilfsangebot mit Rat und Tat zur Seite. Das Bistum Essen verbessert mit einem neuen Regelwerk seine Unterstützungsangebote für Betroffene sexualisierter Gewalt. Wer therapeutische oder psychosoziale Hilfe in Anspruch nimmt, kann dafür finanzielle Unterstützung des Bistums Essen erhalten. Dies regelt eine zum 1. Juni in Kraft gesetzte neue Ordnung des Bistums, die eine weitere Konsequenz aus den Empfehlungen der im vergangenen Jahr vorgestellten Aufarbeitungsstudie („IPP-Studie“) ist. Sie löst die auch bislang schon geleisteten Einzelfallhilfen für Missbrauchsbetroffene ab und ist eine transparente Basis, an der sich alle Betroffenen und Angehörigen orientieren können. Pro Jahr stellt das Bistum für diese Hilfen ein Gesamtbudget von 100.000 Euro zur Verfügung. Zudem steht nun mit Claudia Marcinek als Referentin für Betroffenenarbeit auch eine persönliche Unterstützerin zur Verfügung, die bei Bedarf als „Lotsin“ die passenden Hilfen vermittelt und bei der Antragsstellung hilft.

Bis zu 60 Stunden ambulante Psychotherapie

Unter anderem können Betroffene nun bis zu 60 Stunden ambulante Psychotherapie erstattet bekommen. Dies gilt unabhängig davon, ob die Betroffenen bei der UKA ein Verfahren auf Zahlung einer sogenannten Anerkennung des Leids begonnen haben. Relevant ist nur, dass die Antragsstellenden sexualisierte Gewalt im Bistum Essen erlitten haben und sie – nach einer Plausibilitätsprüfung – entsprechend anerkannt sind. Neben ambulanten Therapien erstattet das Bistum bei Bedarf auch Kosten für stationäre Psychotherapien, Kuren oder Reha-Maßnahmen in einer Höhe von bis zu 15.000 Euro je betroffener Person.

Vermittlung an psychosoziale Beratungsstellen

Zudem vermittelt Marcinek Betroffene auf deren Wunsch an externe psychosoziale Beratungsstellen. Die Vermittlung und die Beratung sind für die Betroffenen kostenlos. Ist eine Beratung in einer Einrichtung erforderlich, mit der das Bistum bislang noch nicht kooperiert, übernimmt das Bistum die Kosten für bis zu fünf Beratungsstunden. Zudem erstattet das Bistum alle Fahrtkosten zu Therapien und Beratungen.

Anträge für Zahlungen aus dem Regelwerk können Betroffene formlos oder mit Hilfe eines Vordrucks, der auch digital ausfüllbar ist, bei der Referentin für Betroffenenarbeit, Claudia Marcinek, stellen - zum Beispiel per E-Mail: claudia.marcinek@bistum-essen.de. Marcinek steht zudem auch telefonisch für alle Fragen zum neuen Regelwerk zur Verfügung und berät Betroffene hinsichtlich der verschiedenen Hilfen, Tel.: 0170/6667096. 

Antragsforumlare und FAQ zum neuen Leistungskatalog

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news-20554 Sun, 02 Jun 2024 14:14:39 +0200 Erfurter Katholikentag endet mit Aufruf zu einem friedvollen Zusammenleben https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/erfurter-katholikentag-endet-mit-aufruf-zu-einem-friedvollen-zusammenleben 12.000 Menschen feierten am Sonntag gemeinsam den Abschlussgottesdienst des 103. Deutschen Katholikentags in Erfurt. Das kompaktere, aber nach wie vor vielfältige Veranstaltungsformat in der thüringischen Landeshauptstadt erhielt viel Zuspruch. Vor der eindrucksvollen Kulisse des Erfurter Doms haben am Sonntag, 2. Juni 2024, rund 12.000 Menschen mit einem festlichen Freiluft-Gottesdienst den Abschluss des 103. Deutschen Katholikentags gefeiert. Seit Mittwochabend hatten in der thüringischen Landeshauptstadt insgesamt rund 23.000 Katholikentags-Teilnehmende miteinander diskutiert, gebetet, gesungen und ihren Glauben gefeiert.

Katholikentags-Chefin Irme Stetter-Karp markierte in ihrem Abschluss-Statement den gesellschaftspolitischen Anspruch der christlichen Großtreffen. Sie rief dazu auf, die Würde aller Menschen und den öffentlichen Raum gegen Angriffe zu verteidigen. Die Botschaft des Erfurter Katholikentags laute: „Wir wollen miteinander leben – nicht gegeneinander! Wir wollen den Frieden suchen – und dem Hass widerstehen. Wir wollen unsere Demokratie mit Leben füllen und als Kirche ein Haus sein, das unsere Suche nach dem Mehr stillt“, betonte die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), das die 1848 gestarteten Glaubensfeste in Deutschland organisiert.

In Krisen „den entspannten langen Atem des Vertrauens auf Gott mit einbringen“

Zuvor hatte der Limburger Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, in einem Predigtgespräch mit der Mainzer Theologin Juliane Eckstein die Gläubigen dazu ermuntert, sich durch Krisen nicht entmutigen zu lassen. „Gehören nicht Krise und Verlust, Sehnsucht und Verheißung von Anfang an ganz wesentlich zur Kirche dazu? Glaube gibt es nur im Modus der Zerbrechlichkeit.“ Dennoch gebe es gute Gründe für den Glauben, fügte er auf den breiten Stufen zwischen dem Erfurter Dom und der benachbarten Severikirche hinzu. „Wir werden den Krisen, die unser Zusammenleben und die Zukunft unserer Erde bedrohen, eher etwas entgegenhalten können, wenn wir den entspannten langen Atem des Vertrauens auf Gott mit einbringen.“

Erfurter Katholikentag markiert Wendepunkt

Viele Teilnehmende sahen im Erfurter Katholikentag einen Wendepunkt in der Katholikentags-Geschichte: Die Gäste-Zahl markierte einen Tiefpunkt, analog zur kleiner werdenden Zahl der Christinnen und Christen und der kleinen christlichen Minderheit am Austragungsort Erfurt. Mit Blick darauf hatten die Veranstalter das Programm konsequent angepasst und nach viel Kritik an einem zu üppig geratenen Katholikentag in Stuttgart 2022 diesmal „nur“ noch 500 statt 1500 Einzelveranstaltungen geplant. Zugleich blieb jedoch das vielfältige Format des christlichen Großtreffens bestehen, das neben gesellschafts- und kirchenpolitischen Diskussionen viel Kultur, Spiritualität sowie Katholikinnen und Katholiken die Möglichkeit geboten hat, sich als Teil einer nach wie vor großen Gruppe zu erleben.

Das größte katholische Lagerfeuer in Deutschland

So hat der Erfurter Katholikentag gezeigt, dass diese Veranstaltung immer noch das größte katholische Lagerfeuer in Deutschland ist. Kein anderes Format bietet Platz für so eine breite Palette unterschiedlicher katholischer Gruppierungen, anschaulich zu sehen etwa auf der Kirchenmeile, wo der Stand des Bistums Essen umgeben war von den verschiedensten anderen Bistümern, katholischen Hilfswerken, Verbänden und Organisationen.

Zudem ziehen nur wenige andere Formate in Deutschland so viele bundespolitische Spitzenpolitiker an, und das wohl nicht nur wegen des Superwahljahrs in Ostdeutschland: Von Bundespräsident Steinmeier und Kanzler Scholz über diverse Bundesministerinnen und -minister bis zu Thüringens Landesvater Bodo Ramelow (Linke). Zweifelsohne nutzen sie den Katholikentag als Bühne. Was aber auch bedeutet: Diese Bühne hat für sie noch Relevanz. Wohl auch deshalb murrte die AfD lautstark über ihre erneute Nicht-Einladung. CDU-Chef Friedrich Merz saß zwar auf keinem Podium, hielt aber auf dem Katholikentagsempfang der Adenauer-Stiftung eine programmatische Rede zur Friedenspolitik.

Özdemir nennt Katholikentags-Debattenkultur vorbildhaft für die Gesellschaft

Mit dem Leitwort „Zukunft hat der Mensch des Friedens“ war der Katholikentag am Puls der Zeit. Zugleich überzeugte er viele mit einer guten Debattenkultur, die Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) vorbildlich für die Gesellschaft nannte. Beim Katholikentag bekomme man einen Eindruck davon, „wie die Gesellschaft sein könnte, wenn sich alle mit Respekt begegnen, zuhören und ausreden lassen“. Und Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) antwortete auf die Frage, wann sie denn den letzten „Mensch des Friedens“ gesehen hat, mit einem Blick auf ihr Publikum: „Na heute, hier, Sie alle.“ In der Tat verlief das fünftägige Großevent abgesehen von ein paar Störern der Letzten Generation beim Podium mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ohne nennenswerte Zwischenfälle. Man sei sich einig in dem Ziel, die Schöpfung zu bewahren, nicht aber in den Mitteln, das Ziel zu erreichen, kommentierte ZdK-Generalsekretär Marc Frings diese kurze Programmunterbrechung.

Manche kritisieren, der Katholikentag sei zu politisch. Aber ohne die Politprominenz würde er wohl deutlich weniger wahrgenommen. Hinzu kommt, was der Magdeburger Bischof Gerhard Feige so formulierte: „Wenn es grundsätzlich und konkret um die Würde und Freiheit eines jeden Menschen geht, die Achtung der Menschenrechte und das Gemeinwohl, den Frieden und die Bewahrung der Schöpfung, können und dürfen wir als Kirchen nicht schweigen."

Umfangreiches und gut besuchtes spirituelles Angebot

Was den Katholikentag aber auch ausmacht, ist das umfangreiche spirituelle Angebot, das sehr stark angenommen wird. Tausende hielten minutenlang still inne vor der imposanten Kulisse des erleuchteten Dombergs, als zum Abendsegen die mächtige Gloriosa-Glocke mit warmen, tiefen Schlägen läutete. „Volle Hütte“ bei Gebeten, Meditationen und stimmungsvollen Gottesdiensten oder das Schild „Dom überfüllt“ waren für viele eine positive Kontrasterfahrung zum Kirchenalltag daheim.

