Schüler erlernen lebensrettende Herzdruckmassage

Ab sofort erlernen alle Schülerinnen und Schüler des Bischöflichen Abtei-Gymnasiums in Duisburg die Anwendung der lebensrettenden Herzdruckmassage. Für das Training hat die Schule von der "Bürgerstiftung Duisburg" Reanimationspuppen erhalten.



Duisburger Abtei-Gymnasium erhielt Reanimationspuppen von der Bürgerstiftung

Eine Frau bricht plötzlich bewusstlos zusammen. Mögliche Ursache für den Kollaps: Herzstillstand. Jetzt kommt es auf Minuten an und darauf, das Richtige zu tun. „Allein in Duisburg gibt es pro Jahr etwa 600 bis 700 Herzinfarkte-Fälle“, so Manfred Berns, Geschäftsführer der „Bürgerstiftung Duisburg“. Mit ihrer Kampagne „DU, ich drück Dich!“ möchte sie möglichst breiten Bevölkerungskreisen die lebensrettende Methode der Herzdruckmassage vermitteln. Zu den Adressaten der Kampagne zählen auch Schulen. Das Bischöfliche Abtei-Gymnasium in Duisburg-Hamborn ist eine von vier Pilotschulen, denen jetzt insgesamt zehn Reanimationspuppen (Übungsdummies) zur Verfügung gestellt werden.

Ausnahmslos alle Schülerinnen und Schüler der vier Schulen werden im Rahmen des Sportunterrichts einmal pro Schuljahr in die Herzdruckmassage eingewiesen und diese unter realistischen Bedingungen an den Übungsdummies trainieren, so dass dieses Verfahren am Ende ihrer Schulzeit im Falle eines Falles automatisch abrufbar sein soll. „Dafür haben sich alle Gremien unserer Schule einstimmig ausgesprochen“, so der stellvertretende Schulleiter, Theo Keller. Das Evangelische Klinikum Niederrhein steht den Schulen als Ausbildungs-Pate zur Seite.

Die Kampagne – so die Bürgerstiftung – mache Sinn, denn durch richtige Anwendung der Herzdruckmassage ließe sich die Sterblichkeitsrate bei akuten Herz- Kreislauferkrankungen um 50 Prozent senken. Bewusst wird auf die bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung sonst übliche zusätzliche Atemspende (Mund-zu-Mund bzw. Mund-zu-Nase Beatmung), um das Verfahren zu vereinfachen und eventuelle Hemmschwellen wie etwa Unsicherheit oder Ekel  abzubauen.

„Einschlägige Untersuchungen belegen, dass sich durch die alleinige Herzdruckmassage ein Minimalkreislauf aufrechterhalten lässt, der das Gehirn mit dem noch im Blut vorhandenen Restsauerstoff versorgt. Somit können in der entscheidenden Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes (in Duisburg im Schnitt acht bis zehn Minuten) der Hirntod oder bleibende Hirnschädigungen verhindert werden“, schreibt der „SchulSanitätsDienst“ des Abtei-Gymnasiums.

Dieser Dienst ist schon seit 15 Jahren fest an der Schule etabliert. Die zurzeit rund 50 „Schul-Sanis“ kennen die (über die reine Herzmassage hinausgehende) Herz-Lungen-Wiederbelebung aus ihrer Erste-Hilfe-Ausbildung sowie durch regelmäßiges Training im Rahmen der SANI-AG.

Bei der Übergabe der Reanimationspuppen konnten bereits einige "Schul-Sanis“ die entsprechende Drucktechnik demonstrieren und einen mit der Herzdruckmassage bislang nicht vertrauten Schüler darin einweisen. Dieser war sichtlich positiv beeindruckt: „Ich halte sehr viel von dieser Aktion. Wenn man mit diese Methode Menschenleben retten kann, ist das super, und ich finde es gut, dass unsere Schule die Möglichkeit bekommt, solche Methoden auszuprobieren.“ (th/do)

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