Weihbischof Franz Vorrath

Offen und unkompliziert

Ingenieur hatte er eigentlich werden wollen, sich deshalb nach der Mittleren Reife am Leibniz-Gymnasium in Essen schon von der Schule verabschiedet. Doch es sollte anders kommen: Sein Lehrer meldete ihn – ohne ihn zu fragen – kurzerhand wieder an der Schule an. Franz Vorrath nahm’s als Bestimmung, verzichtete auf seine Lehrstelle, drückte weiter die Schulbank, legte schließlich seine Reifeprüfung ab - und wurde Priester.

Sein Lebensweg hätte gar nicht anders verlaufen können, ist er heute überzeugt. Seinen Schritt, Theologie zu studieren, um Priester zu werden, hat er deshalb keinen Tag bereut. Das spüren auch die Menschen, die ihm begegnen. Seine offene, unkomplizierte Art wissen die Leute zu schätzen. Ob beim Mittagessen in der Kantine des Generalvikariates, wo er regelmäßig mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeinsam ißt, oder bei seinen Besuchen in den Gemeinden und Caritas-Einrichtungen. Auch in seinem Amt als Weihbischof, so hatte er kurz nach seiner Ernennung gesagt, wolle er vor allem eins: „Pastor bleiben“. Wer ihn kennt, weiß, dass er diesen Vorsatz ernst nimmt.
Franz Vorrath ist ein Kind des Essener Nordens. 1937 wurde er in Essen-Stoppenberg geboren und wuchs im Nachbarstadtteil Katernberg auf. Nach dem Abitur am Leibniz-Gymnasium in Essen-Altenessen und dem Studium in Bonn und München wurde er am 26. Juli 1962 von Bischof Dr. Franz Hengsbach im Essener Dom zum Priester geweiht. Erste seelsorgliche Erfahrungen sammelte er als Kaplan in St. Peter und Paul in Herbede/Witten. Von 1975 bis 1981 war er Diözesanjugendseelsorger im Bistum Essen, von 1982 bis 1986 Diözesanpräses der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB). 1986 ernannte ihm Bischof Hengsbach zum Pfarrer der Gemeinde St. Joseph in Oberhausen-Styrum. Ein Jahr später folgte die Ernennung zum Stadtdechanten von Oberhausen. Am 22. November 1995 wurde Franz Vorrath von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof in Essen ernannt und am 7. Januar 1996 im Essener Dom geweiht. Kurz darauf übertrug ihm Bischof Dr. Hubert Luthe die Verantwortung für die Caritas im Ruhrbistum.
Als Bischofsvikar für die Caritas und Vorsitzender des Caritasverbandes für das Bistum Essen ist  Vorrath zu einem wichtigen Anwalt für die Benachteiligten in dieser Gesellschaft geworden. Immer wieder macht er sich „vor Ort“ ein Bild von der Arbeit der Caritas und ihren Fachverbänden im Ruhrbistum. Das gilt auch für die Auslandshilfe, einem Markenzeichen der Caritas im Bistum Essen. Viele Projekte auf dem Balkan hat er persönlich besucht und sich über die oft schwierige Arbeit in den jeweiligen Ländern informiert. Auch das Essener Baby-Fenster fand in ihm einen engagierten Unterstützer. Für bundesweites Aufsehen sorgte eine „Orientierungshilfe zu Moscheebauten und Muezinruf“, die unter seiner Leitung entstanden ist. Auch die Deutsche Bischofskonferenz profitiert von seinem Wissen. So gehört er den Kommissionen  "Caritas" und "Migration" sowie der Unterkommission „Interreligiöser Dialog“ an.
Nach der Ernennung von Bischof Genn zum Bischof von Münster wählte ihn das Essener Domkapitel am 30. März 2009 zum Diözesanadministrator. Bis zum Amtsantritt von Bischof Franz-Josef Overbeck am 20. Dezember 2009 leitete er das Ruhrbistum. Die Zeit, seinen Hobbies nachzugehen, war eng bemessen: ein gutes Buch lesen, ein Fußballspiel sehen oder mit dem Fotoapparat auf Motivjagd gehen.

Am 9. Juli 2012 vollendete Franz Vorrath sein 75. Lebensjahr. Seiner Bitte um Entpflichtung vom aktiven Dienst entsprach der damalige Papst Benedikt XVI.. Seine Aufgaben als Bischofsvikar für die Caritas nahm Vorrath noch bis Ende Oktober 2012 wahr. Sein altersbedingter Rücktritt als Weihbischof in Essen wurde jedoch erst mit der Ernennung des neuen Weihbischofs Wilhelm Zimmermann durch Papst Franziskus am 14. März 2014 wirksam. Seit Vollendung seines 75. Lebensjahres hat Franz Vorrath also noch fast zwei weitere Jahre treu, pflichtbewusst und ohne zu klagen seinen Dienst getan, der immer von Freundlichkeit und Zuwendung geprägt war. (ul)

Der Weihbischof, auch Hilfs-, Auxiliar- oder Titularbischof genannt, steht dem  Diözesanbischof zur Seite und nimmt vor allem Weihehandlungen (Weihe von Priestern, Kirchen, Altären) vor, daher der Name. Weihbischöfe tragen ebenfalls die bischöflichen Amts- und Ehrenzeichen wie Ring, Hirtenstab und Mitra und haben als Mitglieder des Kollegiums aller Bischöfe Teil an der Lehrvollmacht der Gesamtkirche, wie sie etwa bei den Beratungen und Beschlüssen eines Konzils zum Ausdruck kommt.

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