Frage nach dem nächsten Ökumenischen Kirchentag

Entsprechend beschreiben viele Teilnehmende den Katholikentag als „Seelentankstelle“. Er ist zugleich ein Treffen zur Selbstvergewisserung: Das Christentum hat weiter eine Strahlkraft, nach innen wie nach außen. „Lagerfeuer“ heißt auch, dass man trotz unterschiedlicher Positionen zusammenrückt und damit der polarisierten Gesellschaft ein Vorbild gibt. Und Lagerfeuer heißt, dass es keine langen Wege gibt – Erfurt war für das neue Format des Katholikentags auch deshalb wegweisend. Keine verloren wirkenden Mega-Podien in sterilen Messehallen, stattdessen ein buntes Fest mitten in der Stadt mit der Zeltstadt der Kirchenmeile als Herzstück – und viel ökumenisches Miteinander: Das Wort vom „ökumenischen Katholikentag“ bei der Eröffnung hat Stetter-Karp am Sonntag auch zum Abschluss noch einmal stark gemacht. Wohl auch, um den häufigen Fragen nach einem nächsten Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) zu begegnen: Den letzten ÖKT in Präsenz gab es vor 14 Jahren in München. Das ZdK wolle eine nächste Ökumene-Veranstaltung, diese habe jedoch einen viel längeren Vorlauf als ein Katholikentag, weil man sich mit dem Deutschen Evangelischen Kirchentag – einer eigenständigen Organisation innerhalb der evangelischen Kirche – verständigen müsse.

Vorerst endete der terminliche Ausblick nach dem Abschlussgottesdienst in Erfurt daher beim 104. Katholikentag 2026 in Würzburg (13. bis 17. Mai). Zuvor steht vom 30. April bis 4. Mai 2025 in Hannover der nächste Evangelische Kirchentag an.

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news-20553 Sat, 01 Jun 2024 13:36:20 +0200 Bistum Essen wagt in Erfurt hoffnungsvollen Blick in die Zukunft https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bistum-essen-wagt-in-erfurt-hoffnungsvollen-blick-in-die-zukunft Am Stand des Bistums Essen auf dem Erfurter Domplatz sorgt eine fiktive Zeitung aus dem Jahr 2044 für spannende Gespräche. Drumherum gibt es auf dem Katholikentag viele Diskussionen über gesellschaftliche und kirchliche Themen, jede Menge Kultur und Gottesdienste für jeden Geschmack und jeden Bedarf. Zwischen Thüringer Rostbratwurst und Gurken aus dem Spreewald ist jede Menge Platz für Zukunft. Für vier Tage ist auf dem großen Marktplatz zu Füßen des Erfurter Doms die zentrale Zeltstadt des Katholikentags entstanden. Von Caritas und Adveniat über die Militärseelsorge und die katholischen Jugendverbände bis zu den 27 deutschen Bistümern präsentiert sich hier ein bunter Querschnitt der katholischen Kirche in Deutschland. An vielen Ständen dreht sich das Programm um Zukunft, dafür hätte es das Motto des Katholikentags – „Zukunft hat der Mensch des Friedens“ – wohl kaum gebraucht. Vielerorts ist die Kirche in Bewegung: Neue Angebote, neue Strukturen und ständig neue Herausforderungen. Kaum jemand schaut auf dem Erfurter Katholikentag jedoch so weit nach vorn wie das Bistum Essen: „Donnerstag, 16. Juni 2044“ steht als Datum auf den Zeitungen, die das Team den Gästen des Bistums-Stands in die Hände drückt und die im Titel „Deutschlands gute Nachrichten“ verspricht.

Eine Trinkhalle – die Ruhrpott-typische „Bude“ – ist das Herzstück des Essener Bistums-Stands. Dort gibt es die „gemischte Tüte“ mit Süßigkeiten, eine Tasse Kaffee – und die Zeitung aus der Zukunft. Dieses Kombination komme an, sagt Andrea Hollinderbäumer, die als Geschäftsführerin des Diözesanrats der katholischen Frauen und Männer im Bistum Essen die Essener Präsenz auf dem Katholikentag organisiert. „Die meisten verbinden etwas mit einer ,Bude‘“, sagt sie, den anderen erkläre man diese Besonderheit der Ruhrgebiets-Kultur. Und über die Zeitung ergäben sich jede Menge spannende Gespräche – sei es über politische und gesellschaftliche Themen wie die Titelgeschichte über die „erste queere Bundeskanzlerin“ oder eher kirchliche Aspekte wie die boomenden Segensfeiern, über die die Zeitung ebenfalls berichtet. Manche Gäste ziehen nach zwei Minuten weiter, andere nehmen Platz und führen lange Gespräche mit den haupt- und ehrenamtlichen Mitgliedern des Bistums-Teams. Dann geht es meist schnell nicht mehr nur um die ferne Zukunft, sondern auch um die Gegenwart, die für die „Guten Nachrichten“ 2044 die richtigen Voraussetzungen schaffen soll. Zum Beispiel mit den vor wenigen Jahren im Ruhrbistum gestarteten Segensfeiern oder mit dem Programm „Christlich leben. Mittendrin.“, das nach und nach alle katholischen Organisationen und Einrichtungen in den Städten und Kreisen des Ruhrbistums stärker miteinander vernetzen will. „Ich weiß noch, wie erschrocken wir über die Ergebnisse der Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung 2023 waren“, zitiert die fiktive Zukunfts-Zeitung einen Menschen, der sich auch 20 Jahre zuvor schon in der Kirche engagiert hat. „Da war klar, dass sich die Kirche dramatisch verändern würde. Jetzt, 2044, ist sie ganz anders. Aber auch richtig gut.“ Das würden in 20 Jahren wohl viele Gäste des Essener Katholikentagstands gern sagen.

Krieg und Friede in der Diskussion

Genauso, wie wohl niemand etwas gegen die Überschrift „Weltgemeinschaft 2044 weiter auf Friedenskurs“ hätte, die die Zeitung ebenfalls verkündet. Dass sich der Katholikentag in Erfurt nicht nur um Zukunft, sondern auch um Frieden dreht, liegt angesichts der dramatischen Auseinandersetzungen in der Ukraine, im Gaza-Streifen und in vielen anderen Weltregionen auf der Hand. Dass Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ausgerechnet auf dem friedensbewegten Katholikentag eine Ausweitung der Nutzung deutscher Waffen in der Ukraine verkündet, gehört dabei zu den neuen Realitäten in Deutschland, an die sich auch viele Katholikentags-Teilnehmende noch gewöhnen müssen. Ob man mit mehr Waffen tatsächlich mehr Frieden schaffen kann, gehört zu den vielen umstrittenen Fragen, die in Erfurter Kirchen, Theatern und Veranstaltungssälen auf den großen Diskussions-Podien des Katholikentags thematisiert werden. Ergänzend dazu stehen da Klimaschutz und Queer-Seelsorge auf dem Programm, Künstliche Intelligenz und Missbrauchsaufarbeitung, Armutsbekämpfung, Geschlechtergerechtigkeit oder die Frage, wie liberale und konservative Katholikinnen und Katholiken konstruktiv miteinander diskutieren können. Der Erfurter Katholikentag mag deutlich kleiner sein als seine Vorgänger in Stuttgart (2022) Münster (2018) – thematisch vielfältig ist er nach wie vor. Und prominent besetzt: Die Veranstaltung mit dem Bundeskanzler ist lange vor Beginn ebenso ausgebucht wie die mit Wirtschaftsminister Robert Habeck oder Außenministerin Annalena Baerbock. Der Moderator und Kabarettist Eckart von Hirschhausen hat ebenso volles Haus wie Bischöfe, Kunstschaffende oder namhafte Menschen aus der Wissenschaft.

Viele Gespräche und Begegnungen

Daneben sind es vor allem die Begegnungen zwischen den Veranstaltungen, die den Katholikentag für viele Teilnehmenden wertvoll machen. Dazu gehören auch Gespräche mit Kirchen-Leitenden, die den Gästen des Katholikentags oft einfach über den Weg laufen: So kommt der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck zwischen den Bistums-Zelten nur im Schneckentempo voran, schüttelt hunderte Hände, diskutiert hier, wird dort gegrüßt. Generalvikar Klaus Pfeffer ist täglich am Bistums-Stand präsent, und auch Weihbischof Ludger Schepers ist in Erfurt ein gefragter Gesprächspartner.

Neben Diskussion und Begegnung ist der Katholikentag für viele Teilnehmende zudem ein großes Glaubensfest: Mit Kerzen in den Händen stehen allabendlich Hunderte auf dem Domplatz, um vor dem beleuchteten Dom den Abendsegen zu empfangen. Und zwischen Bibelarbeiten, Andachten, Gebete mit besonderen musikalischen Akzenten und großen Freiluft-Messen mit tausenden Gläubigen ist das geistliche Katholikentags-Programm genauso vielfältig wie das der Diskussions-Podien.

Und der Blick in die Zukunft? Die Zeitung am Essener Bistums-Stand schreibt nichts über ein großes Treffen von Christinnen und Christen, das im Jahr 2044 immer noch in der Tradition der 1848 gestarteten Katholikentage steht. In Erfurt lädt das Zentralkomitee der Katholiken erst einmal zum 104. Deutschen Katholikentag ein, der in zwei Jahren in Würzburg sein wird. Wie es danach weitergeht – und wann es womöglich einen nächsten Ökumenischen Kirchentag gibt – bleibt vorerst offen.

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news-20552 Thu, 30 May 2024 19:44:10 +0200 Overbeck: „Wir brauchen einen neuen Freiheitsbegriff“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/overbeck-wir-brauchen-einen-neuen-freiheitsbegriff In der Diskussion um eine mögliche Neuregelung der Suizidassistenz hat sich Bischof Overbeck auf dem Katholikentag in Erfurt für eine stärkere Suizidprävention und eine intensive Grundsatzdiskussion über den Begriff der Freiheit ausgesprochen. Nach Ansicht des Essener Bischofs Franz-Josef Overbeck kann ein Mensch die eigene Freiheit in besonders existenziellen Fragen, gerade am Anfang und am Ende des Lebens, nicht nur selbst bestimmen. „Mit Blick auf die Verteidigung der Würde des Menschen brauchen wir einen neuen Freiheitsbegriff“, forderte Overbeck am Donnerstag auf dem Erfurter Katholikentag bei einer Diskussion zu einer möglichen Neuregelung der Suizidassistenz in Deutschland. Die Basis hierfür sei „der Mensch als Person, der auf Freiheit aufgebaut ist“. Doch diese Freiheit sei wesentlich auch eine Gabe. „Freiheit kann ich nicht nur aus mir selbst heraus herstellen”, so Overbeck. Vielmehr stehe die eigene Freiheit immer auch in Beziehung zu anderen Menschen, dies sei in existenziellen Fragen besonders relevant.

Ausgangspunkt der Diskussion war das Bundesverfassungsgericht, das im Februar 2020 das bis dahin geltende Verbot der „geschäftsmäßigen Sterbehilfe“ gekippt hatte, weil das allgemeine Persönlichkeitsrecht auch ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben umfasse. Seitdem ist die rechtliche Lage rund um Suizidassistenz – also die Unterstützung von Sterbewilligen zum Beispiel durch das Bereitstellen tödlicher Medikamente, die diese dann selbst einnehmen müssen – durch den Gesetzgeber nicht näher geregelt worden.

