Die Vulgata

Lat. vulgus = »allgemein, gewöhnlich«, i.d.S. »allg. übliche Textfassung«; die zum großen Teil auf den hl. Hieronymus (* 347, † 419) zurückgehende, in der kath. Kirche allein verbindliche lat. Bibelübersetzung. Die Vulgata löste die bis dahin gebräuchliche ältere lat. Übersetzung der Bibel (Vetus Latina) ab. Im Auftrag von Papst Damasus I. (366–384) begann Hieronymus im Jahr 383 mit der Revision des altlat. Textes der Evangelien, ab 390 folgte die Übersetzung der größten Teile des Alten Testaments. Ab dem 8. Jh. löste die Vulgata die Vetus Latina endgültig ab. Das Konzil von Trient (Tridentinum) erklärte die Vulgata 1546 für authentisch. 1907 veranlasste Papst Pius X. die Erarbeitung einer kritischen Textfassung. 1979 erschien eine auf Grundlage der Originaltexte der Bibel revidierte Neuauflage der Vulgata, die Nova Vulgata.