Freude am Glauben trotz schwerer Zeiten

Die Freude des Glaubens hat nach Ansicht von Weihbischof em. Franz Grave auch in schweren Zeiten Bestand. Das betonte er bei der Marienfeier der Duisburger Katholiken. Hier sprach er auch das Thema "Missbrauch" an.

Weihbischof em. Franz Grave predigte bei der Marienfeier in Duisburg 

Die Kirche hat nach Ansicht von Weihbischof em. Franz Grave, Essen, durch die Missbrauchsfälle an Glaubwürdigkeit eingebüßt. „Diese Kirchenkritik hat die ganze Kirche getroffen, der moralische Glanz ist arg ramponiert und die Kreditwürdigkeit erheblich geschwunden“, sagte er auf der Marienfeier der Duisburger Katholiken auf dem Kaiserberg am vergangenen Sonntag, 2. Mai. Es werde Zeit brauchen, bis „Wiedergutmachung, Aufarbeitung der Missbrauchsfälle und eine positive Einstellung zur menschlichen Sexualität“ Wirkung zeigten.

Die Frage, ob sich ein gläubiger Christ angesichts dieser Situation in der Öffentlichkeit sehen lassen und als Christ Position beziehen könne, beantwortete Grave mit einem klaren „Ja“. Die Freude des Glaubens habe bei ihm nicht gelitten. Das „Magnifikat“, der Lobgesang der Gottesmutter Maria, habe nichts an Verbindlichkeit eingebüßt. „Der Lobgesang der Glaubenden wird auch dann angestimmt, wenn die Stimmung eher deprimierend ist“, sagte der Weihbischof. Der Lobgesang Marias sei Ausdruck einer positiven Lebenseinstellung, die sich in „Freude, Glück und Dankbarkeit“ äußere.  Die Freude des Glaubens habe auch Bestand, „wenn Schuld und Sünde uns bedrängen“, so Grave.

Marianischer Glaube sei Lobpreis Gottes, aber auch politischer Auftrag. Grave: „Denn die Freude an Gott enthält auch die Verantwortung für eine menschenwürdige Welt.“ Dabei gelte das Augenmerk vor allen den „Niedrigen“ und „Armen“. So präge den Glauben der Gottesmutter die viel zitierte „Option für die Armen“.  Maria sei das Vorbild eines gläubigen Menschen. „Ihr Beispiel kann uns ermutigen und stärken. Diesen Glauben hat die Welt auch heute nötig“, so der Weihbischof. (do)

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