Bi-Edukation mit sozialen Elementen

Mit Beginn des Schuljahres 2014/2015 können auch Jungen das Bischöfliche St. Hildegardis-Gymnasium in Duisburg besuchen. Deshalb hat die Schule ein neues, innovatives und pädagogisch ambitioniertes Bildungskonzept zur Förderung von Mädchen und Jungen entwickelt, das von den schulischen Gremien einstimmig angenommen wurde.


St. Hildegardis-Gymnasium Duisburg stellt neues Bildungskonzept vor

Das Bischöfliche St. Hildegardis-Gymnasium in Duisburg nimmt mit Beginn des Schuljahres 2014/2015 auch Jungen auf. Das hatte das Bistum Essen als Träger des traditionsreichen Mädchengymnasiums schon im Sommer bekannt gegeben. In den vergangenen Monaten haben die schulischen Gremien unter Einbeziehung der Elternschaft intensiv verschiedene Modelle diskutiert mit dem Ziel, ein passgenaues Konzept zu entwickeln, mit dem die Neuausrichtung des Gymnasiums optimal umgesetzt werden kann. „Jetzt haben wir ein neues, innovatives und pädagogisch ambitioniertes Bildungskonzept zur Förderung von Mädchen und Jungen beschlossen, und das einstimmig“, freut sich der Leiter der Schule, Oberstudiendirektor Dr. Christoph Oster, der jetzt mit Vertretern aus Lehrer- und Elternschaft das neue Konzept vorstellte, das eine „Bi-Edukation mit sozialen Elementen“ vorsieht.


Getrennt lernen – gemeinsam leben – aufeinander zugehen

Beginnend mit dem Jahrgang 5 im nächsten Schuljahr 2014/15 findet der Unterricht in der Sekundarstufe I an der Schule in getrennten Mädchen- und Jungenklassen statt. „Doch in unserem Modell der Bi-Edukation werden als soziale Komponente in ausgesuchten Fächern der Sekundarstufe I einzelne geschlechtsübergreifende Lerngruppen eingerichtet“, so der Schulleiter. Vorgesehen sind dazu die Streicher-Klasse im Fach Musik und der Religionsunterricht Unterricht im Fach Religion ab Klasse 5, später auch die Kurse im Wahlpflichtbereich ab Klasse 6 (Fremdsprache) bzw. 8. Ein begabungs- und interessengeleitetes attraktives AG- und Freizeitangebot im Mittags- und Nachmittagsbereich vervollständigt das Lernkonzept zu einem übergreifenden Erziehungs- und Bildungskonzept. „Die Devise lautet also: wir lernen ab der Klasse 5 getrennt, wollen aber gemeinsam leben und aufeinander zugehen“, betont Oster.


Schritt für Schritt zur Lern- und Jahrgangsgemeinschaft

In der Schulgemeinde des St. Hildegardis-Gymnasiums sei man davon überzeugt, dass sich Jungen und Mädchen in ihren Interessen, in ihrer Entwicklung und in ihren Lernstrategien so weit unterscheiden, dass sie am Gymnasium zunächst in getrennten Lerngruppen besonders gefördert werden können. „Das belegen die Erkenntnisse der Wissenschaft“, so Schulseelsorger Dr. Ulrich Seng. Jungen und Mädchen würden gerade in dieser Entwicklungsphase unterschiedlich lernen. Mit zunehmendem Alter würden diese Unterschiede jedoch verschwinden. Was die Mono-Edukation betrifft, verfügt das Mädchengymnasium über große Erfahrungen. „Hier erreichen die Schülerinnen seit Jahrzehnten gute Leistungen“, betont Oster. Im Schulalltag soll dann Schritt für Schritt eine starke Lern- und Jahrgangsgemeinschaft  im Hinblick auf den gemeinsamen Unterricht in der Sekundarstufe II wachsen.


Optimale individuelle Förderung

Dass schon von Anfang an in Arbeitsgemeinschaften (AG) außerhalb des Unterrichts „soziales gemeinsames Lernen" möglich sei, unterstrich Studiendirektorin Margret Hartmann. Das Angebot im St. Hildegardis-Gymnasium ist groß. In Lernwerkstätten außerhalb des Unterrichts wird unterstützende Förderung angeboten. Daneben gibt es eine Vielzahl von AGs, von Handarbeiten über eine Roboter-AG (Informatik) und Selbstständigkeitsförderung („It’s my life“) bis hin zu einer Mathematik-AG (Begabtenförderung)  oder dem Projekt „MEX“, in dem die Schülerinnen der Klassen 5 im naturwissenschaftlichen Bereich experimentieren können. „Selbstverständlich können immer wieder neue Arbeitsgemeinschaften entstehen“, so Hartmann. Der Schule gehe es um eine optimale individuelle Förderung der Schülerinnen und der zukünftigen männlichen Schüler. „Das heißt: Ausbau ihrer Stärken und Behebung ihrer Schwächen“, unterstreicht der Schulleiter.

In Verbindung mit dem schon etablierten „kleinen Ganztag" sieht die Schule in ihrem Modell der Bi-Edukation den optimalen Weg, auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen im G8 (Abitur nach Klasse 12) in besonderer Weise eingehen zu können. „Perspektivisch werden so die Grundlagen für eine fundierte gymnasiale Ausbildung gelegt, für die unsere Schule in der Region Duisburg und Umgebung seit Jahrzehnten bekannt ist“, so Oster.


Freie Hand bei der Entscheidungsfindung

Wie er freut sich auch die Vorsitzende der Schulpflegschaft, Britta Schneider-Dahm, darüber, dass die gemeinsame Suche nach einem neuen pädagogischen Konzept „ohne Kontroversen“ verlaufen ist. „Ich sehe hier eine riesige Chance für die Schule, Mädchen und Jungen eine optimale Bildung zu ermöglichen“, so Schneider-Dahm. Für die Schulgemeinschaft sei es sehr positiv gewesen, dass sie „absolut freie Hand“ bei der Entscheidungsfindung hatte und ohne Druck arbeiten konnte. „Ihr werdet wissen, was eurer Schule wichtig ist“, - das sei die Devise des Schulträgers gewesen. 

Schon im September hat der Schulleiter erste Anfragen von Eltern erhalten, die mit dem Gedanken spielen, ihren Sohn im kommenden Jahr anzumelden. „Ein so großes Interesse hatten wir in den Vorjahren nicht“, so Oster. Ob es eine oder zwei Jungenklassen geben wird, darüber möchte er nicht spekulieren. „Wir haben auf jeden Fall Ressourcen frei.“ Die notwendigen baulichen Maßnahmen für die Umstellung auf eine gemischte Schule seien auf den Weg gebracht.


Informationsabende und Tage der offenen Tür

Weitere Informationen erhalten Eltern an zwei Informationsabenden am
3. Dezember oder 14. Januar 2014, jeweils um 19.00 Uhr in der Aula der Schule an der Realschulstraße 11, Duisburg-Mitte. Erleben können Eltern mit ihren Kindern das Gymnasium bei den Tagen der offenen Tür am 7. Dezember, 9.00 bis 14.00 Uhr, und am 18. Januar 2014, 9.00 bis 12.00 Uhr. Termine zu einem Anmeldegespräch können ab dem 9. Dezember vereinbart werden. Informationen gibt es auch unter www.shg-duisburg.de. (do)

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