Die Aussetzung
Begriffserklärung und Herkunft
Der Begriff Aussetzung (lat. expositio) bezeichnet im katholischen Ritus das feierliche Zeigen der konsekrierten Hostie – des „Allerheiligsten“ – zur öffentlichen Verehrung. Sprachlich leitet sich das Wort vom Hinausstellen oder Sichtbarmachen aus dem Tabernakel ab. Historisch entwickelte sich diese Praxis im Hochmittelalter (13. Jahrhundert), verstärkt durch die Einführung des Fronleichnamsfestes und das wachsende Bedürfnis der Gläubigen, den Leib Christi nicht nur zu empfangen, sondern schauend zu verehren („Augenkommunion“).
Verankerung im Bistum Essen
Im Bistum Essen hat die Aussetzung eine besonders lebendige Tradition, die eng mit der Geschichte der Ewigen Anbetung verknüpft ist. Ein zentraler Ort ist die Anbetungskirche St. Johann Baptist direkt neben dem Essener Münster. Dort wird das Allerheiligste seit Jahrzehnten fast täglich zur Anbetung ausgesetzt, getragen durch die Gemeinschaft der „Dienerinnen vom Heiligen Geist“.
Zudem ist die feierliche Aussetzung fester Bestandteil der regionalen Fronleichnamsprozessionen, etwa auf der Essener „Religionsmeile“, wobei die Monstranz unter einem Baldachin (Himmel) durch die Straßen getragen wird, um den Segen Gottes in den urbanen Raum zu tragen. In vielen Pfarreien des Reviers hat sich zudem die Form der „Nightfever“-Abende etabliert, bei denen die Aussetzung durch moderne Lichtinszenierungen ergänzt wird, um auch kirchenferne Menschen anzusprechen.
Rolle in der Liturgie
Liturgisch erfolgt die Aussetzung entweder in einer Monstranz (feierliche Form) oder in einem geschlossenen Ziborium (einfache Form). Der Ritus beginnt mit dem Aussetzen der Hostie auf dem Altar, begleitet von Inzens (Inzensieren mit Weihrauch) und dem Gesang eucharistischer Hymnen wie dem Tantum Ergo. Die Aussetzung dient als Einleitung für längere Gebetszeiten oder die Erteilung des eucharistischen Segens. Nach den geltenden Normen darf eine Aussetzung nur stattfinden, wenn eine angemessene Zahl von Gläubigen zur Anbetung anwesend ist, um eine „Verschauobjekt-Mentalität“ zu vermeiden.
Spirituelle Dimension und Symbolik
Die Aussetzung verweist auf die reale Gegenwart Christi in der konsekrierten Hostie, die gemäß der Lehre von der Transsubstantiation über die eigentliche Messfeier hinaus fortbesteht. In der Gestaltung der Monstranz, die häufig als Strahlenkranz oder Sonnenmotiv ausgeführt ist, wird Christus symbolisch als „Licht der Welt“ visualisiert.
Die in der Monstranz gezeigte Hostie bildet dabei den zentralen Fokus der eucharistischen Verehrung und bündelt die Aufmerksamkeit der Gläubigen, indem sie den sakralen Raum ordnet und auf die kontemplative Ausrichtung der Liturgie hinführt.
Kernaspekte im Überblick
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Name und Ursprung: Lat. expositio; entstanden im 13. Jh. aus dem Wunsch nach der „Augenkommunion“.
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Funktion und Zweck: Sichtbare Verehrung des Leibes Christi und Vorbereitung auf den eucharistischen Segen.
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Bedeutung im Bistum Essen: Permanenz in der Anbetungskirche St. Johann Baptist; fester Bestandteil städtischer Prozessionen.
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Liturgische Präsenz: Verwendung von Monstranz, Weihrauch, Humeralvele und speziellen Gesängen (z.B. Pange Lingua).
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Brauchtum und kulturelle Besonderheiten: Verbindung von traditioneller Anbetung und modernen Formaten wie „Nightfever“.