Suizidprävention stärken und sehr grundsätzlich über Neuregelungen nachdenken

Der Bischof regte an, einerseits die Suizidprävention deutlich zu stärken und andererseits sehr grundsätzlich über mögliche gesetzliche Neuregelungen nachzudenken. „Ich finde es bedeutsam, hier sehr prinzipiell vorzugehen“, hob der Bischof hervor und warnte, sich bei derart prinzipiellen Fragen von „scheinbaren Mehrheiten“ leiten zu lassen. Stattdessen gehe es darum „das Grundgesetz noch einmal intensiv zu reflektieren“.

Vielen, die über einen Suizid nachdenken, gehe es vor allem auch um soziale Fragen, so Overbeck. „Viele wollen ihren Angehörigen nicht mehr zur Last fallen oder sind – wie so viele Menschen – allein. Hier brauchen wir neue Vernetzungsstrukturen, damit nicht nur Menschen vor einem möglichen Suizid, sondern auch bei Formen schwerer Krankheit, neue Formen von Solidarität erleben.“ Derart konkrete Überlegungen haben für den Bischof unmittelbar mit den ethischen Grundsatz-Diskussionen zu tun: „Wenn wir Strukturen schaffen, in denen Menschen wieder mehr zusammenleben können, wird es auch einen anderen Umgang mit dem Freiheitsbegriff geben, als ihn das Bundesverfassungsgericht verwendet hat.“

Jährlich etwa 10.000 Suizide in Deutschland

Wie relevant das Thema ist, machte die Dresdener Psychiaterin und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention deutlich. Jährlich würden rund 10.000 Menschen in Deutschland durch einen Suizid sterben – zudem gebe es zwischen 100.000 und 200.000 versuchte Suizide. Sie warb für eine deutliche – auch finanzielle – Verstärkung der Suizidprävention, weil diese sehr wirksam sei. Dies gelte für Zäune an Brücken und auf Hochhäusern genauso wie das mitfühlende Gespräch durch Angehörige oder Pflegekräfte. „Die meisten Menschen mit einer Suizid-Absicht kündigen diese in irgendeiner Form an“, erläuterte Lewitzka und empfahl: „Wenn ein Mensch etwas in diese Richtung äußert – zum Beispiel ,Das macht alles keinen Sinn mehr‘ – dann fragen Sie nach!“ Durch eine solche Frage würde ein möglicher Suizidwunsch weder geweckt noch verstärkt.

Zusammen mit den anderen Podiumsgästen warnte sie entschieden vor einer Normalisierung von Suizidassistenz. Beispiele aus Ländern wie Belgien, Kanada oder den Niederlanden zeigten, wie schnell aus Suizidassistenz eine Tötung auf Verlangen werde – also das aktive Töten zum Beispiel durch Ärzte oder Pflegekräfte.

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news-20551 Thu, 30 May 2024 14:50:51 +0200 Bischof Overbeck betont an Fronleichnam Bedeutung von Frieden und Beziehung https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-betont-an-fronleichnam-bedeutung-von-frieden-und-beziehung Im Fronleichnams-Gottesdienst auf dem Essener Burgplatz hat Bischof Overbeck über die innige Beziehung der Christinnen und Christen zu Gott und das Engagement für Frieden gesprochen, das ebenfalls auf Beziehungen beruht. Hunderte Gläubige haben am Donnerstag, 30. Mai 2024, auf dem Essener Burgplatz gemeinsam mit Bischof Franz-Josef Overbeck den Fronleichnams-Gottesdienst gefeiert. Anschließend zog die traditionelle Stadtprozession singend und betend durch die Straßen der Essener City.

In seiner Predigt beschrieb der Bischof das Fronleichnamsfest als Zeichen für die innige Beziehung jeder Christin und jedes Christen mit Jesus und Gott, seinem Vater. „Wir sind Zeuginnen und Zeugen dieser dauerhaften und durch Hingabe und Beziehung bestimmten Begegnung zwischen Gott und Mensch, zwischen Christus und Gott, dem Vater, zwischen jedem von uns und Gott selbst“, rief er den Gläubigen auf dem Burgplatz zu. Christsein sei „nicht von Beliebigkeiten geprägt, sondern ein das ganze Leben bestimmendes Bekenntnis zum Handeln Gottes in Jesus Christus“.

„Frieden ist immer wieder ein Prozess von Beziehungen"

Overbeck schlug den Bogen vom Fronleichnamsfest zum Katholikentag in Erfurt, der seit Mittwochabend unter dem Motto „Zukunft hat der Mensch des Friedens“ steht. Frieden sei „nicht einfach nur ein Zustand, sondern immer wieder ein Prozess von Beziehungen, der vom Guten zum Besseren, vom Dunkleren zum Licht, von den Versuchungen hin zur Hoffnung auf Vollendung hinführt“, sagte der Bischof und betonte: „Für uns Christen gilt dies noch einmal zugespitzt. Zukunft haben wir als Frauen und Männer des Friedens, weil wir Frauen und Männer in Beziehung zum lebendigen Gott durch Jesus Christus sind.“

Begleitet von Messdienerinnen und Messdienern zogen die Gläubigen nach der Messe durch die Essener Innenstadt. Weil Bischof Overbeck bereits am Nachmittag auf einem Katholikentags-Podium in Erfurt erwartet wurde, trug Weihbischof Wilhelm Zimmermann – im Wechsel mit anderen Seelsorgern – die Monstranz mit einer geweihten Hostie durch die Straßen. Diese ist nach katholischem Verständnis der gewandelte Leib Jesu und damit ein sichtbares Zeichen für die bleibende Präsenz Jesu Christi.

Zugleich ist die Stadtprozession ein Zeichen für die große Vielfalt der katholischen Kirche: Neben zahlreichen Mitgliedern aus den Gemeinden anderer Muttersprache begleiteten Abordnungen der Eucharistischen Ehrengarden und verschiedene katholische Verbände mit ihren Fahnen die Prozession. Musikalisch wurde die Feier von den Chören am Essener Dom und einem Bläserensemble gestaltet.

Die Predigt von Bischof Overbeck im Wortlaut (pdf)

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news-20550 Wed, 29 May 2024 20:05:38 +0200 Erfurter Katholikentag startet mit vielen Ökumene-Akzenten https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/erfurter-katholikentag-startet-mit-vielen-oekumene-akzenten Bei der Eröffnung dankt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Christinnen und Christen für ihr gesellschaftliches Engagement, stellt den Kirchen angesichts des großen Vertrauensverlusts aber auch kritische Fragen nach dem richtigen Angebot. Der Katholikentag erwartet bis Sonntag rund 20.000 Gäste. Das Bistum Essen ist mit einem Stand auf der Bistumsmeile am Erfurter Dom vertreten. Der Erfurter Domplatz ist gut gefüllt, als Christoph Kießig, Sänger der Berliner Band „Patchwork“, am Mittwochabend die Gäste des „ersten ökumenischen Katholikentags“ begrüßt. Ein launiger Hinweis darauf, dass das Treffen der katholischen Laiinnen und Laien in Erfurt zwar vor der eindrucksvollen Kulisse eines stattlichen Doms und seiner mindestens ebenso prominenten Stufen eröffnet wird, Katholikinnen und Katholiken in der Landeshauptstadt Thüringens aber nur eine kleine Minderheit sind.

Deshalb hat auch der gastgebende Bischof Ulrich Neymeyr überhaupt nichts gegen den „ökumenischen Katholikentag“, sondern betont gleich zu Beginn: „Ohne die Hilfe der evangelischen Christen wäre das hier für uns als kleines Bistum gar nicht möglich gewesen!“ Sein evangelischer Amtsbruder Landesbischof Friedrich Kramer ergänzt: „Ökumene ist der Normalzustand für uns“. Beide betonen jedoch auch, dass es bei dem noch bis Sonntag laufenden Katholikentag mit seinen rund 20.000 erwarteten Teilnehmenden nicht nur um das Gespräch zwischen Christinnen und Christen gehen soll, sondern auch um den Dialog mit den vielen nicht getauften Menschen in Erfurt. Da gebe es schließlich auch viele „Menschen des Friedens“, spielt Sabine-Maria Muchta, die stellvertretende Vorsitzende des Katholikenrats im Bistum Erfurt auf das Motto des 103. Deutschen Katholikentags an: „Zukunft hat der Mensch des Friedens“.

Wahrscheinlich hätte es dieses prägnante Motto aus dem biblischen Psalm 37 gar nicht gebraucht, um den Katholikentag in Zeiten von Ukraine-, Palästina- und anderen Kriegen zu einem Ort zu machen, an dem die Suche nach Frieden im Fokus steht. Zahlreiche Diskussionen, aber auch Gebete und Kultur-Veranstaltungen werden sich in den kommenden Tagen um die Frage drehen, wie es den Menschen denn gelingen kann, friedlich zusammenzuleben. „Christinnen und Christen glauben daran, dass sie am Frieden arbeiten und dass sie die Demokratie mit Leben füllen können“, sagt Irme Stetter-Karp, die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, das den Katholikentag ausrichtet. Und sie markiert damit in ihrer Ansprache gleich das zweite große gesellschaftspolitische Thema des Katholikentags in Erfurt – gerade nach der Kommunal- und vor der Landtagswahl in Thüringen: Die Sorge um die Demokratie und das Miteinander in Deutschland.

Bundespräsident kommt nach drei Tagen Staatsbesuch persönlich nach Erfurt

Darauf kommt auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ziemlich rasch zu sprechen, der es sich nach drei Tagen französischem Staatsbesuch nicht nehmen lässt, persönlich zur Katholikentags-Eröffnung zu kommen. „Engagierte Christen stellen sich aus ihrem Glauben heraus sehr entschieden gegen Extremisten und Feinde der Demokratie“, würdigt Steinmeier das politische Wirken vieler Gläubigen. Und er verweist er auf die „politisch sehr entschiedene Erklärung der deutschen Bischöfe“ gegen Rechtsextremismus und völkischen Nationalismus.

Aber der Bundespräsident bleibt nicht nur bei der Politik: „Der vielfältige Dienst von Christen gehört zu dem, was unsere Gesellschaft zusammenhält.“ Insbesondere der caritative Dienst von Christinnen und Christen, die Sorge um Arme und deren Teilhabe seien „ein Glück für unsere ganze Gesellschaft!“ Gerade vor diesem Hintergrund könne man indes nur bedauern, dass die Kirchen aktuell „einen solchen Vertrauensverlust erleiden“, sagt der Bundespräsident und evangelische Christ, bevor er – wie die beiden Bischöfe – den Blick auf die vielen Menschen in Deutschland lenkt, die den Themen der Kirchen „dem Religiösen und dem, was über das Leben hinausweist“ gleichgültig gegenüberstehen. Steinmeier fragt: „Geben die Kirchen hier zu wenig Anstoß? Ist ihre Botschaft zu leise, zu blass, zu wenig profiliert?" Und fänden die „ernsthaft Suchenden überzeugende Antworten, finden sie geistliche Kompetenz, finden sie empathische Begleitung in unseren Gruppen, Gemeinden und Initiativen?"

