Beheimatet in der "Einen Welt"

In den vergangenen Monaten trafen sich indische Ordensschwestern, die in den Bistümern Essen und Aachen im Einsatz sind, erstmalig zu einem gemeinsamen Seminar. Im Zentrum dieses Treffens stand die persönliche Fortbildung der Ordensfrauen.

Dreiteiligen Weiterbildung für indische Ordensfrauen

Die persönliche Fortbildung stand im Mittelpunkt eines dreiteiligen Seminars, an dem Ordensfrauen aus den Bistümern Aachen und Essen in den vergangenen Monaten teilgenommen haben. Das Seminar, das von den Ordensreferaten beider Diözesen zum ersten Mal angeboten wurde, bildete für die fachlich bereits gut ausgebildeten Schwestern, die meist in Krankenhäusern und Altenheimen arbeiten, eine gute Ergänzung.

Nach einer behutsamen Annäherung zu Beginn des ersten Wochenendes und einer Zeit der persönlichen Besinnung, gab es schon bald einen lebendigen Austausch über die eigene Lebens- und Glaubensgeschichte. „Wie bin ich die geworden, die ich bin?“ , „Warum bin ich in diese Gemein-schaft und in keine andere eingetreten?“ - das waren nur einige Fragen, mit denen sich die Teilnehmerinnen näher befassten.

„Obwohl wir indischen Schwestern aus dem gleichen Land kommen, haben wir die Vielfalt jeder einzelnen Person und unterschiedliche Ordensgemeinschaften erfahren. Gleichzeitig haben wir uns an diesem Wochenende als eine Gemeinschaft erlebt und das hat mir gutgetan“, so das Resümee der Schwestern. Alle fühlten sich beschenkt durch die Vielfalt der Charismen und durch die Wahrnehmung, das Andere vor ähnlichen Problemen ständen. Ob es die strengen gesetzlichen Vorschriften in der Pflege seien, die oft menschliche Begegnungen mit den Patientinnen und Patienten erschwerten, oder auch die Realität der pastoralen Situation in der Gemeinde vor Ort: „Es ist kaum noch möglich, täglich die Eucharistie mitzufeiern. Von anderen und ihren Nöten zu hören, macht manchmal die eigene Not erträglicher“, so die Teilnehmerinnen.

In der Begleitung alter und sterbender Menschen spiele deren Erfahrungen mit der Kirche und ihr – oft kindliches – Gottesbild eine wichtige Rolle. Dem wollte das zweite Seminarwochenende nachgehen. „Mit welchen Gottesvorstellungen bin ich aufgewachsen?“, „Wie hat sich mein Gottesbild im Laufe meines Lebens verändert und wie denken die Menschen, die ich begleite, von Gott?“, waren hier die zentralen Fragen. „Gott ist mir näher gekommen. Ich fühle mich sehr bereichert durch das, was andere mitgeteilt haben“, so die Teilnehmerinnen am Ende dieser Veranstaltung.

Das dritte Wochenende nahm die kirchliche und gesellschaftliche Realität in Deutschland in den Blick, die in Vielem so anders ist als in Indien.

Rückblickend auf die drei Wochenenden war die einhellige Feststellung der Schwestern: „Ich bin sehr dankbar, dass so etwas für uns gemacht wird“. Auch die Weihbischöfe Ludger Schepers aus Essen und Karl Borsch aus Aachen zeigten sich dankbar: „Ihr Dienst an den Menschen in unseren Einrichtungen, Ihre Nähe zu den Menschen und Ihr Gebet bereichern uns“.

Die Zertifikate, die den Schwestern jetzt bei einer festlichen Eucharistiefeier überreicht wurden, waren somit nicht nur eine Bescheinigung für die Teilnahme, sondern auch eine Ermutigung für die weitere Arbeit: „Wir sind zusammengerückt – als Gemeinschaften und über Bistumsgrenzen hinweg“. (mll,ja)

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