Die Grenzen der Kirchenmusik neu definieren

Mit dem Oratorium "Petrus und der Hahn" endete die Trilogie "Rede und Antwort", mit der Gregor Linßen im Bistum Essen zu Gast war. Auch das letzte Oratorium in GleisX in Gelsenkirchen zeigte deutlich, wie Grenzen klassischer Kirchenmusik neu definert werden können.

Oratorium "Petrus und der Hahn" in GleisX aufgeführt

Farbiges Licht sorgt im Chorraum der Jugendkirche "GleisX" für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Die Spannung in der restlos gefüllten Kirche in Gelsenkirchen ist groß, denn rund 100 Musiker stehen den Besuchern gegenüber und erwarten ihren Einsatz. Kaum sind die ersten Töne erklungen, nimmt Komponist Gregor Linßen die Anwesenden mit in Geschichte von "Petrus und dem Hahn" und lädt sie ein auf eine Reise, dessen Ziel die Auseinandersetzung mit den eigenen Lebensaufgaben ist. So bietet das rund zweistündige Oratorium dem Zuhörer immer wieder Möglichkeit, sich mit den eigenen Erfolgen und Krisen, dem Scheitern im Leben und der Hilfe Anderer bewusst zu werden. Mit der Aufführung in Gelsenkirchen endet die Oratorien-Trilogie "Rede und Antwort", mit der Linßen im Jahr 2013 zu Gast im Bistum Essen war. Im Zentrum der Reihe steht der Dialog eines Paters mit einem jungen Graffitisprayer.

"Es war für uns alle ein Fest", freut sich Linßen über die erfolgreiche Oratorienreihe. Die Begeisterung der Zuschauer habe alle Mühen rund um die Aufführungen wettmacht. Auch wenn mittlerweile die Technik der eines großen Popkonzertes gleiche, sei für die Aufführung stets der Kirchenraum maßgebend. "Oratorien sind stets auch Gebet", erklärt Linßen, der als einer der bedeutendsten Vertreter des Neuen Geistlichen Liedes in Deutschland gilt. So ist es nicht verwunderlich, dass in seinen Stücken auch einmal die ruhigen Klänge eines Streichquartetts auf die beschwingten Rhythmen kubanischer Musik treffen. Denn Linßen versucht immer wieder, die Grenzen klassischer Kirchenmusik zu durchbrechen und sie neu zu definieren. Mit seiner Begeisterung hierfür steckt er an: So reisen Mitglieder des Chorensembles aus ganz Deutschland auf eigene Kosten zu den Aufführungen an. "Wir sind mittlerweile zu einer großen Familie geworden, in der jeder zum Gelingen des Ganzen beiträgt", freut sich der Komponist über das Engagement.

Eine Begeisterung, die auch außerhalb der Chorfamilie spürbar ist. "Wir sind dankbar, dass wir Gastgeber für dieses beeindruckende Oratorium sein durften", freut sich Stefanie Gruner, Jugendreferentin in GleisX. Das Oratorium habe auf eindrückliche Weise erlebbar gemacht, dass ein "Dialog nie ohne Gott gelingen könne". Eine Botschaft, an die man sich auch im Alltag erinnern sollte. (ja)

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