Von der Welt-Politik bis zur Situation der Kirchen

Die Katholikentags-Eröffnung spannt den Bogen von der großen Welt- und nationalen Politik zur Situation der Kirchen und zeigt damit das Themenspektrum auf, das die Teilnehmenden bis Sonntag beschäftigen wird. Das Ruhrbistum ist dann mit einem Stand auf der Bistumsmeile, direkt am Domplatz vertreten und bringt neben Ruhrgebiets-Kultur (einer „Bude“) kirchliche Nachrichten aus der Zukunft nach Erfurt. Bischof Franz-Josef Overbeck, Generalvikar Klaus Pfeffer und weitere Bistums-Vertreterinnen und -Vertreter sind als Podiums- und Gottesdienst-Gäste auf dem Katholikentag – und um zwischen und nach den vielen offiziellen Programmpunkten zahlreiche Gespräche zu führen. Denn neben großen Diskussionen und Messfeiern ist der Katholikentag vor allem ein katholisches Netzwerk-Treffen.

„Ich wünsche Ihnen und uns allen einen Katholikentag der Ermutigung“, hat Bundespräsident Steinmeier den Menschen auf dem Domplatz am Ende seiner Ansprache zugerufen. Den anschließenden kräftigen Applaus dürfte Steinmeier als Ausdruck dafür veerstehen, wie sehr er den Katholikentags-Gästen mit diesem Wunsch aus der Seele gesprochen hat.

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news-20549 Wed, 29 May 2024 17:22:24 +0200 Trauer um den verstorbenen Priester und Religionspädagogen Günter Lange https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/trauer-um-den-verstorbenen-priester-und-religionspaedagogen-guenter-lange Der aus Ostwestfalen stammende Lange hat über 50 Jahre in Duisburg gelebt und als Seelsorger gewirkt. Als Professor hatte er den Lehrstuhl für Religionspädagogik und Katechetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Bochumer Ruhr-Universität inne. Am vergangenen Donnerstag ist Lange im Alter von 92 Jahren verstorben. Das Bistum Essen trauert um den Priester und Religionspädagogik-Professor Günter Lange, der am vergangenen Donnerstag, 23. Mai, im Alter von 92 Jahren verstorben ist.

Der am 5. Februar 1932 im ostwestfälischen Borgentreich geborene und 1959 in Paderborn zum Priester geweihte Lange gilt als Begründer der Bild-Didatik in der Glaubensweitergabe. Nachdem er 1968 und 1969 zunächst in Paderborn an der Pädagogischen Hochschule Westfalen-Lippe lehrte, verlegte er seine Tätigkeit in Forschung und Lehre ins Bistum Essen. 1969 wurde er Professor für Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Ruhr in Duisburg. 1983 übernahm er den Lehrstuhl für Religionspädagogik und Katechetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Bochumer Ruhr-Universität, den er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1997 innehatte.

Von 1981 bis 1996 war Lange Schriftleiter der Zeitschrift Katechetische Blätter. Gleichzeitig engagierte er sich über viele Jahre im Vorstand des Deutschen Katechetenvereins. Zudem war er fast 65 Jahre Priester, davon 55 Jahre im Bistum Essen. Über 50 Jahre lang hat er im Hagenshof in Duisburg-Meiderich gewohnt. Solange er konnte, war er in der dortigen Pfarrei St. Michael seelsorglich tätig.

„Günter Lange hat sich um die Vermittlung theologischer Inhalte nachhaltig verdient gemacht“, würdigte der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck den Verstorbenen. „Viele Priester, Seelsorgende und Lehrende hat er durch seine Arbeit für die Glaubensvermittlung und Katechese ausgerüstet.“ Als Bischof wisse er sich dem Verstorbenen „in besondere Weise verbunden und danke ihm herzlich für seinen engagierten Dienst in unserem Bistum“.

Das Requiem für Günter Lange wird am Samstag, 1. Juni, um 10.30 Uhr in der Kirche St. Johannes Baptist in Warburg, Kirchplatz 1, gefeiert. Im Anschluss erfolgt die Beisetzung auf dem Warburger Burgfriedhof, An der Burg. Die Duisburger Pfarrei St. Michael feiert am Mittwoch, 5. Juni, um 17.30 Uhr in der Kirche Christus – Unser Friede, Wiesbadener Str. 107, ein Seelenamt für den Verstorbenen.

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news-20548 Wed, 29 May 2024 13:31:01 +0200 Gottesdienste, Pilgerwege und Public Viewing: Anpfiff für EM-Aktionen im Bistum Essen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/gottesdienste-pilgerwege-und-public-viewing-anpfiff-fuer-em-aktionen-im-bistum-essen Die Fußball-EM in Deutschland begleiten Kirchengemeinden und andere Einrichtung im Bistum Essen mit zahlreichen Aktionen. Ein besonderer Fokus liegt dabei im EM-Spielort Gelsenkirchen auf der „Offenen Kirche Schalke“, die als Fan-Treffpunkt jeweils vor den Partien in der Schalke-Arena und zu den Deutschland-Spielen öffnet und zum „Public Viewing“ einlädt. Am Sonntag, 9. Juni, feiert Generalvikar Klaus Pfeffer einen Freiluft-Gottesdienst zum EM-Start in der Schalker Glückauf-Kampfbahn. Wenn ab Mitte Juni vier Wochen lang die europäische Fußballwelt in Deutschland zu Gast ist, begleiten auch viele Kirchengemeinden die Europameisterschaft mit besonderen Gottesdiensten, laden zum „Public Viewing“ in den Pfarrsaal, zu Diskussionsrunden und zu weiteren Gemeindeaktionen rund um den Fußball.

Vor allem am einzigen EM-Spielort im Bistum Essen – der Arena in Gelsenkirchen-Schalke – gibt es zahlreiche Angebote. So startet das Bistum bereits eine Woche vor dem Turnier mit einem Freiluft-Gottesdienst in der benachbarten Glückauf-Kampfbahn in die EM-Saison. Klaus Pfeffer, Generalvikar des Bistums und begeisterter Fußball-Fan, leitet den Gottesdienst, zu dem Gläubige jeder Konfession und aus allen Fußball-Fanlagern eingeladen sind. Die Feier im Stadion an der Kurt-Schumacher- / Ecke Caubstraße beginnt am Sonntag, 9. Juni, um 17 Uhr.

„Offene Kirche Schalke“ lädt vor Spielen in der Arena und Deutschland-Partien ein

Die „Fußball-Kirche“ des Bistums Essen, St. Joseph in Gelsenkirchen-Schalke, öffnet zu allen EM-Spielen in der Schalke-Arena und zu allen Deutschland-Spielen ihre Türen. Vor dem Anstoß können Fans dort eine Kerze anzünden, das vermutlich weltweit einzige Kirchenfenster mit dem fußballspielenden Hl. Aloisius von Gonzaga anschauen und sich mit dem fußballverrückten Seelsorge-Team und anderen Gleichgesinnten in ruhiger Atmosphäre auf das Spiel einstimmen. Anders als bei den Schalke-Heimspielen in der Bundesligasaison, bei denen die „Offene Kirche Schalke“ sonst für die Fans öffnet, gibt’s bei der EM auch die Spiele selbst in der Kirche zu sehen: Alle EM-Begegnungen auf Schalke und alle Deutschlandspiele (zumindest der Vorrunde) gibt’s als „Public Viewing“ live auf einer großen Leinwand in der Kirche. So sieht der zunächst für die ersten zwei Turnierwochen geplante Spielplan mit den jeweiligen Öffnungszeiten der „Offenen Kirche Schalke“ an der Kurt-Schumacher- / Ecke Grillostraße aus:

  • Fr, 14. Juni, ab 18 Uhr, Deutschland – Schottland (Anstoß 21 Uhr)
  • So, 16. Juni, ab 14 Uhr, Serbien – England (Anstoß 21 Uhr)
  • Mi, 19. Juni, ab 16 Uhr, Deutschland – Ungarn (Anstoß 18 Uhr)
  • Do, 20. Juni, ab 14 Uhr, Spanien – Italien (Anstoß 21 Uhr)
  • So, 23. Juni, ab 18 Uhr, Deutschland – Schweiz (Anstoß 21 Uhr)
  • Mi, 26. Juni, ab 14 Uhr, Georgien – Portugal (Anstoß 21 Uhr)
  • So, 30. Juni, ab 11 Uhr, Achtelfinale: 1. Gruppe C – 3. Gruppe D/E/F
    (Anstoß 18 Uhr)

Pilgerweg rund um die Arena auf Schalke

An der „Fußball-Kirche“ St. Joseph vorbei führt einer der Pilgerwege des Bistums Essen. Die „Extratour 04“ verbindet dabei viele Fußball- und Glaubensthemen. Wer diesen Weg nicht allein laufen möchte, den lädt das Schalker Seelsorge-Team am 9. Juni zu einer gemeinsamen Pilgertour von der Kirche St. Joseph über die Schalker Meile, den Schalker Fan-Friedhof, vorbei an der Arena und dem Schloss Berge bis zur Sieben-Schmerzen-Kapelle ein. Treffpunkt ist um 11 Uhr an der Kirche St. Joseph, das Programm endet um 16 Uhr – also rechtzeitig, um noch zum EM-Gottesdienst in die Glückauf-Kampfbahn zu kommen. Eine kürzere Tour steht zudem am Freitag, 21. Juni, ab 17 Uhr beim Feierabendpilgern auf dem Programm – Treffpunkt ist auch hier die Kirche St. Joseph.

An Menschen zwischen 18 und 35 Jahren richtet sich der Gelsenkirchener Gottesdienst zum EM-Abschluss am Sonntag, 14 Juli. Um 15.30 Uhr treffen sich die Teilnehmenden vor dem Hauptportal von Schloss Berge (Adenauerallee 103) und laufen von dort auf dem Pilgerweg „Extratour 04“ Richtung Schalke und Gelsenkirchen Innenstadt - unterwegs feiern sie Gottesdienst. Bis 19.30 Uhr will die Pilgergruppe „GleisX“ erreichen, die Kirche für junge Menschen in der Gelsenkirchener Neustadt. Dort gibt es ein gemeinsames Abendessen – und danach das EM-Finale.

