Ruhrbistum bildet Ehrenamtliche für den Beerdigungsdienst aus

Auch ehrenamtliche Laien will das Bistum Essen ab Sommer 2015 im Beerdigungsdienst einsetzen. Sechs Freiwillige haben jetzt einen Qualifizierungskurs begonnen. Damit soll der Beerdigungsdienst, der ein Dienst der Gemeinde an ihre Toten ist, eine Aufwertung erfahren.



Sechs Teilnehmer haben ersten Qualifizierungskurs begonnen

Im Beerdigungsdienst von Gemeinden im Bistum Essen werden ab dem kommenden Jahr auch ehrenamtliche Laien eingesetzt. Sechs Freiwillige aus Duisburg, Mülheim, Gladbeck und Bottrop haben in diesem Herbst einen Qualifizierungskurs begonnen, nach dessen Abschluss sie im kommenden Sommer in ihren Gemeinden eigenständig erste Beerdigungen übernehmen können. „Dabei geht es nicht darum, mit Ehrenamtlichen Lücken zu stopfen – etwa in Notsituationen, weil Hauptamtliche, wie Priester, fehlen“, betont Dr. Nicole Stockhoff, Referentin für Liturgie im Bistum Essen. Vielmehr gehe es „um eine Aufwertung des Beerdigungsdienstes“, der ein Dienst an der Gemeinde und ein Dienst der Gemeinde an ihren Toten sei.

Gemeinsam mit Michael Kampmann, Diözesanreferent für Krankenhausseelsorge, hat Stockhoff einen Kurs mit unterschiedlichen Lerninhalten konzipiert. Dabei lernen die Teilnehmer sowohl theoretische Hintergründe ihrer künftigen Aufgabe kennen – zum Beispiel die christliche Theologie von Tod und Trauer, den Ablauf der Begräbnisfeier oder das Bestattungsgesetz. Sie üben aber auch ganz praktisch wie sie ein Trauergespräch führen, worauf sie auf dem Friedhof achten sollten und wie sie eine Traueransprache halten. „Unsere Kursteilnehmer sind zum einen Ruheständler, die noch einmal eine ganz neue Aufgabe erlernen möchten, oder Menschen aus der Pfarrei, die schon Erfahrung in diesem Bereich haben, etwa als Mitarbeiter eines Trauercafés.“

Dass Laien anstelle eines geweihten Priesters Verstorbene beerdigen ist im Bistum Essen und in den anderen Bistümern schon heute nichts ungewöhnliches mehr. Auch Gemeinde- oder Pastoralreferenten, die eine entsprechende Weiterbildung durchlaufen, werden in der Trauerarbeit eingesetzt und übernehmen Beerdigungen, erläutert Stockhoff. Neu sei ab dem kommenden Jahr das ehrenamtliche Engagement in diesem Bereich. „Schön wäre, wenn unsere Kirchengemeinden zu einem neuen Umgang mit Tod und Trauer finden. Denn die Sorge um die Toten und die Hinterbliebenen gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Gemeinde und ihrer Seelsorger, die hauptamtlich oder ehrenamtlich diesen wichtigen Dienst tun“, erläutert Stockhoff. Dabei könne es nicht Aufgabe der Liturgie sein, die Trauer der Menschen zu überspielen. Ihre Aufgabe sei es vielmehr, der Trauer Raum zu geben und den Trauernden Trost zu spenden. Die Begräbnisliturgie symbolisiere in mehrfacher Hinsicht auch für die Trauernden den Weg zu einem neuen Leben angesichts der Erfahrung des Todes. Stärker als bislang sollte das Thema Tod und Sterben im alltäglichen Leben der Menschen und der Gemeinden präsent sein. „Unser Ziel sollte sein, dass die Gemeinde ihre Toten beerdigt“, so Stockhoff. Auf dem Weg zu diesem neuen Verständnis seien die Ehrenamtlichen im Beerdigungsdienst ein wichtiger Schritt. (tr)

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