Liebfrauenkirche: „Duisburgs kühnstes Gotteshaus“

Sie zählt zu den Wahrzeichen der Duisburger Innenstadt. Ihr Fortbestand war gefährdet. Heute ist die Duisburger Liebfrauenkirche ein geistig-kulturelles Zentrum sowie Gottesdienstort und Anbetungskirche. Sie ist eine "offene Kirche" mitten in der City. Vor 50 Jahren wurde sie durch den ersten Bischof von Essen, Dr. Franz-Hengsbach, geweiht.

Vor 50 Jahren wurde die Duisburger Liebfrauenkirche geweiht

Vor 50 Jahren, am 4. Juni 1961, weihte der damalige Bischof Von Essen, Dr. Franz Hengsbach, die Liebfrauenkirche am König-Heinrich-Platz in der Duisburger Innenstadt. „Duisburgs kühnstes Gotteshaus“ – so titelte damals die Presse. Die Liebfrauengemeinde feiert das Kirchweihjubiläum mit einem  Festgottesdienst am Sonntag, 5. Juni, 18.00 Uhr, in der Kirche am König-Heinrich-Platz. Eine Ausstellung im Eingangsbereich zeigt bis zum 17. Juni Erinnerungen aus der Geschichte der Liebfrauenkirche.
 
Die Liebfrauengemeinde in der Duisburger Innenstadt ist die „Muttergemeinde“ fast aller rechtsrheinischen katholischen Kirchengemeinden, von Ruhrort im Norden bis nach Angerhausen im Süden. Ihre Anfänge lassen sich bis auf das Jahr 1265 zurückverfolgen. Unmittelbar am Burgplatz wurde die erste Liebfrauenkirche mit dem Titel „Maria in den Himmel aufgenommen“ eingeweiht. 1896 erhielt die inzwischen zu klein gewordene Kirche ein anderes Aussehen. Ein kolossaler neugotischen Erweiterungsbau schloss sich nördlich an die alte Liebfrauenkirche an.  Sie wurde 1942 fast vollständig durch einen Bombenangriff zerstört.

Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich die Struktur der Innenstadt und auch der Gemeinde. Deshalb reiften Pläne, an anderer Stelle – im neuen Zentrum der Stadt – einen Nachfolgebau der alten Liebfrauenkirche zu errichten. Nachdem die Gemeinde fast zwanzig Jahre eine Notkirche in der Niederstraße benutzen musste, konnte 1961 die von Dr. Toni Hermanns (Kleve) entworfene neue Liebfrauenkirche am König-Heinrich-Platz eingeweiht werden.


Im Architekturstil des Brutalismus

Der damals und heute noch bestaunenswerte doppelgeschossige Stahlbetonbau wurde im Architekturstil des „Brutalismus“ errichtet und gilt als typisches Beispiel für die Architektur der späten 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Übersichtliche Klarheit und gleichzeitige Feierlichkeit strahlt das Innere der neuen Kirche aus. Einzigartig war die Innenausstattung, denn die Einrichtungsgegenstände des "Vatikan-Pavillon" der Brüsseler Weltausstellung von 1958  - Altar, Baldachin, Glasfenster und andere Gegenstände - fanden in dem Neubau ihren Platz. Nach Expertenmeinung ist es ein künstlerischer Schatz, der noch heute – wie auch der Kirchbau - durch seine ausgefallene und  moderne Form besticht. Zusätzlich wurden historischen Ausstattungsstücke der Vorgängerkirche übernommen. So wurde die Tradition der alten Liebfrauenkirche fortführt.

Verbunden mit der 50-jährigen Geschichte der Liebfrauenkirche sind Namen wie Pfarrer Gartz, Stadtdechant Schwering, Röhmann, Moritz und Stadtdechant Lücking. Am stärksten prägte Pfarrer Wolfgang Röhmann die katholische Kirche im Zentrum der Stadt. Fast 30 Jahre war er Pfarrer der Liebfrauengemeinde. Schon zu seiner Zeit war die Liebfrauenkirche ein Ort für zahlreiche Konzert- und Kulturveranstaltungen. Anspruchsvoll war auch das liturgische Angebot. Am bekanntesten sind wohl die traditionellen Hubertusmessen mit jeweils bis zu 1000 Besuchern.


Geistig-kulturelles Zentrum und Ort des Gebetes

Im Jahr 2001 ging Pfarrer Röhmann in den Ruhestand.  Angesichts sinkender Mitgliederzahlen in der Gemeinde und sowie notwendiger Sparmaßnahmen des Bistums Essen drohte der Liebfrauenkirche das „Aus“. Manche befürchteten eine Aufgabe und den allmählichen Verfall oder gar Abriss der Kirche. Eine Bürgerinitiative und ein „Runder Tisch“ setzten sich engagiert für den Erhalt der Liebfrauenkirche ein. Schließlich konnte durch die Gründung der „Stiftung Brennender Dornbusch“ im Jahre 2007 der Fortbestand der Liebfrauenkirche gesichert werden.

Während die  große Oberkirche zum geistig-kulturellen Zentrum umgewandelt werden soll, wird die Unterkirche weiter als Gottesdienstraum und Anbetungskapelle genutzt. Deutlich erweiterte Pfarrer Bernhard Lücking in den letzten Jahren das Angebot der Citykirche, die täglich geöffnet ist und sich auch inhaltlich als „offene Kirche“ versteht. Wer will, kann hier täglich die Heilige Messe mitfeiern. Hier gibt es Andachten, Gelegenheit zur Beichte und die Möglichkeit, in der Geschäftigkeit der Innenstadt einmal inne zu halten, zur Ruhe zu kommen, sich auszuruhen, „aufzutanken“ oder auch das Gespräch mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Citypastoral zu suchen.  (do/ms)

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