„CrossingOver“ – voneinander lernen

Dom und Schatzkammer standen ebenso auf dem Besuchsprogramm des Erzbischofs von Chicago, Francis Kardinal George, wie das Weltkulturerbe Zollverein. Doch im Mittelpunkt der zweitägigen Begegnung im Bistum Essen stand ein außergewöhnliches Projekt der Ruhr-Universität Bochum: "CrossingOver".

Kardinal Francis George aus Chicago besucht das Bistum Essen

Die Goldene Madonna im Essener Dom, der Domschatz mit seinen einzigartigen Kunstwerken, aber auch das Weltkulturerbe Zollverein fehlten nicht auf dem Besuchsprogramm des Erzbischofs von Chicago, Kardinal Francis George, und seiner Delegation. Doch vor allem wollten Gäste und Gastgeber miteinander ins Gespräch kommen: über die Kirche hierzulande und in den USA, über das Leben in den Gemeinden, über unterschiedliche Strukturen und Glaubenserfahrungen sowie Glaubenswege. Vielleicht lässt sich der englische Begriff „Crossing over“ so am einfachsten erklären.  

Das 2004 von der Ruhr-Universität Bochum begonnene und so bezeichnete Projekt, an dem sich auch das Bistum Essen beteiligt, will den Dialog über die katholische Kirche und das Gemeindeleben in den USA und in Deutschland fördern. „CrossingOver“ ermöglicht es Seelsorgern, bei einem vier- bis sechswöchigen Aufenthalt in einer Pfarrgemeinde der Erzdiözese Chicago weit über den eigenen Kirchturm hinaus zu blicken, neue Erfahrungen und Eindrücke in einer anderen religiösen und kirchlichen Welt zu sammeln.

Für Diözesanadministrator Franz Vorrath war der Gegenbesuch von Kardinal George deshalb vor allem „ein Grund zur Freude und zum Dank“. „Dass Sie bei uns sind, zeigt uns, dass das Projekt ,CrossingOver‘ auch für Sie und das Erzbistum Chicago von großer Bedeutung ist.“ Zugleich dankte er den Professoren Wilhelm Damberg und Matthias Seelmann sowie Dr. Andreas Henkelmann, die das Projekt in der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum verantworten. Die Begegnung biete die gute Möglichkeit, „in einer herausfordernden Stunde unserer Kirche und unseres Bistums aus dem Vergleich der Kulturen und der Sozialgestalt von Kirche  voneinander zu lernen“.

Was die meisten Teilnehmer des „CrossingOver“-Projektes bei ihren Aufenthalten in den Gemeinden Chicagos beeindruckt hatte, war auch Thema dieser deutsch-amerikanischen Begegnung: dass in den USA Religiosität im Alltag stärker gelebt wird und Menschen dort viel selbstverständlicher über ihren eigenen Glauben reden. Angesichts der Veränderungen in Gesellschaft und Kirche sind diese Erfahrungen sicher auch für die Seelsorgearbeit im Bistum Essen von Bedeutung. „Mitten in einer Phase, in der sich unser Bistum neu finden und erfinden muss, haben wir die Möglichkeit und Aufgabe, Zukunft zu gestalten, neue Wege in der Pastoral zu wagen“, betonte Msgr. Dr. Wilhelm Tolksdorf, Leiter des Dezerantes Pastoral im Bistum Essen.  „,CrossingOver‘ kann uns dabei helfen. Und wir sind dankbar dafür!“(ul)

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