EM-Aktionen in anderen Bistums-Städten

In anderen Städten des Bistums Essen gibt es zum Beispiel diese Aktionen zur Fußball-EM:

  • Sonntag, 2. Juni, 11 Uhr, Familienmesse zum Thema „Fair-Play“, St. Matthäus Altena (Lindenstr. 41).
  • Montag, 3. Juni, 19 Uhr, ökumenische Diskussionsrunde zum Thema: „Kirche und Fußball“ mit Pastor Georg Rücker, langjähriger katholischer Seelsorger in der Schalke-Arena, Gemeindehaus der ev. Trinitatisgemeinde Mark in Nachrodt-Wiblingwerde (Kirchstr. 1).
  • Sonntag, 16. Juni, 18 Uhr, Gottesdienst zum Start der Fußball EM in der Mülheimer Kirche Christ König (Freiherr-vom-Stein Str. 50), anschließend Fußball, Kicker und Snacks.

Sonntag, 23. Juni, 10 Uhr, Familiengottesdienst zum Thema Fußball in der Bottroper Kinderkirche „Kikeriki (Förenkamp 27).

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news-20547 Tue, 28 May 2024 14:40:41 +0200 „Füreinander“: Caritas bittet um Spenden für die Sommersammlung https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/fuereinander-caritas-bittet-um-spenden-fuer-die-sommersammlung Ehrenamtliche Mitarbeitende der Pfarrcaritas-Gruppen bitten bei Hausbesuchen oder Kollekten an den Kirchtüren um Unterstützung für die soziale Arbeit in den Stadt- und Ortsteilen des Ruhrbistums. Caritas und Diakonie sammeln gemeinsam. Unter dem Motto „Füreinander“ starten Caritas und Diakonie in NRW vom 1. bis 22. Juni 2024 die diesjährige Sommersammlung. In vielen Pfarreien des Ruhrbistums gehen Ehrenamtliche der Pfarrcaritas wieder von Haus zu Haus, um Spenden zu sammeln. Zudem liegen Überweisungsträger in den Kirchen aus und in manchen Gemeinden finden Türkollekten statt.

„Füreinander – das ist genau das, was in unseren Kitas, Altenheimen, Werkstätten und Wohneinrichtungen, in unseren Beratungsstellen und ambulanten Hilfen täglich geschieht“, sagt Stefanie Siebelhoff, Direktorin des Caritasverbandes für das Bistum Essen, „besser kann man das gemeinsame Anliegen von Caritas und Diakonie nicht auf den Punkt bringen. Angesichts der Krisen, die diese Welt erschüttern, ist es gerade dieses Füreinander, das nicht nur die Menschen in den Kriegs- und Krisengebieten so sehr brauchen. Auch in unserem reichen Land gibt es Menschen, die darauf angewiesen sind: Menschen, die in Armut leben, die unter Krankheit, Einsamkeit und Überforderung leiden, Menschen auf der Flucht und Benachteiligte.“

Die Hälfte der Erträge der Sommersammlung steht jeweils der Pfarrcaritas vor Ort zur Verfügung, um damit soziale Projekte und Nothilfe im Stadtteil zu leisten. Die ehrenamtlich engagierten Frauen und Männer besuchen beispielsweise alte und kranke Menschen, bieten kostenlose Mittagstische an, geben Lebensmittel aus, betreiben Kleiderkammern und helfen Familien in Not. Die andere Hälfte der Spenden erhalten die Orts-Caritasverbände und der Diözesan-Caritasverband für ihre Hilfs- und Unterstützungsprojekte.

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news-20546 Fri, 24 May 2024 14:33:37 +0200 Gläubige im Ruhrbistum werben für die Europawahl und positionieren sich gegen Rechtsextremismus https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/glaeubige-im-ruhrbistum-werben-fuer-die-europawahl-und-positionieren-sich-gegen-rechtsextremismus Der Sorge vor einem wachsenden Rechtsradikalismus angesichts der Europawahl am 9. Juni begegnen Christinnen und Christen im Bistum Essen zusammen mit Bischof Franz-Josef Overbeck mit klaren Stellungnahmen und kreativen Aktionen. Vor der Europawahl am Sonntag, 9. Juni, positionieren sich zahlreiche Personen, Gruppen und Einrichtungen im Bistum Essen klar gegen Rechtsradikalismus und völkischen Nationalismus. Bischof Franz-Josef Overbeck erklärte: „Wir Christinnen und Christen haben die Pflicht, immer und entschieden zu widersprechen, wenn zum Beispiel menschenfeindliche oder demokratieverachtende Wertungen geäußert werden. Wenn wir das nicht tun, werden Rechtsextreme weiter die Grenzen des Sagbaren verschieben“, sagte der Bischof, der als Delegierter in der katholischen EU-Bischofskommission COMECE die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) auf dieser europäischen Ebene vertritt. Die EU sei „ein weltweit einzigartiges Friedens- und Demokratieprojekt“, dessen Werte und Prinzipien wesentlich vom Christentum geprägt seien, betonte Overbeck. Umso wichtiger sei es, sich nun bei der Wahl am 9. Juni „an Parteien mit einem pro-europäischen und weltoffenen Programm zu orientieren. Keinesfalls sollte die Europawahl für eine Protestwahl missbraucht werden – dafür ist die EU zu wichtig für unser Zusammenleben“, warnt der Bischof.

Diözesanrat bezeichnet eigene Erklärung auch als Selbstverpflichtung

Auf seiner jüngsten Vollversammlung haben in diesen Tagen auch die Delegierten des Diözesanrats im Bistum Essen beschlossen, sich gemeinsam gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus zu positionieren. Die mit großer Mehrheit beschlossene Erklärung „Wir widersprechen – weil wir glauben!“ benennt eine Nichtwählbarkeit von Parteien, „die einen völkischen Nationalismus verbreiten“. Dieser sei „mit dem christlichen Gottes- und Menschenbild unvereinbar“. Gleichzeitig macht sich der Diözesanrat für ein „menschenbejahendes Weltbild“ stark.

„Mit der Erklärung ‚Wir widersprechen – weil wir glauben!‘ greift der Diözesanrat nicht nur die eindeutige Stellungnahme ,Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar‘ der Deutschen Bischofskonferenz auf“, betonte der Diözesanratsvorsitzende Björn Krause-Franz. „Die Erklärung beinhaltet auch eine Selbstverpflichtung, dass sich die Mitglieder und Untergliederungen des Diözesanrates gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus stark machen sollen.“ „Viele Pfarrgemeinderäte, Katholikenräte und Verbände sind bereits seit Beginn des Jahres im Ruhrgebiet und märkischen Sauerland auf die Straße gegangen, um klarzumachen: Als Laiinnen und Laien im Bistum Essen wenden wir uns gemeinsam gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus“, erklärte die Diözesanratsvorsitzende Klaudia Rudersdorf. „Diese Initiativen stärkt der Diözesanrat mit der Resolution ‚Wir widersprechen – weil wir glauben!‘ demonstrativ den Rücken.“

„Kirchen am Hellweg“ werben für „Deine Stimme für Europa“

Zuletzt waren Pfarreien aus Essen und Bochum-Wattenscheid am Pfingstmontag auf die Straße gegangen, um im Anschluss an ihre Gottesdienste für die Europawahl und gegen rechtsradikale Parteien zu demonstrieren. Unter der Überschrift „Deine Stimme für Europa“ haben die katholischen Gemeinden zusammen mit den evangelischen Gemeinden im Verbund der „Kirchen am Hellweg“ und gemeinsam mit Schulen, Vereinen und anderen Partnerinnen und Partnern auf Transparenten und Tüchern ihre positive Sicht auf Europa transportiert. An der Kurt-Schumacher-Ruhrbrücke in Essen-Steele (Henglerstraße) sollen die bunten Bänder mit den Ideen für ein friedliches Europa noch bis zur Wahl am 9. Juni hängen bleiben.

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news-20545 Fri, 24 May 2024 10:18:56 +0200 Weltsynode: Katholikinnen und Katholiken in Deutschland hoffen auf Reformen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/weltsynode-katholikinnen-und-katholiken-in-deutschland-hoffen-auf-reformen Die von Papst Franziskus ausgerufene Weltsynode will das Miteinander in der katholischen Kirche verändern. Jetzt hat die Deutsche Bischofskonferenz einen Bericht mit den Erwartungen aus den deutschen Bistümern veröffentlicht. Mehrfach zitiert das Papier Positionen aus dem Bistum Essen. Bischof Overbeck, der einer der drei deutschen Bischöfe auf der Weltsynode ist, betont den Wert der Synodalität. Die Katholikinnen und Katholiken in Deutschland setzen auf Veränderungen im kirchlichen Leben. Sie seien „in großer Einmütigkeit“ davon überzeugt, „dass die Kirche einen Prozess der Reformen und der Erneuerung braucht, um ihrer Sendung gerecht zu werden“, heißt es in einem in dieser Woche von der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlichten Bericht. Das zehnseitige Dokument versteht sich als Zusammenfassung der Papiere aus den deutschen Bistümern mit Blick auf die von Papst Franziskus angestoßene Weltsynode. Auch verschiedene Aspekte aus dem Bistum Essen finden sich in dem Papier wieder.

Konkret sprechen sich die deutschen Katholikinnen und Katholiken unter anderem aus für mehr innerkirchliche Teilhabe, eine stärkere Rolle der Frauen sowie Änderungen in der kirchlichen Sexuallehre. Das deckt sich in weiten Teilen mit den Themen, die auf dem 2019 begonnenen Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland erörtert wurden. Dazu heißt es in dem Papier: „Deutlich spürbar ist, dass sowohl die Beratungen und Beschlüsse des Synodalen Wegs der Kirche in Deutschland als auch der Synodale Weg der Weltkirche in allen Ortskirchen einen Impuls ausgelöst haben.“

Ausführlicher Blick auf das Thema Synodalität

Ausführlich beleuchtet das Papier das Thema Synodalität und verweist darauf, dass in manchen Diözesen neue synodale Gremien eingerichtet werden – wie der Gemeinsame Rat in Essen. Bischof Franz-Josef Overbeck, der einer der drei deutschen Bischöfe auf der Weltsynode ist, betonte mit Blick auf das DBK-Papier: „Das Bistum Essen steht vor sehr großen Herausforderungen, deren Bewältigung auch in Zukunft weitere mutige und konsequente Schritte erfordern wird. In diesem Zusammenhang erlebe ich Synodalität als einen Hoffnungsimpuls und einen Anstoß zu einem Neuaufbruch für ein engagiertes Miteinander.“ Dieser Neuaufbruch werde nur dann gut gelingen, „wenn wir möglichst viele Gläubige miteinbeziehen und auf den verschiedenen Ebenen in die synodale Gemeinschaft einbinden." Diesen Aspekt zitiert auch das DBK-Papier aus der Stellungnahme des Bistums Essen.

