Klarer Kurs und feste Wurzeln

Er war Religionslehrer, Schuldezernent, Domvikar, Domkapitular und Dompropst. Auch für Medien und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit war er verantwortlich. Sein Erfahrungsschatz ist groß. Prälat Ferdinand Schulte Berge vollendet am 13. September sein 95. Lebensjahr.


Prälat Ferdinand Schulte Berge vollendet sein 95. Lebensjahr

„Wir können nicht die Windrichtung bestimmen, aber wir können die Segel richtig setzen“, sagt Prälat Ferdinand Schulte Berge. Und der emeritierte Essener Dompropst hat schon so manche Segel gesetzt und wird auch weiterhin mithelfen, die Segel richtig zu setzen. Am Freitag, 13. September, vollendet er sein 95. Lebensjahr.

Als Sohn einer Bauernfamilie wurde Ferdinand Schulte Berge 1918, kurz vor Ende des ersten Weltkrieges, in Gladbeck geboren. Nach dem Abitur entschloss er sich, Theologie zu studieren und Priester zu werden. Drei Jahre später musste er als Soldat an die Ostfront. Hier erlebte er Gefangenschaft und Verwundung. 1946 konnte Schulte Berge sein Studium wieder aufnehmen. Bischof Michael Keller weihte ihn 1948 in Münster zum Priester.

Seine ersten Stationen als Kaplan: Warendorf und Münster. 1957 kam er nach Duisburg. Bischof Hengsbach holte ihn in das noch junge Ruhrbistum. „Hier bin ich mit den unterschiedlichsten Aufgaben betraut worden“, erinnert sich Schulte Berge. „Ich  war Schuldezernent, Domvikar, Domkapitular und immer auch für den Bereich der Medien, der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich.“ 1978 wurde Ferdinand Schulte Berge Dompropst, eine Aufgabe, die er 15 Jahre lang wahrnahm. Am 13. September 1993, seinem 75. Geburtstag, ging er in den Ruhestand.
Als „Emeritus“ war Ferdinand Schulte Berge eng mit der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung in Essen-Steele verbunden. In der von Essens vorletzter Äbtissin als Waisenhaus gegründeten Stiftung leben heute sowohl Kinder als auch alte und kranke Menschen. „Pfarrer im besonderen Dienst für die Seelsorge der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung in Essen-Steele“ waren der etwas „sperrige“ Titel und  die Amtsbezeichnung. So ganz hat der Titel zu Ferdinand Schulte Berge nicht gepasst. Der ehemalige Dompropst und Träger des Verdienstkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland war und ist für „Sperriges“ viel zu weltoffen, zu geradlinig, zu unverkrampft und zu humorvoll. Deshalb war er für die Kinder und Jugendlichen in der Steeler Stiftung auch immer nur „Pastor“, am liebsten dann auch „Du, Pastor“.

Die seelsorgerische Arbeit in der Stiftung sei für ihn eine Art „zurück zu den Wurzeln“ gewesen, so Schulte Berge. „Ich war wieder in der direkten Seelsorge, und die hat mir schon als junger Priester viel Freude gemacht.“ Zwölf Jahre verkündete Schulte Berge den ihm anvertrauten jungen und alten Menschen in Steele die Frohe Botschaft, nicht nur in den Gottesdiensten. Alt und Jung haben im „Pastor“ einen engagierten Fürsprecher gefunden. Der Mann, dem „Stadt und Dom zu Füßen liegen“, blieb „seiner“ Stiftung auch verbunden, nachdem er am 5. April 2006 sein Amt an seinen Nachfolger übergab.

„Ein unruhiger Geist und doch ein ruhender Pol“, vor allem auch ein aufmerksamer Beobachter und gefragter Ratgeber wird Ferdinand Schulte Berge sicher bleiben. Er verfügt nämlich nicht nur über einen besonderen Humor und westfälische Bodenständigkeit, sondern auch „über die liebenswürdige Eigenschaft, sich und sein Wissen niemandem aufzudrängen“, so Altbischof Dr. Hubert Luthe. „Aber wer von seinem reichen Erfahrungsschatz profitieren möchte, tut es niemals vergebens.“ (ul/mi)

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