Engelsstimmen - Himmelsklänge

Vor 50 Jahren, am 18. September 1961, wurde der Knabenchor an der Essener Kathedralkirche gegründet. Heute sind die "Essener Domsingknaben" weit über die Grenzen des Bistums hinaus bekannt und anerkannt.



50 Jahre Essener Domsingknaben

"Wenn sie singen, sind sie wie Engel, aber sonst echte Bengel", stellte einmal - augenzwinkernd - der damalige Präses der Essener Domsingknaben, Prälat Augustinus Henckel-Donnersmarck fest. "Und das ist gut so." In diesem Jahr feiert  der Knabenchor an der Essener Kathedralkirche, bekannt und anerkannt weit über die Grenzen des Bistums Essen hinaus, sein 50-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass lädt das Essener Domkapitel zu Konzerten in den Essener Dom ein, die von den den Essener Sängern und befreundeten Chören aus Würzburg und Limburg gestaltet werden.


Würzburger und Limburger Domsingknaben feiern mit

"Engelsstimmen - Himmelsklänge" ist der Titel des Domkonzertes am Samstag, 24. September. Neben und gemeinsam mit den Essener Domsingknaben gestalten die Würzburger Domsingknaben den Abend. Mit dem  Würzburger Chor verbindet die Essener seit 1982 eine enge Freundschaft.  Auf dem Programm stehen mehrchörige Chorkompositionen sowie Chorwerke vom 6. Deutschen Chorfest "Pueri Cantores" im Juli 2011 in Würzburg. Die Leitung der Würzburger Domsingknaben hat Domkapellmeister Professor Martin Berger; "Chef" der Essener Jungs ist Domkapellmeister Georg Sump. Mit dabei an der Rieger-Orgel ist auch Domorganist Jörg Josef Schwab. Der Eintritt zu dem Konzert, das um 20 Uhr beginnt, ist frei; es wird um eine Spende gebeten.

Auch das Festhochamt am Sonntag, 25. September, zu Ehren der Essener Stadtpatrone Cosmas und Damian gestalten Würzburger und Essener Domsingknaben gemeinsam. Zu hören ist unter anderem die "Missa Papae Marcelli"  von Giovanni Pierluigi da Palestrina. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr im Essener Dom.

Das vierte Konzert der Reihe VOICES am Mittwoch, 28. September, gestalten die Limburger Domsingknaben unter Leitung von Domkantor Klaus Knubben. An der Orgel: Wilhelm Gries. Im Mittelpunkt dieses Konzertes steht das "Requiem" für Chor und Orgel von Gabriel Fauré. Daneben sind a-capella Chorwerke der klassischen Vokalpolyphonie und der Moderne zu hören. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei; es wird um eine Spende gebeten.


Ein Blick in die Geschichte

Die Essener Domsingknaben stehen in der langen Tradition der Kirchenmusik an der Münsterkirche zu Essen, der heutigen Kathedralkirche des Ruhrbistums. Bereits in dem durch den heiligen Bischof Altfrid von Hildesheim im Jahre 852 gegründeten adligen Kanonissenstift versahen schon bald neben den Stiftsdamen und den Geistlichen zwölf Scholaren den Chorgesang in der Münsterkirche. Diese Sängerknaben wurden von einem Canonikus scholasticus in der Stiftsschule für den geistlichen Beruf vorbereitet. Als Gegenleistung für vollständig freien Unterricht und lebensunterhalt gestalteten sie mit Choralgesang die Gottesdienste, liturgischen Feiern und Prozessionen in der Stiftskirche.

Mit der Aufhebung des Stiftes Essen im Jahre 1803 wurde auch die Knabenschola aufgelöst. Allerdings gab es in der nach dem Ende des Stiftes entstandenen Münsterpfarre wieder einen neuen Knabenchor, der in Essen unter dem Namen "Münsterspatzen" bekannt war. Der Zweite Weltkrieg und die Zerstörung fast der gesamten Essener Innenstadt waren das Aus für diesen Knaben-Männer-Chor.

Nach der Gründung des Bistums Essen im Jahre 1958 wurde die Münsterkirche Kathedralkirche. Der erste Bischof, Dr. Franz Hengsbach, hatte den Wunsch, dass an seiner Kathedrale Sängerknaben bei der Feier der Liturgie zum Lobe Gottes und zur Freude der Gemeinde singen sollten. So wurde dann am 18. September 1961 der Knabenchor an der Essener Domkirche gegründet: die Essener Domsingknaben. die ersten Proben für 160 "Domsingknaben-Anwärter" begannen am 1. Oktober 1961. Von den Kandidaten wurden schließlich am 22. November 129 "echte"Domsingknaben feierlich in den Chor aufgenommen.

Inzwischen sind die Essener Domsingknaben aus dem Musikleben am Dom, in der Stadt Essen und weit darüber hinaus nicht mehr weg zu denken. Im Wechsel mit dem Essener Domchor und dem Mädchenchor am Essener Dom sorgen sie für die musikalische Gestaltung der Kapitelsgottesdienste, bilden den Rahmen bei Andachten und Meditationen, gestalten Konzerte und laden interessierte Besucher zum "Hören und Mitsingen" ein. In Gottesdiensten und Konzerten im In- und Ausland haben die "Essener Jungs" ihr Können unter Beweis gestellt.

Zur Zeit singen im Chor der Essener Domsingknaben 130 Jungen und junge Männer in verschiedenen Chorgruppen  (Vorschule, B-Chor, A-Chor, Män-nerchor, Mutantenrunde, Choralschola). Geprobt wird zwei- bis dreimal wöchentlich je Chorgruppe. Chorleiter ist seit 1975 Domkapellmeister Ge-org Sump. Seine Vorgänger waren Professor Dr. Josef Jenne (1961 bis 1963) und Domkapellmeister Karl Linke (1963 bis 1974).
 
 
Immer wieder neu: Domsingknaben gesucht

Damit die Essener Domsingknaben auch in Zukunft ihre Zuhörer begeistern können, suchen sie immer wieder "Neue", die in ihrem Chor mitmachen möchten. Jungen, die sechs bis zehn Jahre alt sind und Spaß an Musik und Gesang haben, sind herzlich eingeladen, in der Vorschule der Domsingknaben mitzumachen. Wie zu Stiftszeiten wird man dann nach einer gründlichen Ausbildung ein "richtiger Domsingknabe" - und dann singt man bekanntlich nicht nur im Essener Dom. Für Spiel und Spaß ist in der Chorgemeinschaft ebenfalls jede Menge Raum - und die "Kleinen" sind nicht auf sich gestellt, die "Großen" kümmern sich um sie. Interessierte Eltern können sich gemeinsam mit ihren Söhnen zu einem Informationsgespräch beim Chorleiter, Domkapellmeister Georg Sump,  melden: Rufnummer 0201/2204-427, e-mail: georg.sump@bistum-essen.de


Jubiläumsfeier im November

Am Sonntag, 13. November, wird "50 Jahre Essener Domsingknaben" dann so richtig gefeiert. Aktive und ehemalige Sänger gestalten das Pontifikalamt um 10 Uhr im Dom. Im Saal an der Gertrudiskirche ist danach Gelegenheit zu Begegnungen, Gesprächen. Bei dieser Gelegenheit wird dann auch eine Festschrift vorgestellt und verteilt, die das leben und Wirken der Essener Domsingknaben in 50 Jahren dokumentiert.  (mi)

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