Prüfen, sortieren, portionieren, verpacken

Lebensmittel prüfen, sortieren, in Mengen aufteilen und verpacken - das ist der Alltag in der Essener Tafel. Neun Teilnehmerinnen der Berufsvorbereitung des Franz-Sales-Hauses packen im Rahmen der 72-Stunden-Aktion des BDKJ mit an, damit bedürftige Menschen über die Runden kommen.


72-Stunden-Aktion: Jugendliche im Einsatz in der Essener Tafel

„Heute ist Fencheltag“, sagt Kristina Milde, als sie die Essensspenden sieht, die morgens in der zentralen Verteilungsstelle der Essener Tafel zusammengekommen sind, darunter mehrere Kisten besagten Gemüses. Aber auch Obst, Milchprodukte, belegte Brötchen und Süßgebäck bringen die Wagen der Tafel zum Wasserturm in Essen-Huttrop. Hier werden die Nahrungsmittel sortiert, aufgeteilt und zu mehreren Ausgabestellen und Küchen in der ganzen Stadt gebracht, wo sie mittags an Bedürftige verteilt werden. Heute werden die Mitarbeiter der Tafel durch neun junge Frauen unterstützt, die im Rahmen der 72-Stunden-Aktion des BDKJ etwas Gutes tun wollen.
 
Alle neun sind Teilnehmerinnen der Berufsvorbereitung des Franz-Sales-Hauses und werden von der Mitarbeiterin Kristina Milde begleitet. Ein paar sind draußen rund um den Wasserturm an der Steeler Straße unterwegs und sammeln herumliegenden Müll auf. Die Anderen lassen sich drinnen die Arbeitsabläufe von Antje Peters erklären. Peters ist die Leiterin der Verteilungsstelle und wie alle anderen Mitarbeiter der Tafel ehrenamtlich tätig. Die Aufgabe der Helferinnen wird es heute Vormittag sein, die Nahrungsmittel zu sortieren, in kleinere Mengen aufzuteilen und Schlechtes auszusortieren. Das kommt allerdings nur selten vor: Die meisten Lebensmittel, die bei der Tafel ankommen, sind einwandfrei und noch haltbar. Zu den Spendern gehören mehrere Supermarktketten sowie lokale Betriebe wie zum Beispiel Bäckereien. Dass nicht alle Supermärkte spenden, hänge mit den unterschiedlichen Geschäftsmodellen zusammen, erklärt Antje Peters: „Manche Supermärkte bestellen Waren nur bei Bedarf, also wenn ein Artikel ausgegangen ist. Dementsprechend fällt weniger für Spenden ab.“


Viele Menschen sind bedürftig

Es sind viele Menschen, die die Hilfe der Essener Tafel in Anspruch nehmen. Junge Familien, Rentner, die mit der Grundsicherung auskommen müssen, Hartz-IV-Empfänger. „Es kommen viele jüngere Leute, die eine vernünftige Ausbildung haben“, erzählt Antje Peters. „Aber wenn Firmen fusionieren oder schließen, sind die Leute ihren Job los und nach einem Jahr bei Hartz IV.“ Wer seine Bedürftigkeit nachweist, erhält bei der Essener Tafel eine Karte, mit der man an einem der vier wöchentlichen Ausgabetage gegen Zahlung von einem Euro Nahrungsmittel abholen kann. Pro Ausgabetag kommen rund 240 Karteninhaber zu den Stellen der Tafel. Das heißt aber nicht, dass auch nur Nahrungsmittel für 240 Personen ausgegeben werden: „Viele Leute holen Lebensmittel für ihre Familie, so dass wir durchschnittlich mit drei Personen pro Karte rechnen“, erklärt Peters. Sollten bestimmte Lebensmittel, wie zum Beispiel Milchprodukte, an einigen Tagen knapp sein, werden sie bevorzugt an junge Familien mit Kindern verteilt.

Yasemin und Jenny sind gerade dabei, süßes Gebäck in Tüten zu verpacken. Würden sie heute nicht hier helfen, würden sie im Franz-Sales- Haus lernen: Yasemin im Bereich Hauswirtschaft, Jenny im Verkauf. „Es ist mal etwas anderes, hier zu arbeiten“, sagen die beiden. Kristina Milde ergänzt: „Natürlich hat man schon mal von der Tafel gehört. Aber zu sehen, dass so viele Leute hierher kommen und welche Mengen an Nahrungsmitteln gespendet werden, das hat mich schon gewundert.“ (jsb)

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