„Kultur, Religion und Gott gehören zusammen“

Bereits im 14. Jahhundert sind Gläubige an Fronleichnam durch die Straßen von Essen gezogen. Auch in diesem Jahr hielten wieder einige tausend Katholiken an dieser Tradition fest. Mit der Teilnahme an der Fronleichnamsprozession bezeugten sie ihren Glauben an den gegenwärtigen Gott in der Öffentlichkeit.



Katholiken feierten mit Bischof Overbeck das Fronleichnamsfest

Es war eine Premiere in zweierlei Hinsicht: der feierliche Gottesdienst am Fest Fronleichnam wurde erstmals auf dem im vergangenen Jahr neugestalteten Domhof gefeiert und nicht wie gewohnt auf dem benachbarten Burgplatz. Darüberhinaus war es für die Gläubigen das erste Fronleichmamsfest mit dem noch immer „neuen“ Bischof Franz-Josef Overbeck. Im Anschluss an den Gottesdienst nahmen die Gläubigen an der traditionellen Fronleichnamsprozession durch die Essener Innenstadt teil.

Mit Blick auf das Jahr der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 betonte der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck, dass zur Kultur die Religion und damit Gott und seine die Menschen prägende Gegenwart gehöre. Overbeck: „Kultur hat mit Religion und mit Gott zu tun. Kultur, Religion und Gott gehören zusammen!“ Religion sei, so der Bischof in seiner Predigt auf dem Domhof weiter, grundlegend notwendig für das Verstehen von Kultur. „Religion ist ein wesentlicher Teil von Kultur, weil er den Menschen von seiner von Natur aus gegebenen Bezogenheit und Einheit mit Gott denkt und bezeugt“, so Overbeck. Deshalb habe die Kirche einen Kulturauftrag, sie sei lebendiger und institutioneller Ausdruck von Religion, indem sie durch Gebäude, durch die Riten ihrer Gottesdienste, durch die Bischöfe, Priester und vielen Gläubigen Kultur gestalte.

Bezugnehmend auf die im Anschluss an den feierlichen Gottesdienst stattfindende Prozession durch die Straßen der Essener Innenstadt sagte der Bischof, dass sich das Fronleichnamsfest in der Geschichte der Kirche dazu entwickelt habe, „den lebendigen Christ zu verkünden und als Mitte der Kirche und der Menschen zu bezeugen“. Overbeck: „Mit der Prozession tragen wir Christus durch die Straße und bitten um seinen Segen, um seine Gegenwart für alle Menschen und in allen Menschen, damit die Geschicke unserer Stadt gelenkt werden auf das Wohl aller.“ Dieser Auftrag sei, so der Essener Bischof, nie ohne Gott und seine Gegenwart zu erfüllen.

Für ein farbenfrohes Bild während der Prozession, an der einige tausend Gläubige teilnahmen, sorgten wieder die fremdsprachigen Gemeinden aus dem gesamten Ruhrbistum. Traditionell waren unter anderem Italiener, Kroaten, Spanier, Slowenen, Polen, Ungarn, Koreaner und Afrikaner in ihren typischen Landestrachten erschienen und sangen während der Prozession Lieder in ihrer jeweiligen Muttersprache. Auch die Eucharistischen Ehrengarden der Stadt, Ritter des Malteserordens und des Ordens vom Heiligen Grab, sowie Vertreter der Studentenverbindungen, der Pfadfinder, der verschiedenen Frauen- und Männerorden sowie der Essener Berufsfeuerwehr nahmen an der Fronleichnamsfeier in großer Zahl teil. 

Die Essener Stadtprozession blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits im 14. Jahrhundert lassen sich Fronleichnamsprozessionen auf dem Essener Stadtgebiet nachweisen. Nach einer Unterbrechung im Zweiten Weltkrieg zogen bereits 1946, als die Stadt noch in Trümmern lag, wieder Essener Katholiken durch ihre Stadt . Eine neue Bedeutung erhielt die Stadtprozession, als Essen 1958 zum Bischofssitz erhoben wurde.(dr)

Predigt von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

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