Wenn Familien in die Schule gehen

Das neue Modellprojekt "Familienklassen" des Sozialdienstes katholischer Frauen Essen-Mitte e.V., bringt in sechs Grundschulklassen des Ruhrbistums Schüler, Eltern und Lehrer zum gemeinsamen Unterricht zusammen. Im Zentrum steht der Wunsch die Eltern aktiv mit in die Gestaltung des Unterrichts einzubeziehen.

Neues Modellprojekt des Sozialdienstes katholischer Frauen

Wenn es in der Schule bei dem eigenen Kind nicht rund läuft, werden Eltern zum Gespräch mit den Lehrern eingeladen, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Wie sich das Kind im Unterricht verhält und wie es erst zu diesem Verhalten kommen konnte, bleibt dabei jedoch meist unbeachtet.

Der Sozialdienst katholischer Frauen Essen-Mitte e.V. (SkF) hat sich bereits in der Vergangenheit mit dieser Problematik befasst und das Projekt "FamAktivSchule" an verschiedenen Grundschulen mit Ganztagsbetreung gestartet. Die Familie wird hierbei aktiv mit einbezogen und auf Angebote der Jugendhilfe aufmerksam gemacht.

Ziel des neuen Modellprojektes "Familienklassen" ist es, die Eltern aktiv in die Gestaltung des schulischen Vormittags einzubeziehen. Sie übernehmen als Gruppe eine aktive Rolle bei der Umsetzung des Unterrichts. An einem Vormittag in der Woche soll eine kleine Gruppe von Schülerinnen und Schülern, die im Schulalltag Auffälligkeiten zeigen, mit ihren Eltern, den Lehrern und Sozialarbeitern zusammen kommen. So können die Eltern beobachten, gegebenenfalls helfen, Rückmeldungen geben und unterschtützend eingreifen. "Wirksam ist, dass Familien zusammen kommen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden und gemeinsam nach Lösungen suchen", ist sich Michael Roßbach sicher, der als Mitarbeiter des SkF eine Familienklasse an der Astrid-Lindgren-Schule in Essen Steele-Horst begeleitet.

Nach ersten positiven Erfahrungen an Schulen sollen weitere hinzukommen. Eine Erweiterung des Projekts auch an weiterführenden Schulen wäre nach Sicht des SkF wünschenswert, da im ersten Schritt nur Grundschulen beteiligt sind. "Die Erkenntnisse wollen wir im Herbst in einen großen Fachtag einfließen lassen, den wir wir in Essen veranstalten werden", so der SkF-Geschäftsführer Dr. Björn Enno Hermans. Dem Psychologen und Familientherapeut ist es wichtig, einen konkreten Schritt in Richtung Inklusion zu machen und dabei gleichzeitig zu erproben, wie Jugendhilfe und Schule zusammen wirksam sein können. (lb)

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