Weihbischof betont Verbindung zwischen Kirche und Bergbau

Als Vertreter des Bistums Essen hat Weihbischof Wilhelm Zimmermann am Samstag beim Fest zum 125-jährigen Bestehen der Gewerkschaft IGBCE auf der Essener Zeche Zollverein gesprochen.

Grußwort zum 125-jährigen Bestehen der Gewerkschaft IGBCE

Hand in Hand miteinander verbunden haben hunderte Besucher am Samstag auf der Essener Zeche Zollverein das Familienfest zum 125-jährigen Bestehen der Gewerkschaft IGBCE mit einem religiös-spirituellen Impuls begonnen. Die aus Fußballstadien bekannte Hymne „You’ll never walk alone“ machte das Einstehen für Frieden, Toleranz und Gerechtigkeit und den Zusammenhalt der Gewerkschafter über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg deutlich. Diese Werte betonten anschließend auch die stellvertretende IGBCE-Chefin Edeltraud Glänzer und Vertreter der großen Religionsgemeinschaften in der Region – darunter Weihbischof Wilhelm Zimmermann als Vertreter des Bistums Essen. „Wir erinnern uns daran, dass für viele Menschen ihr Tun auch einen Bezug zu jemand hat, der unserer Verfügbarkeit entzogen ist und den Menschen Jahwe, Gott oder Allah nennen“, eröffnete Zimmermann sein Grußwort auf der Bühne vor dem berühmten Doppelbock-Fördergerüst der Welterbe-Zeche. 

Als Student hat Zimmermann selbst sechs Wochen unter Tage gearbeitet. „Dort gab und gibt es zunächst keine Nationen oder Religionen, sondern Menschen, die aufeinander angewiesen sind. Wenn man unter den zum Teil extremen Bedingungen zusammen arbeitet, lernt man sich kennen und schätzen“, so seine Erfahrung. Zimmermann erinnerte daran, wie sehr Bergbau und Industrie das Ruhrgebiet als Region geprägt haben: „Vor allem dem Bergbau ist es zu verdanken, dass im Ruhrgebiet heute Menschen aus bis zu 150 Nationen und vielen Religionen leben. Unsere Metropole ist bunt und vielfältig, und damit das Bistum Essen ebenfalls“, sagte der Weihbischof, der im Ruhrbistum den interreligiösen Dialog verantwortet. 

Zimmermann erinnerte an die traditionsreiche Verbindung zwischen Bergbau und Kirche – zum Beispiel an den ersten Ruhrbischof Franz Hengsbach und das Stück Steinkohle in seinem Ring. „Die enge Verbindung zwischen dem Bistum Essen und der Industrie an Ruhr und Lenne ist immer erhalten geblieben“, betonte Zimmermann. Er verwies auf den Zusammenschluss mehrerer Einzelgewerkschaften zur IGBCE als Beleg für die Bereitschaft zur Veränderung. „Regionen und Menschen verändern sich, wenn Lebens- und Arbeitsbedingungen sich verändern“, so Zimmermann. Deshalb sei „die Vorstellung, dass die Veränderungen und der sogenannte Strukturwandel an ein Ende kommen, eigentlich illusorisch“. Soziale Gerechtigkeit, Toleranz und Solidarität aus christlichem Selbstverständnis blieben „Herausforderung und Chance“, so der Weihbischof. „Die Menschen des Ruhrgebiets werden hier das Bistum Essen an ihrer Seite finden.“ (tr)

Das Grußwort von Weihbischof Zimmermann im Wortlaut (pdf)

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