21 Sonnenblumen für die Opfer der Loveparade

Ein Jahr ist es jetzt her. Am 24. Juli 2010 fanden bei der Loveparade in Duisburg 21 Menschen den Tod. Hunderte wurden verletzt und Tausende traumatisiert. Am kommenden Sonntag wird in einer öffentlichen Feier in der MSV-Arena in Duisburg der Opfer der schrecklichen Katastrophe gedacht.


Weihbischof Franz Grave spricht bei der Gedenkfeier in Duisburg

Ein Jahr ist es jetzt her. Am 24. Juli 2010 fanden bei der Loveparade-Tragödie in Duisburg 21 Menschen den Tod. Hunderte wurden verletzt und Tausende traumatisiert. Am Sonntag, 24. Juli, 15.00 Uhr, wird in der  in der MSV-Arena in einer öffentlichen Feier der Opfer gedacht.  Für die Angehörigen der Opfer, für Rettungskräfte und Verletzte, aber auch für die Öffentlichkeit  wird es eine Feier der Trauer, der Erinnerung, aber auch des Trostes. 

Die Organisation der Feier hat auf ausdrücklichen Wunsch der Angehörigen die Düsseldorfer Staatskanzlei übernommen. Die Federführung bei der  inhaltlichen Gestaltung liegt bei dem Landespfarramt für Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche. Erwartet werden die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und fast ihre gesamte Ministerriege. „Die Gedenkfeier im Stadion soll  alle in einer Gemeinschaft der Trauer zusammenführen und Angehörigen, Verletzten und Rettungskräften zeigen, dass sie mit ihrem Schmerz und ihren Gefühlen nicht allein sind“, betonte Uwe Rieske, rheinischer Landespfarrer  für die Notfallseelsorge, vor der Presse in Düsseldorf. Petra Bosse-Huber, Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, und der Weihbischof em. Franz Grave werden Ansprachen halten und die Segensworte sprechen. Auch eine Angehörige aus Italien, ein Rettungssanitäter und eine Verletzte kommen zu Wort. Ministerpräsidentin Kraft liest eine der Fürbitten.

Es wird ein bewegender Moment sein, wenn Weihbischof Grave, Vizepräses Bosse-Huber, der Duisburger Stadtdechant Bernhard Lücking und Superintendent Armin Schneider die Namen der 21 Todesopfer verlesen werden. 21 Sonnenblumen werden von Rettungskräften auf dem durch Blumengirlanden geschmückten Rasen niedergelegt.

An der musikalischen Gestaltung sind ein Streichquartett der Duisburger Philharmoniker, der Junge Chor Beckhausen der Gelsenkirchener Pfarrei St. Hippolytus unter Leitung von Wolfgang Wilger, die Soulsängerin Richetta Manager und der Duisburger Musiker Peter Bursch mit seiner Band beteiligt. Auf Wunsch von Angehörigen wird "Der Graf", Sänger der Band "Unheilig", das Lied "Geboren um zu leben" singen. Mit diesem "Cross-over" von Klassik bis zu moderner Musik solle daran erinnert werden, dass die jungen Leute damals zu einer fröhlichen Feier nach Duisburg gekommen seien, so Rieske. Um 17.00 Uhr werden alle Kirchenglocken in Duisburg läuten und stadtweit die Menschen zum stillen Gedenken auffordern.


Viele sind traumatisiert

„Ein Jahr nach der Katastrophe sind die schrecklichen Ereignisse noch immer in den Köpfen der Menschen gegenwärtig, und viele haben das immer noch nicht verarbeitet“, ist die Erfahrung von Stadtdechant Bernhard Lücking. Viele seien traumatisiert, weil sie in irgendeiner Weise von dem Unglück betroffen gewesen seien. Lücking kann sich noch ganz genau an den Nachmittag des 24. Juli 2010 erinnern. „Da waren diese schizophrenen Bilder im Fernsehen: auf der einen Seite feiernde Menschen, auf der anderen Seite Tote, Verletzte und Menschen, die um ihr Leben kämpften“, so der Stadtdechant, der selber um seinen Neffen bangte, der die Loveparade besucht hatte. Diese Sorgen und „Höllenqualen“ hätten unzählige Angehörige durchlitten.

Die Loveparade-Katastrophe  habe die Stadt und ihre Menschen verändert. Nach wie vor spüre er eine große Betroffenheit. In der Tragödie seien aber auch „Solidarität, Zusammenrücken, Hilfsbereitschaft und Zuwendung“ sichtbar geworden. Die Gedenkfeier ist für Lücking „unsere Möglichkeit, mit der Katastrophe umzugehen, es im Gebet vor Gott zubringen“. Dazu hat der Stadtdechant auch alle katholischen Gemeinden Duisburgs aufgerufen. In den Sonntagsmessen werden die Gläubigen betend der Opfer der Loveparade-Katastrophe und ihrer Angehörigen gedenken. (do)   

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