Prävention, Dialog und Achtsamkeit

Gewalt und sexuellen Missbrauch darf es in der Kirche nicht geben. Zum 1. Mai ist Dr. Andrea Redeker Präventionsbeauftragte im Bistum Essen. Ihr Ziel ist es unter anderem eine "neue Kultur der Achtsamkeit" zu schaffen.


Bischof ernennt Dr. Redeker zur Präventionsbeauftragten im Bistum Essen


Der Essener Bischof Dr. Franz Josef Overbeck hat Dr. Andrea Redeker zur Präventionsbeauftragten für das Bistum Essen ernannt. Die Aufgabe Redekers ist es, die zum 1. April in allen NRW-Bistümern in Kraft tretende „Ordnung zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen (Präventionsordnung)“ im Bistum Essen umzusetzen. Die 56jährige Theologin übernimmt die Aufgabe der Präventionsbeauftragten zum 1. Mai, ihre bisherige Aufgabe als stellvertretende Personaldezernentin gibt sie zu diesem Zeitpunkt auf.

„Die Präventionsordnung sieht eine Vielzahl von Aufgaben und Zuständigkeiten für die jeweiligen Beauftragten in den Bistümern vor. Es geht darum, dass das Thema Prävention ein fester Bestandteil der Aus- und Fortbildung wird, sowohl bei Haupt- als auch bei Ehrenamtlichen,“ so Redeker über ihr neues Aufgabengebiet. „Kinder und Jugendliche müssen sich im kirchlichen Raum nicht nur sicher fühlen, sondern sie müssen dort sicher sein“, betont Redeker. „Um dies zu erreichen, muss gewährleistet sein, dass niemand der wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde, im pastoralen Dienst oder in anderen Bereichen der kirchlichen Arbeit, bei der er in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen kommt, tätig ist.“ In der Präventionsordnung, die für die Caritas, den Kita-Zweckverband, das Generalvikariat, Pfarreien und Gemeinden sowie Verbände gilt, ist festgelegt, dass all diese Personen ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen müssen. Alle fünf Jahre müsse dieses Führungszeugnisses aktualisiert werden.

Dass seitens der Deutschen Bischofskonferenz ausdrücklich auf den Bereich der Prävention ein Akzent gelegt wird und in allen Diözesen Präventionsbeaufttragte eingesetzt werden, macht nach Redeker deutlich, dass man hier langfristig denkt und nachhaltig plant. Im Bistum Essen soll sich eine „neue Kultur der Achtsamkeit“ entwickeln. So wie es die Präventionsordnung vorschreibt sollen gezielte Präventionsprojekte in Zusammenarbeit mit geschulten Fachreferenten durchgeführt und verbindliche Qualitätsstandards entwickelt werden. Transparente Vorgehensweisen und ein angstfreies Kommunikationsklima bieten nach Redeker die beste Möglichkeit, alte Strukturen aufzubrechen und zu verändern. „Gewalt und sexueller Missbrauch, insbesondere an Kindern und Jugendlichen, darf es in der Kirche nicht geben“, betont Redeker. „Mit meinem Engagement in diesem Bereich möchte ich einen Beitrag dazu leisten.“

Andrea Redeker (56) ist seit 20 Jahren beim Bistum Essen tätig. 1991 übernahm die Gelsenkirchenerin die Leitung des Essener Seminars für Gemeindereferentinnen. Vier Jahre später, 1995, wurde die promovierte Theologin stellvertretende Personaldezernentin. Zum 1. Mai nimmt sie die Aufgaben der Präventionsbeauftragen im Bistum Essen wahr. (dr)

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