Raus aus dem Klassenzimmer – rein in den Dom

„Raus aus den Klassenzimmern, rein ins Unternehmen“ - unter diesem Motto bringt der Initiativkreis Ruhr bereits seit vielen Jahren Oberstufenschüler mit deutschen Top-Unternehmern ins Gespräch. Erstmals stand mit Bischof Overbeck jetzt auch eine Führungspersönlichkeit aus dem kirchlichen Bereich Rede und Antwort.



Der „Dialog mit der Jugend“ zu Gast im Bischofshaus

Anna Hiegemann
ist zufrieden mit dem Gespräch. Eine entspannte Atmosphäre, kritische Nachfragen, ehrliche Antworten. Etwas konkreter hätte Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck ihrer Ansicht beim „Dialog mit der Jugend“ ruhig noch werden können. Die Veranstaltung des Initiativkreises Ruhr bringt regelmäßig Oberstufenschülerinnen und –schüler mit den Vorständen der deutschen Top-Unternehmen ins Gespräch und war nun auch zu Gast im Bistum Essen. Mit dem Ruhrbischof stellte sich somit erstmals auch eine Führungspersönlichkeit aus dem kirchlichen Bereich den Fragen der jungen Erwachsenen.

Nach einer offiziellen Begrüßung und einer Führung durch Dom und Domschatzkammer stand am Nachmittag der eigentliche Dialog im Mittelpunkt: Bereits nach wenigen Minuten wurde deutlich, dass sich die jungen Gäste des Gymnasiums am Stoppenberg und des Gymasiums Essen-Überruhr bereits im Unterricht intensiv auf das Gespräch vorbereitet hatten: Im Anschluss an einen kurzen Einstieg („Was macht ein Bischof überhaupt?“) ging es direkt ans „Eingemachte“. Fragen nach der Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, dem Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und der „Pille danach“ zeigten: Diese Themen beschäftigen zurzeit nicht nur die Medienlandschaft, sie sind auch in den Köpfen der jungen Menschen präsent. Aber auch die persönlichen Fragen kamen nicht zu kurz: Wie viel Geld einem Bischof zur Verfügung stehe und ob er es nicht manchmal vermisse, eine Frau und Kinder zu haben – das interessierte die Jugendlichen genauso.

Nicht nur bei Anna und ihren Mitschülern hinterlässt die Begegnung einen positiven Eindruck. „Eine gelungene Veranstaltung, die sich gut wiederholen lässt“ – darin waren sich auch die Projektverantwortlichen seitens des Bistums und seitens des Initiativkreises einig. „Der Nachmittag hat gezeigt, dass sich Jugendliche sehr wohl mit gesellschaftlichen und kirchlichen Themen beschäftigen und dass sie dabei nicht unkritisch sind“, so Stefan Ottersbach, Diözesanjugendseelsorger im Bistum Essen. Es sei jedoch auch deutlich geworden, dass bislang eine gemeinsame Sprache fehle. „Wir reden über komplexe Sachverhalte, die sich oft nicht in einem Satz auf den Punkt bringen lassen. Die Jugendlichen leben jedoch in einer Mediengesellschaft, in der sie es gewohnt sind, dass komplexe Themen leicht zugänglich gemacht werden. Das müssen wir erst noch lernen“.

Hintergrund: „Dialog mit der Jugend“
Die Mitgliedsunternehmen des Initiativkreises Ruhr fördern mit zahlreichen Projekten gemeinsam mit den Bildungseinrichtungen der Region Jugendliche und zeigen ihnen konkrete Zukunftsperspektiven auf. Der Bereich Wirtschaft und Schule des Initiativkreises Ruhr bildet neben den Einrichtungen der internationalen Schule eine umfangreiche Netzwerkplattform, um Unternehmen und Bildungseinrichtungen miteinander ins Gespräch zu bringen und nachhaltig zu verbinden. Weitere Informationen und Termine gibt es unter www.i-r.de (ms)

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