Gleichzeitig hat das Ruhrbistum in seiner Stellungnahme zur Weltsynode betont, dass es bei den anstehenden Veränderungen in vielen Fällen um Strukturen gehe, die in der Vergangenheit sexualisierte Gewalt ermöglicht haben. „Unter dem Deckmantel von Religion und Glaube wurden schreckliche Verbrechen begangen“, zitiert die DBK aus der Essener Stellungnahme. Und weiter: „Wir wollen konsequent auf die Stimmen derer hören, die von Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt betroffen sind. Deshalb ist es auch unsere Pflicht, alle Strukturen zu verändern, die diese schrecklichen Verbrechen begünstigt haben.“

Zudem transportiert das DBK-Papier den Wunsch vieler deutscher Katholikinnen und Katholiken nach einer größeren Gestaltungsfreiheit der Ortskirchen. Das Papier zitiert dazu eine Einlassung aus dem Bistum Mainz: „Trotz zahlreicher im Verlauf der Synode weltweit identifizierter pastoraler Fragen wäre eine größere Entscheidungsbefugnis der jeweiligen Ortskirchen hilfreich.“

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Österreichische Bischofskonferenz ihre Zusammenfassung veröffentlicht. Demnach ist die Stimmungslage unter den Katholiken im Nachbarland ähnlich. Die Länderberichte sollen in die zweite und abschließende Vollversammlung der Bischofssynode im Oktober im Vatikan einfließen.

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news-20544 Thu, 23 May 2024 18:05:29 +0200 Ilkay Gündogan unterstützt Altfrid-Fighter-Kampagne für Amigonianer-Jugendtreff https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/ilkay-guendogan-unterstuetzt-altfrid-fighter-kampagne-fuer-amigonianer-jugendtreff Der aus Gelsenkirchen stammende DFB-Kapitän hat ein Trikot zur Verfügung gestellt, das nun auf einer Online-Plattform zugunsten der diesjährigen Kampagne der Altfrid-Fighter „Abgefahren – Rad am Ring 2024“ für den Jugendtreff der Amigonianer versteigert wird. Ilkay Gündogan, der aus Gelsenkirchen stammende Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, unterstützt das Engagement der Altfrid-Fighter zugunsten des Gelsenkirchener Jugendtreffs der Amigonianer. Noch bevor die Radsportmannschaft aus dem Bistum Essen am Samstag, 20., und Sonntag, 21. Juli beim 24-Stunden-Wohltätigkeitsrennen „Rad am Ring“ die erste Runde für die Jugendarbeit des katholischen Ordens dreht, soll durch Gündogans Engagement schon ein gewisser Sockel im Spendentopf sein. Denn der DFB-Kapitän hat ein von ihm unterschriebenes Trikot seines aktuellen Vereins FC Barcelona gestiftet, um es zur Unterstützung der Aktion zu versteigern. Seit Donnerstag, 23. Mai, läuft die Auktion auf unitedcharity.de. Bis zum 27.6. um 17.10 Uhr können Fußball-, Gündogan- oder Amigonianer-Fans über diesen Link mitsteigern: https://bistum.ruhr/guendogan.

Videogruß von Ilkay Gündogan:

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news-20543 Wed, 22 May 2024 20:33:15 +0200 Adveniat: 1200 Hilfsprojekte mit 31 Millionen Euro gefördert https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/adveniat-1200-hilfsprojekte-mit-31-millionen-euro-gefoerdert „Adveniat lebt seinen Auftrag, Brücke zwischen den Generationen, zwischen den Kontinenten und zwischen den Menschen zu sein“, betonte Bischof Franz-Josef Overbeck, der im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz auch der zuständige Bischof für das in Essen ansässige Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland ist, bei der Vorstellung der Jahresbilanz. 31 Millionen Euro für 1200 Projekte in Lateinamerika und der Karibik. Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, hat am Mittwoch, 22. Mai 2024 für das zurückliegende Geschäftsjahr Bilanz gezogen. „Adveniat lebt seinen Auftrag, Brücke zwischen den Generationen, zwischen den Kontinenten und zwischen den Menschen zu sein. Dabei steht in diesem Jahr die Option für die Jugend an erster Stelle“, sagte Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck und kündigte damit bereits das Thema der diesjährigen Adveniat-Weihnachtsaktion an. Lateinamerika sei im Vergleich zu Europa ein junger Kontinent. Das habe er zuletzt im April auf seiner Brasilien-Reise erlebt. „Es macht Mut, dass wir immer wieder vor Ort Jugendliche erleben, die sich nicht passiv ergeben und von der Aussichtslosigkeit, Gewalt und Armut mitreißen lassen, sondern sich aktiv für eine gerechte Welt einsetzen.“

Sichtlich betroffen zeigte sich Bischof Overbeck von den dramatischen Bildern und Meldungen über die verheerenden Überschwemmungen im Süden Brasiliens: „Es sind ganz besonders die Länder und Menschen des globalen Südens, die unter den Folgen des vor allem in den reichen Industrieländern verursachten Klimawandels leiden.“ Auf die aktuelle Not habe Adveniat bereits reagiert und die Betroffenen mit einer Soforthilfe in Höhe von 70.000 Euro unterstützt. Weitere Hilfe werde unbürokratisch in den nächsten Wochen bereitgestellt. „Die dauerhaften Veränderungen verlangen aber eine kontinuierliche und nachhaltige Hilfe, für die Adveniat seit mehr als sechs Jahrzehnten steht“, erklärte Overbeck. Und diese treffe in Lateinamerika auf fruchtbaren Boden, so der Adveniat-Bischof. Auf seiner Brasilienreise habe er zum wiederholten Male den Subkontinent als ein Laboratorium des Wandels erlebt: „Lateinamerika stellt sich den Herausforderungen und den Zeichen unserer Zeit.“ Das gelte für die ökologische Frage ebenso wie für die kirchliche. Die lateinamerikanische Kirche habe es bereits mit einer kirchlichen Versammlung vorgemacht, dass die wesentlichen Zukunftsfragen von allen Teilen der Kirche zu beraten und zu entscheiden sind – und nicht mehr nur von den Bischöfen. „Von daher sind wir in Deutschland mit dem Synodalen Weg Teil eines gemeinsamen weltkirchlichen Aufbruchs, in dessen Mittelpunkt gerade auch die kommenden Generationen stehen müssen. Denn es geht dabei um die Grundfrage: Welchen Planeten und welche Kirche hinterlassen wir den nachfolgenden Generationen?“, betonte Overbeck.

Adveniat engagiert sich im kolumbianischen Friedensprozess

„Wir säen in unseren Projekten Samenkörner in der Hoffnung darauf, dass trotz allem Veränderungen zum Besseren hin möglich sind“, sagte Pater Martin Maier. Als Adveniat-Hauptgeschäftsführer und im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz biete er deshalb auch Unterstützung beim Friedensprozess zwischen Regierung und der ELN, der zweitgrößten Guerilla-Gruppe in Kolumbien an. Auf Einladung des Erzbischofs von Bogotá, Kardinal Luis José Rueda, habe er kürzlich als Beobachter an Friedensgesprächen teilgenommen. „Auch das Auswärtige Amt in Berlin und die deutsche Botschaft in Bogotá schätzen die Rolle der Kirche in den komplizierten Verhandlungsprozessen hoch ein und sind an einem kontinuierlichen Austausch sehr interessiert“ betonte Pater Maier. „Mehr als 60 Jahre Gewalt und Krieg, Millionen von Vertriebenen und weit über 200.000 Tote sind zu viel! Das derzeitige Fenster der Gelegenheit für Frieden und Versöhnung in Kolumbien muss genutzt werden.“

Adveniat unterstütze dank der Solidarität der Spenderinnen und Spender in Deutschland die Kirche in Lateinamerika in ihrer ganzheitlichen Pastoral und der Sorge für das gemeinsame Haus. „Menschen sozial und politisch befähigen, das Schicksal ihrer Gemeinschaft, ihrer Region, ihres Landes selbst in die Hand zu nehmen. Menschen mit Bildungsprojekten Chancen für eine selbstbestimmte Zukunft ermöglichen. Menschen mit Lebensmitteln und Medikamenten vor Hunger, Armut und Krankheit bewahren. So versteht Adveniat seinen Auftrag, als pastorales Hilfswerk in der Kirche und in der Welt Lateinamerikas und der Karibik zu wirken“, erklärte Hauptgeschäftsführer Pater Maier.

Als konkretes Beispiel nannte Adveniat-Geschäftsführerin Tanja Himer Haiti. 4,9 Millionen Menschen und damit fast die Hälfte der Bevölkerung hungern in dem karibischen Land, das zu den ärmsten weltweit gehört. „Kriminelle bewaffnete Banden haben längst die Macht in den Straßen übernommen. Die Leidtragenden sind die Menschen, die als Unbeteiligte in Schießereien geraten oder Opfer von Massakern werden“, berichtet Himer. In dieser brandgefährlichen Situation hätten viele Hilfsorganisationen das Land inzwischen verlassen. „Als Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat nutzen wir die kirchlichen Strukturen vor Ort, um einerseits direkt die Menschen mit Nahrungsmitteln und Medikamenten zu versorgen, und andererseits Bischöfe und Priester zu unterstützen, die nach wie vor zum politischen Dialog aufrufen und auf friedliche Lösungen drängen“, so Himer. Adveniat sichere so das Überleben der Menschen, biete ihnen aber auch die Möglichkeit, sich in ihrem Dorf, in ihrer Region weiterzuentwickeln.

Spendeneinnahmen bleiben konstant, haben sich aber verschoben

„Die Spendeneinnahmen sind mit 34,9 Millionen Euro im Vergleich zu den 35,1 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres nahezu stabil geblieben. Sie haben sich jedoch deutlich verschoben“, erläuterte die Geschäftsführerin mit Blick auf das Adveniat-Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023. Dem deutlichen Plus in Höhe von 2,7 Millionen Euro bei der Weihnachtskollekte in den Gottesdiensten am 24. und 25. Dezember 2022 stehe ein Rückgang bei den direkten Einzelspenden an Adveniat von 3,5 Millionen Eurogegenüber. Da bei den Erbschaften ein Plus von einer knappen Million Euro verbucht wurde, blieben die Einnahmen stabil. Dass die Gesamterträge von über 45 auf 43 Millionen gesunken sind und sich damit wieder auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2021 befänden, erklärte Himer mit zwei Sondereffekten aus dem vergangenen Geschäftsjahr: „Damals war die Summe von Mitteln, die unsere Projektpartner aufgrund der Corona-Situation nicht verausgaben konnten, höher.“ Zudem seien 2022 insgesamt 3,6 Millionen Euro in die Bilanz eingeflossen, die aus thematischen Sonderposten der Vorjahre stammten. Es sei entschieden worden, diese Sonderposten nach und nach aufzulösen. So wurden im vergangenen Geschäftsjahr nur noch 1,4 Millionen Euro aus diesen Sonderfonds bezahlt. „Dass Adveniat im vergangenen Geschäftsjahr den Menschen in Lateinamerika und der Karibik in 1200 Projekten mit insgesamt 31 Millionen Euro beistehen konnte, ist den Spenderinnen und Spendern zu verdanken“, fasste Himer zusammen.

