Wegbereiter zwischen Buddhismus und Christentum

Pallottiner-Pater Johannes Kopp starb in Limburg. Gründer und langjähriger Leiter des Programms „Leben aus der Mitte – Zen-Kontemplation im Bistum Essen“.

Der Pallottiner-Pater Johannes Kopp SAC, einer der Wegbereiter der Begegnung von Zen-Buddhismus und Christentum in Deutschland, ist am 22. Juni 88-jährig in Limburg verstorben. Das von ihm ins Leben gerufene Programm „Leben aus der Mitte – Zen-Kontemplation im Bistum Essen“ ist bis heute im Kardinal-Hengsbach-Haus in Essen-Werden verortet. Hier wollte Pater Kopp Menschen dazu anleiten, als Christen in der Tradition des Zen-Buddhismus zu meditieren, den eigenen Glauben zu vertiefen und ihr Friedenspotential freizusetzen.

Der Verstorbene wurde am 9. Dezember 1927 im schwäbischen Allmendingen geboren. Nach der Schulzeit absolvierte er zunächst eine technische und eine schauspielerische Ausbildung, bevor er an der Spätberufenenschule der Pallottiner in Limburg 1957 das Abitur machte. Im Anschluss an das Noviziat und das Studium an der Theologischen Hochschule der Pallottiner in Vallendar-Schönstatt bei Koblenz wurde er im Jahr 1963 zum Priester geweiht.

Nach ersten Einsätzen als Priester und Religionslehrer in Limburg und Trier übernahm Pater Kopp ab 1969 für seinen Orden Aufgaben im Bistum Essen. Anfang der 1970er Jahre begann er, in Abstimmung mit dem Seelsorgeamt Kurse zur Einführung in die christliche Meditation für Jugendliche und Erwachsene zu entwickeln und durchzuführen. Auf seinen ersten Reisen nach Japan entdeckte er seine Faszination für den Weg der Zen-Meditation, für die er 1985 die Lehrbefähigung erlangte. Damit gehörte er zur ersten Generation christlicher Zen-Lehrer in Europa und wurde mit dem Jesuiten Hugo Enomiya-Lasalle und dem Benediktiner Willigis Jäger Wegbereiter der Begegnung von Zen-Buddhismus und Christentum in Deutschland.

Im Ruhrbistum entwickelte der Pallottinerpater Johannes Kopp seit 1973 das richtungsweisende und über Diözesangrenzen hinweg gefragte Programm unter dem Namen „Leben aus der Mitte“, das er über mehr als vier Jahrzehnte mit unermüdlichem Einsatz und seiner charismatischen Persönlichkeit leitete. Dieses Programm bietet bis heute unzähligen Interessierten einen Weg zu ihrem tiefsten Mensch- und Christsein und eine Möglichkeit der intensiven Glaubenserfahrung. 2006 wurde Pater Kopp zum Zen-Meister ernannt.

Ende 2015 verließ Pater Kopp aus Altersgründen die Pallottinerkommunität in Mülheim und kehrte in das Missionshaus der Ordensgemeinschaft nach Limburg zurück.

Hier brachte er im vergangenen Jahr seine vielfältigen Lebenserfahrungen in seinem Buch „Gebet als Selbstgespräch – Gebet und Koan als Beziehung zu Gott in mir“ zu Papier, das im Januar 2016 veröffentlicht wurde.

Bestattet wird Pater Johannes Kopp am Donnerstag, 30. Juni 2016, um 10.30 Uhr nach einem Gottesdienst in der Marienkirche in Limburg auf dem angrenzenden Friedhof.

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