Das "Wort zum Sonntag" wird 60 Jahre alt

Zum runden Geburtstag erhält die zweitälteste deutsche Fernseh-Sendung ein neues Design. Seit 2010 gehört auch der Essener Pfarrer Gereon Alter zu den "Wort zum Sonntag"-Sprechern. Am 1. Februar wird er wieder im TV zu sehen sein.



Neues Verkündigungsformat auf EinsPlus

Für Millionen Fernseh-Zuschauer in Deutschland ist es ein festes Samstagabend-Ritual: Nach den Tagesthemen folgt im Ersten seit fast 60 Jahren das „Wort zum Sonntag“. Dann läuft eine aktuelle Ausgabe der, nach der Tagesschau, zweitältesten deutschen Fernsehsendung über die Bildschirme. Grund genug für die ARD, diesen Schatz in ihrem Fundus am Montag, 20. Januar, mit einer Feierstunde in Hamburg zu würdigen – dort, von wo 1954 das erste „Wort zum Sonntag“ ausgestrahlt wurde. Neben NDR-Intendant Lutz Marmor werden auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, der rheinische Altpräses Nikolaus Schneider zu Gast sein.

Seit vier Jahren gehört auch der Essener Pfarrer Gereon Alter zum achtköpfigen Sprecherteam beim „Wort zum Sonntag“. Gleich in seinem ersten Beitrag setzte er sich damals mit dem schrecklichen Erdbeben auf Haiti auseinander. Es sollte nicht die letzte Katastrophe in Alters „Wort zum Sonntag“-Laufbahn bleiben: Auch die Loveparade-Tragödie in Duisburg und die Atomkatastrophe von Fukushima machte der 1967 geborene Priester zum Thema seiner Fernseh-Ansprachen. „Das waren sicherlich die bewegendsten Beiträge“, sagte Alter jetzt in Essen. Von „Predigten“ mag er bei seinen rund acht Auftritten im Jahr weniger sprechen, „für mich sind das christliche Wochenkommentare“. Und die dürfen sich durchaus auch um heitere Themen drehen – zum Beispiel um den Gesangswettbewerb „Eurovision Song Contest“ (ESC): 2011 bescherte Alters Live-Beitrag unmittelbar vor Beginn des ESC-Finales aus Düsseldorf Rekord-Quoten. Doch auch an gewöhnlichen Samstagabenden sind die „Wort zum Sonntag“-Sprecher im Schnitt in rund zwei Millionen deutschen Wohnzimmern zu Gast.

Zwar dürften viele der Zuschauer die geistliche Ansprache dann auf dem Weg zum Kühlschrank oder zur Toilette nur teilweise wahrnehmen, dennoch weiß Alter anhand der zahlreichen Zuschauerpost, dass er „durch die Sendung für viele Menschen zum Ansprechpartner für all das wird, was die Kirchen gerade bewegt“. Da werde er sowohl zum Adressaten für die viel diskutierten Vorgänge im Bistum Limburg wie auch zur Vertrauensperson für den Berliner Senior, der den Essener Pfarrer per Brief um die Vermittlung einer Berliner Seniorengruppe bat. „Wir wirken auf manche Zuschauer wohl fast wie ein Pastor, der auf Hausbesuch kommt“, vermutet Alter, der über Umwege sogar dem Senior aus Berlin helfen konnte.

Zeitgemäß sei der TV-Dinosaurier jedenfalls auch im 60. Jahr seines Bestehens, sagt Alter – trotz der medialen Konkurrenz etwa durch soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter. „Wir sollten das eine tun, ohne das andere zu lassen.“ Natürlich müsse die Kirche ihre frohe Botschaft auch über das Internet und andere neue Kanäle verbreiten. Gleichzeitig behalte aber auch der wöchentliche Auftritt der „Wort zum Sonntag“-Sprecher seine Berechtigung: „Das ist Prime-Time, beste Sendezeit“, sagt Alter.

Pünktlich zum 60-jährigen Jubiläum im Ersten erhält „Das Wort zum Sonntag“ ein neues Design. Die fünfminütige Verkündigungssendung wird ab nächster Woche, 25. Januar um 22.05 Uhr, mit einem stilisierten Hintergrund-Themenbild für die jeweilige aktuelle Sendung ausgestattet und bekommt ein aktualisiertes Logo, neue Musikelemente wie einen neuen Vorspann. Außerdem wird es zusätzlich zum „Wort zum Sonntag“ ab dem 2. Februar um 22.12 Uhr auf EinsPlus ein neues Verkündigungsformat geben: „Freisprecher“ bündelt kurze Filmbeiträge, die sich speziell an ein junges Publikum richten. In dreiminütigen, von jungen Teams produzierten Clips, werden ethische Fragen thematisiert, die im Alltag junger Zuschauerinnen und Zuschauer eine wichtige Rolle spielen. Es geht darum, wie man „echt“ und „authentisch“ sein kann, es geht um Treue und um Partnerschaft, um die Suche nach Orientierung und nach gültigen Werten. Dieses innovative und multimediale Format wird vom SWR in die junge Primetime von EinsPlus eingebracht und von den beiden Kirchen theologisch verantwortet. Jede Sendung lädt ein zur Diskussion mit Vertretern der katholischen und der evangelischen Kirche im Internet und sozialen Netzwerken.

Gereon Alter wird bereits am übernächsten Samstag, 1. Februar, wieder zu sehen sein. Mit welchem Thema? „Das entscheide ich immer aktuell“, so Alter gespannt auf die kommende Sendung (tr)

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