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news-20542 Wed, 22 May 2024 12:11:49 +0200 Katholische Gläubige feiern Fronleichnam mit Freiluftmessen und Prozessionen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/katholische-glaeubige-feiern-fronleichnam-mit-freiluftmessen-und-prozessionen Zehn Tage nach Pfingsten feiern katholische Gläubige ein Fest, das inhaltlich eine Brücke zu Gründonnerstag schlägt: Auch an Fronleichnam geht es um das letzte Abendmahl Jesu, bei dem er die Eucharistie eingeführt hat – nach katholischem Verständnis die Wandlung von Brot und Wein in seinen Leib und sein Blut. Dies feiern die Gläubigen am Donnerstag, 30. Mai, in Essen gemeinsam mit Bischof Franz-Josef Overbeck. Mit festlichen Messen unter freiem Himmel und feierlichen Prozessionen durch die Straßen feiern katholische Gläubige am Donnerstag, 30. Mai, Fronleichnam. Zehn Tage nach Pfingsten und 60 Tage nach Ostern stellen sie damit ein zweites Mal das letzte Abendmahl Jesu ins Zentrum eines Fests: Steht am Gründonnerstag in der stillen Karwoche die Gemeinschaft Jesu mit seinen Jüngerinnen und Jüngern im Fokus, trägt das Fronleichnamsfest die Freude über die Einsetzung der Eucharistie – nach katholischem Verständnis die Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Jesu – auf die Straße. Das wird vielerorts kräftig gefeiert, mit Pauken und Trompeten, mit Gesang, farbenprächtigen Dekorationen und Blumenschmuck.

Am Essener Dom feiert Bischof Franz-Josef Overbeck um 10 Uhr auf dem Burgplatz die heilige Messe zum Fronleichnamsfest, die musikalisch von den Chören am Dom sowie von einem Bläserensemble gestaltet wird. Anschließend ziehen die Gläubigen in einer Prozession – an der sich traditionell viele Katholikinnen und Katholiken aus Gemeinden anderer Muttersprache beteiligen – durch die Essener Innenstadt, bevor die Feier auf dem Burgplatz schließt. Auch andere Pfarreien in Essen und in anderen Bistumsstädten laden an Fronleichnam zu feierlichen Prozessionen ein.

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news-20541 Tue, 21 May 2024 16:34:33 +0200 Seelsorgende diskutieren über die weiteren Veränderungen im Bistum Essen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/tag-der-pastoralen-dienste Was fördert und was blockiert Veränderungen? Diese und weitere Fragen rund um Veränderungsprozesse standen am Dienstag, 21. Mai 2024, beim Tag der pastoralen Dienste auf der Agenda, zu dem sich rund 250 Seelsorgerinnen und Seelsorger aus dem Ruhrbistum in Essen getroffen haben. Neue Aufgaben für die Seelsorge, neue Strukturen für Pfarreien und andere katholische Einrichtungen, neue Leitungsmodelle in der Kirche – die zahlreichen laufenden Veränderungsprozesse im Bistum Essen standen im Fokus des Tags der pastoralen Dienste, zu dem sich am Dienstag, 21. Mai 2024, rund 250 Seelsorgende des Ruhrbistums in Essen getroffen haben. Es gehe um eine Standortbestimmung im Wandel von der Volkskirche zur Kirche im Volk, sagte Bischof Franz-Josef Overbeck in seiner Begrüßung. Das Pfingstfest – der Geburtstag der Kirche – sei „eine gute Gelegenheit, sich zu vergewissern, wofür wir als Kirche da sind“.

„Jede und jeder hat Einfluss darauf, wie wir mit Veränderungen umgehen.“

„Sie haben alle schon mehrere Veränderungsprozesse erlebt“, sprach Moderatorin Benedikte Baumann vermutlich vielen der anwesenden Priester, Diakone, Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und -referenten aus der Seele. Allein im aktuellen Prozess „Christlich leben. Mittendrin.“ würden kirchliche Strukturen völlig neu gedacht, das sei mit Sicherheit ein „ganz schön herausfordernder Weg hin zu diesem vernetzten Denken und Arbeiten“, so Baumann. Veränderungen täten weh – aber „jede und jeder von uns hat Einfluss darauf, wie wir mit Veränderungen umgehen.“

Dieser Umgang mit Veränderungen stand im Fokus des interaktiven Vortrags von André Domscheit. Der Coach und Autor präsentierte den Seelsorgenden das „Haus der Veränderung“ als Muster für Veränderungsprozesse in Organisationen, aber auch im privaten Umfeld – und als eines, das katholische Seelsorgerinnen und Seelsorger gut gebrauchen könnten: „Keine Institution, die ich kenne, ist in so intensiven Veränderungsprozessen, wie die katholische Kirche.“ Das „Haus der Veränderung“ habe verschiedene Räume: Im „Raum der Selbstzufriedenheit“ ist die Welt in Ordnung, alles fühlt sich stimmig an, es läuft. Ein Veränderungsthema lasse die Menschen dann zunächst in den „Raum der Verleugnung“ wechseln, erläuterte Domscheit das Modell. „Das ist ein psychologisches Gesetz – Nein sagen gehört zu einem Veränderungsprozess dazu.“ Entscheidend sei, ob man in der Verleugnung stecken bleibe oder über den „Raum der Verwirrung und Orientierungslosigkeit“ bestenfalls in den „Raum der Erneuerung“ finde. Domscheit präsentierte den Seelsorgenden Sätze wie „Macht ihr mal, das funktioniert eh nicht…“, „In der Theorie hört sich das gut an, aber in der Praxis…“ oder „Haben wir doch schon immer so gemacht…“, die Veränderungen blockierten, weil die Menschen in der Verleugnung stecken blieben. 

Impulse von außen können helfen, die Verleugnung zu beenden

Oft brauche es einen Impuls von außen, um einzelne Personen oder Gruppen aus dem „Verlies der Verleugnung“ herauszuholen und ihnen so einen neuen Blick oder eine neue Idee in Richtung Veränderung zu ermöglichen, so Domscheit. Es gehe darum „verborgene Schätze“ zu entdecken. Die gebe es, auch wenn die Situation noch so verfahren erscheine, ermunterte der Coach sein Auditorium. Und er schloss mit einem Bibel-Zitat aus dem Markusevangelium: „Darum sage ich euch: Alles, worum ihr betet und bittet - glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil.“ (Mk, 11,24). Dabei gehe es nicht nur darum, die Menschen mit Wissen und Kenntnissen zu überhäufen, sondern sie auch mit dem Herzen anzusprechen und auf dem Veränderungsweg mitzunehmen.

Diese Theorie konnten die Teilnehmenden am Nachmittag in zwei Workshop-Runden anhand konkreter Veränderungsthemen im Ruhrbistum anwenden. So ging es unter anderem um den Prozess „Christlich leben. Mittendrin“, bei dem sich – ausgehend von einer ersten Umsetzung in Oberhausen – nach und nach im gesamten Bistum Essen die katholischen Partnerinnen und Partner auf Ebene der Städte und Kreise stärker miteinander vernetzen werden, als dies bislang der Fall ist. Andere Veränderungsthemen waren die Neuaufstellung des Bereichs Prävention, Intervention und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt im Bistum Essen sowie der Bereich „Pastorale Dienste im Gespräch“.

Pfingsten sei für ihn eines der schönsten Feste der Kirche, „weil es so energiegeladen ist“, sagte Bischof Overbeck. Er wünschte den Seelsorgerinnen und Seelsorgern, dass diese Energie auch bei den weiteren Veränderungsschritten in den unterschiedlichen Ebenen des Bistums helfe.

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news-20540 Tue, 21 May 2024 11:53:52 +0200 Namen und Daten | 21.05.2024 https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/namen-und-daten-21052024 Domkapitular Johannes Broxtermann, Elisabeth Kämmerling, Pastor P. Jens Watteroth OMI Herr Domkapitular Johannes Broxtermann wurde entsprechend der Emeritierungsordnung des Bistums von seiner Beauftragung als vicarius paroecialis mit dem Titel Pastor der Pfarrei St. Medardus in Lüdenscheid entpflichtet und in den Ruhestand versetzt. Gleichzeitig wurde seine Ernennung als Moderierender Priester der Pfarrei St. Matthäus in Altena gemäß can. 517 §2 CIC über seinen Eintritt in den Ruhestand hinaus verlängert. Damit wurde ihm weiterhin der Vorsitz im Kirchenvorstand der Pfarrei St. Matthäus, Altena, übertragen.

Frau Elisabeth Kämmerling wurde mit Wirkung vom 1. Mai 2024 als Pastorale Mitarbeiterin mit der Gefängnisseelsorge in den Justizvollzugsanstalten in Duisburg-Hamborn und Bochum beauftragt.

Herr Pastor P. Jens Watteroth OMI wurde mit Wirkung vom 1. Mai 2024 zum Vertreter des Pfarrers der Pfarrei St. Gertrud von Brabant in Bochum-Wattenscheid ernannt. Die Dauer seines Pastoralen Auftrags in der Pfarrei St. Gertrud von Brabant gilt längstens für den Zeitraum von vier Jahren.

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news-20539 Mon, 20 May 2024 15:37:25 +0200 Katholische und evangelische Gemeinden gründen „ökumenische Wohngemeinschaft“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/katholische-und-evangelische-gemeinden-gruenden-oekumenische-wohngemeinschaft Nach dem letzten Gottesdienst in der Christi-Himmelfahrt-Kirche sind die Gläubigen der katholischen St.-Kamillus-Gemeinde am Pfingstsonntag in die benachbarte evangelische Jona-Kirche gezogen. In der „ökumenischen Jona-Kirche“ gibt es künftig sowohl katholische wie evangelische Gottesdienste. Auch das katholische und das evangelische Gemeindeleben soll immer stärker zusammenwachsen. Für Wohnungsumzüge ist das lange Pfingstwochenende ja durchaus beliebt. Im Essener Süden sind am Pfingstsonntag gleich ein paar hundert Menschen umgezogen. In einer letzten feierlichen Messe hat sich die katholische St.-Kamillus-Gemeinde im Stadtteil Fischlaken von ihrer Kirche Christi Himmelfahrt verabschiedet, um nach einem gemeinsamen Fußweg einen knappen Kilometer weiter bei der Jona-Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde Essen-Heidhausen einzuziehen. Gemeinsam wollen evangelische und katholische Christinnen und Christen dort künftig in einer „ökumenischen Wohngemeinschaft“ beten, feiern und ihr Gemeindeleben gestalten.

