Die Apokryphe
Begriffserklärung und Herkunft
Der Begriff Apokryphe (altgriechisch: apókrypha, wörtlich „verborgen“, „geheim“, oder „zurückgelegt“) bezeichnet in der Theologie Schriften, die nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden, obwohl sie religiösen oder geschichtlichen Inhalt haben und oft biblischen Personen oder der Frühzeit des Christentums zugeschrieben werden. Historisch gesehen wurden die Apokryphen zunächst als Schriften angesehen, die nur für einen eingeweihten Kreis bestimmt waren (Geheimlehren). Später, insbesondere im Zuge der Kanonisierung, wandelte sich die Bedeutung hin zu Schriften, deren authentischer oder göttlicher Ursprung angezweifelt wurde. Im katholischen Sprachgebrauch unterscheidet man oft zwischen den deuterokanonischen Schriften und den neutestamentlichen Apokryphen.
Verankerung im Bistum Essen
Das Bistum Essen ist in seiner relativ jungen Geschichte (Gründung 1958) stark von der Industriekultur und der Diaspora-Situation geprägt. Die Apokryphen sind im direkten Gebrauch oder in der offiziellen Lehre des Bistums nicht stärker verankert als in anderen deutschen (Erz-)Bistümern. Konkrete Bezüge finden sich aber indirekt in der Kunst und Ikonografie mancher Kirchen und Kapellen, die sich regionaler Heiligenverehrung oder volkstümlichen Andachten widmen.
Rolle in der Liturgie
ApokrypheSchriften werden in der katholischen Liturgie nicht als Lesungen verwendet. Der Leseplan der Heiligen Messe (Lektionar) ist ausschließlich auf die kanonischen und deuterokanonischen Bücher der Bibel gestützt. Eine indirekte Rolle können apokryphe Erzählungen jedoch durch die Gedächtnisfeiern von Heiligen spielen, deren Legendenbildung auf apokryphen Überlieferungen basiert – etwa die Legende der heiligen Anna, Marias Mutter, deren Erzählung stark von apokryphen Texten beeinflusst wurde.
Spirituelle Dimension und Symbolik
Die apokryphen Schriften dienen der Ergänzung und Ausschmückung der kanonischen Erzählungen. Sie haben eine starke spirituelle Dimension, da sie oft eine Lücke in der biblischen Berichterstattung füllen. Ihre Symbolkraft liegt in der Vertiefung der Frömmigkeit und der Förderung der Fantasie und der Meditationsbereitschaft der Gläubigen. Während sie keine dogmatische Autorität besitzen, tragen sie zur kulturellen und ästhetischen Ausformung des christlichen Glaubens bei, was besonders in der Marienfrömmigkeit deutlich wird.
Kernaspekte im Überblick
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Name und Ursprung: Apokryphe (griech. „verborgen“); Schriften, die nicht in den Bibelkanon aufgenommen wurden, oft biblischen Figuren zugeschrieben.
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Funktion und Zweck: Ergänzung kanonischer Erzählungen, Bereicherung der volkstümlichen Frömmigkeit, Füllen biblischer „Lücken“.
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Bedeutung im Bistum Essen: Indirekt durch Ikonografie und volkstümliche Frömmigkeit in regionalen Kirchen.
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Liturgische Präsenz: Nicht in der offiziellen Liturgie (Leseordnung der Messe) verwendet.
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Brauchtum und kulturelle Besonderheiten: Motive aus Apokryphen prägen Darstellungen in der Kunst und fließen in lokale Andachten/Legenden ein.