„Ein Bischof, der für Überraschungen gut ist“

Nach dem festlichen Gottesdienst im Dom feierten am Sonntagabend mehr als 400 geladene Gäste bei einem Empfang mit Bischof Overbeck dessen Silbernes Priesterjubiläum. Zahlreiche Redner würdigten Overbecks Engagement nicht nur als Bischof von Essen, sondern auch als Militärbischof für die deutsche Bundeswehr sowie als zuständiger Bischof für das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat.


Mehr als 400 Gäste beim Empfang zum Silbernen Priesterjubiläum

Mit einem Empfang im Congress Center Essen haben am Sonntagabend mehr als 400 geladene Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft mit Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck dessen Silbernes Priesterjubiläum gefeiert. Zahlreiche Redner würdigten Overbecks Engagement nicht nur als Bischof von Essen, sondern auch als Militärbischof für die deutsche Bundeswehr sowie als zuständiger Bischof für das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat. Overbeck selbst blickte auf seine Priesterweihe vor 25 Jahren zurück, mitten in den Wirren der deutschen Wendezeit und dem Fall des Eisernen Vorhangs in Europa. Heute stehe die Welt „in einer Zeit eines neuen Mauerfalls“, so Overbeck mit Blick auf aktuelle Umbrüche in der Weltpolitik und Wirtschaftsordnung, in Fragen von Krieg und Frieden, aber auch hinsichtlich „einer Flexibilisierung unseres Wissens vom Lebensanfang und Lebensende“.

Overbeck sei „ein Priester und Bischof, der für Überraschungen gut ist“, sagte Generalvikar Klaus Pfeffer. Seitdem der Jubilar vor fünf Jahren zum Bischof von Essen ernannt worden ist hätten viele erkannt: „Bischof Overbeck entwickelt sich“. Gleichzeitig bringe Overbeck im Rahmen des Dialogprozesses im Bistum Essen und mit dem Zukunftsbild auch viele andere dazu, sich zu verändern. „Im Namen der Kirche von Essen danke ich dir, dass du mit uns auf dem Weg bist – und für die Energie und Leidenschaft, mit der du uns dazu bewegen willst, uns zu entwickeln“, so Pfeffer zu Overbeck. Applaus gab es für den abschließenden Wunsch des Generalvikars, „dass du uns als Bischof von Essen noch eine ganze Weile erhalten bleibst“. Diesem Wunsch schloss sich auch die Vorsitzende des Diözesanrats im Bistum Essen, Dorothé Möllenberg, an. Das Laien-Gremium sei entschlossen, mit Overbeck nun „in die nächsten fünf Jahre zu starten“. Was sei in den ersten fünf Jahren mit Overbeck als Bischof „im Bistum Essen nicht alles passiert, was wir zu Beginn nicht geglaubt, ja nicht einmal erhofft haben?“, so Möllenberg.

Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß (SPD) gestand mit einem Schmunzeln, dass er den Bischof „gelegentlich darum beneide, dass er nicht wiedergewählt werden muss“. Umso mehr wünsche er sich viele weitere Jahre der guten Nachbarschaft und Zusammenarbeit. „Sie sehen die Lebenswirklichkeit der Menschen im Ruhrgebiet“, so Paß. Und mit dem Dialogprozess im Bistum Essen „holen Sie sie da ab, wo sie sind.“

Die Dialogbereitschaft Overbecks würdigte auch Prälat Bernd Klaschka, Hauptgeschäftsführer des Hilfswerks Adveniat. In Lateinamerika habe sich der Bischof „auf neue Gegebenheiten eingelassen“ und sich offen gezeigt für neue Glaubenserfahrungen. Die sei eine Grundvoraussetzung für ein Engagement, das auf die Weltkirche ausgerichtet ist, so Klaschka.

Die Redner aus der Militärseelsorge würdigten, wie gut sich Overbeck in dieses für ihn seit 2011 zusätzliche Amt hineingefunden habe. „Die Art und Weise wie Sie mit den Soldatinnen und Soldaten umgehen zeigt mir, Sie passen zu uns“, sagte Generalleutnant Peter Schelzig, der stellvertretende Generalinspekteur der Bundeswehr. Oberstleutnant Thomas Aßmuth, Vertreter der Laien in der katholischen Militärseelsorge, nannte Overbeck einen „aktiven und herausfordernden Militärbischof“. Mit ihm als Bischof habe sich die Haltung in der katholischen Militärseelsorge geändert, so Aßmuth: „Wir sind selbstbewusster geworden“. Die Entscheidungsfreude Overbecks hob Militärgeneralvikar Reinhold Bartmann hervor: Quälend lange Diskussionsprozesse beende der Jubilar gerne mit einem „festa finita!“ (ital.: das Fest ist beendet) – nicht als Zeichen bischöflicher Machtausübung, sondern aus „Sorge, Fürsorge und Verantwortung für das Wort Gottes, das Leben der Kirche und die ihm anvertrauten Menschen“. (tr)

Dankansprache Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (PDF)

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