Konsequenterweise begrüßte Pfarrerin Carolina Baltes die katholische Gemeinde denn auch nicht mehr in der evangelischen, sondern in der „ökumenischen Jona-Kirche“: „Wir freuen uns riesig, dass Sie hier zuhause sein wollen“, rief sie den katholischen Gläubigen zu, als sich diese am Sonntagmittag nach der Abschiedsmesse in Christi-Himmelfahrt und der kleinen Prozession in der Jona-Kirche niedergelassen hatten. Wenig später wurde das „Zusammenziehen unter einem Dach“ besonders eindrücklich: Pfarrer Klaus Baltes überreichte Propst Jürgen Schmidt, Pfarrer der Pfarrei St. Ludgerus, und Petra Cruse, Leiterin der Kamillus-Gemeinde, die Schlüssel der Jona-Kirche.

„Maria zieht nächste Woche ein.“

Und damit nicht genug: In den kommenden Wochen wird der Gottesdienstraum an der Heidhauser Straße noch ein wenig umgestaltet, damit sich die neuen katholischen Mitbewohnerinnen und Mitbewohner möglichst heimisch fühlen: „Maria zieht nächste Woche ein“, kündigt Pfarrer Baltes an – samt Opferkerzenständer. Für die Reliquien des katholischen Pfarrpatrons Ludgerus wurde ebenso ein Platz ausgesucht wie für die Tauf- und Bestattungsbücher aus Christi Himmelfahrt. Selbst ein Tabernakel – ein edles Schränkchen, in dem nach einer katholischen Messe geweihte Hostien aufbewahrt werden – wird künftig in der Jona-Kirche ergänzt. Zudem machen die Gläubigen der Kamillus- und der Jona-Gemeinde die gleichen Erfahrungen wie alle, die schon einmal zusammengezogen sind: Manche Dinge hat man plötzlich doppelt: Am Sonntag standen also plötzlich zwei Osterkerzen im Altarraum. Und eine Krippe, die ebenfalls aus Christi Himmelfahrt herübergebracht werden soll, dürfte es auch in der Jona-Kirche schon geben.

Ein Geschenk der evangelischen Gemeinde hat die neuen Mitbewohnerinnen und –bewohner besonders gerührt: Künftig wird auch ein Weihwasserbecken an der Kirchentür hängen, in das katholische Gläubige beim Betreten einer Kirche einen Finger tauchen, um sich dann in Erinnerung an ihre eigene Taufe zu bekreuzigen. „Als wir hier in der Kirche geschaut haben, was wir wo platzieren können, waren es Vertreter der Jona-Gemeinde, die uns gefragt haben, ob wir nicht auch noch ein Weihwasserbecken brauchen“, betonte Schmidt, als Cruse und er die hellblaue Schale mit dem Fisch aus der Jona-Geschichte von Pfarrer Baltes überreicht bekommen.

Nicht nur Notlösung, „sondern sichtbares Zeichen der wachsenden Einheit“

So wird sich also auch für die evangelischen Christinnen und Christen künftig einiges ändern in der ihnen vertrauten Jona-Kirche, wenn diese künftig bestenfalls das geistliche Zuhause beider Gemeinden wird. Superintendentin Marion Greve betonte, dass dieses Projekt für sie nicht nur eine „Notlösung“ in Zeiten kleiner werdender Gemeinden und knapper werdender Finanzen ist, sondern vor allem „ein sichtbares Zeichen der wachsenden Einheit“. Pfarrerin Baltes betonte, das evangelische und katholische Christinnen und Christen die kirchliche Präsenz in Heidhausen und Fischlaken nur noch gemeinsam erhalten könnten – aber gemeinsam können es eben auch gelingen. Und Weihbischof Wilhelm Zimmermann, Bischofsvikar für die Ökumene im Bistum Essen, erinnerte an die erste ökumenisch genutzte Kirche in Essen, das evangelische Markushaus im Stadtteil Vogelheim. Dort würden jeweils an zwei Sonntagen im Monat evangelische, an den beiden anderen Sonntagen katholische und an möglichen fünften Sonntagen ökumenische Gottesdienste gefeiert. „Hier gehen Sie einen Schritt weiter!“, betonte Zimmermann und verwies auf die wöchentlichen Gottesdienste an jedem Sonntag – 10 Uhr evangelisch, 11.30 Uhr katholisch – und auf das Gemeindezentrum, das in Zukunft ebenfalls gemeinsam genutzt werden soll. Zudem haben im Jahreskreis viele ökumenische Feiern Tradition in Heidhausen und Fischlaken, die nun in der Jona-Kirche einen festen Platz finden.

Abschiedsmesse mit Chor und Band und vielen Besucherinnen und Besuchern

Vor dem Einzug in der Jona-Kirche haben die Katholikinnen und Katholiken eine letzte feierliche Messe in der Christi-Himmelfahrt-Kirche gefeiert: Mit Chor und Band und so vielen Menschen, dass selbst die Stehplätze knapp wurden. Hinter dem Altar hatten sie eine breite Fotowand mit unzähligen Erinnerungen an die 70-jährige Kirchengeschichte aufgehängt, die in der Woche vor Pfingsten an jedem Nachmittag geöffnet war. Ohnehin stand für die Gemeinde seit Jahren fest, dass der Kirchenstandort aufgegeben werden muss und nun vermarktet werden soll. Dennoch sei der Abschied „ein trauriger Anlass mit zahlreichen Erinnerungen und Emotionen“, hatte Gemeindeleiterin Petra Cruse zur Eröffnung des Gottesdienstes gesagt. „Vieles von dem, was jede und jeder von uns hier erlebt und erfahren hat, tritt noch einmal zu Tage.“

„Ökumenische Gemeinschaft als tragendes Netz für den christlichen Glauben“

In seiner Predigt verwies Weihbischof Zimmermann auf das Pfingstfest, das als Geburtsfest der Kirche gilt. Schon damals habe sich die junge christliche Kirche ständig weiterentwickelt. „Und wenn wir einmal genauer hinschauen, dann hat dieser Veränderungsprozess in unserer Kirche nie aufgehört.“ Er empfinde es als „ein großes Geschenk, dass in diesen Zeiten der Umbrüche, Abbrüche und Veränderungen, die ökumenische Gemeinschaft der Kirchen zu einem tragenden Netz für den christlichen Glauben in unserem Land werden kann und an verschiedenen Stellen auch schon ist“, betonte Zimmermann mit Blick auf Projekte wie die „ökumenische Wohngemeinschaft in Heidhausen und Fischlaken.

Es war „ein Gottesdienst zwischen Abschied und Aufbruch“, wie Propst Schmidt es angekündigt hatte, zwischen der Freude des Pfingstfestes, die Chor und Band mit fröhlichen Liedern zum Ausdruck brachten, der Trauer über das Ende der Christi-Himmelfahrt-Kirche und den Aussichten auf den Neubeginn in der Jona-Kirche. Wie endgültig der Abschied in dem weißen Gotteshaus am Lürsweg war, wurde am Ende der Messe deutlich, als Propst Schmidt das Ewige Licht löschte, den Tabernakel öffnete und das Ziborium – das Gefäß mit den geweihten Hostien – entnahm. Dann löschte er auch die Altarkerzen und trug das Ziborium und damit für katholische Gläubige gewissermaßen Jesus Christus selbst aus der Kirche hinaus. Dabei zog er gemeinsam mit vielen Gläubigen an den Türgriffen vorbei, die ein Künstler beim Bau von Christi Himmelfahrt mit der Jona-Geschichte verziert hatte. „Vielleicht ein prophetischer Hinweis aus der Vergangenheit“, mutmaßte der Propst – und allemal ein passender Wegweiser in die „ökumenische Wohngemeinschaft“ der Jona-Kirche.

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news-20538 Mon, 20 May 2024 13:59:38 +0200 Weihbischof Schepers spendet 15 Erwachsenen im Essener Dom die Firmung https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/weihbischof-schepers-spendet-15-erwachsenen-im-essener-dom-die-firmung Traditionell an Pfingstmontag erhalten im Bistum Essen Männer und Frauen das Sakrament der Firmung, die nicht schon als Jugendliche gefirmt worden sind. In diesem Jahr sind die neu Gefirmten zwischen 17 und 66 Jahre alte und kommen aus Duisburg, Oberhausen, Mülheim, Essen, Gelsenkirchen und Bochum. 15 Männern und Frauen hat Weihbischof Ludger Schepers am Pfingstmontag im Essener Dom das Sakrament der Firmung gespendet. Werden katholische Jugendliche in der Regel im Alter von 16 Jahren gefirmt, bietet das Bistum Essen traditionell am Pfingstmontag auch eine Firmung für Erwachsene an. Viele Christinnen und Christen, die sich an diesem Tag firmen lassen, sagen, dass dies für sie als Jugendliche „noch nicht dran“ gewesen sei. Manche hatten sich eine Zeit lang von der Institution Kirche entfernt, bevor das Thema Glaube und Gott an irgendeinem Punkt im Leben für sie wieder wichtiger geworden ist. Zudem holen einige katholische Gläubige die Firmung als Erwachsene nach, weil sie zum Beispiel Taufpatin oder -pate werden möchten.

Zwischen 17 und 66 Jahre alt sind die Männer und Frauen, die Weihbischof Schepers in diesem Jahr gefirmt hat, sie kommen aus Duisburg, Oberhausen, Mülheim, Essen, Gelsenkirchen und Bochum. Einige von ihnen waren unter anderem durch das Online-Angebot „heaven online“ wieder mit der Kirche in Kontakt gekommen. Bei den regelmäßigen E-Mails mit Glaubensimpulsen, die das Bistum in der Advents- und Fastenzeit verschickt, seien sie überrascht gewesen, wie modern Kirche mittlerweile sei, hieß es in einigen Rückmeldungen.

Wer sich jenseits des 16. Lebensjahres firmen lassen möchte, kann sich mit diesem Wunsch an die eigene Pfarrei wenden – oder bei Theresa Kohlmeyer, Leiterin der Abteilung Liturgie und Glaubenskommunikation, nach Vorbereitungsterminen für die Erwachsenenfirmung am Pfingstmontag 2025 fragen.

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