Der Amikt
Begriffserklärung und Herkunft
Der Amikt (lat. amictus = „Umhang“ oder „Überwurf“) ist ein rechteckiges Tuch aus weißem Leinen, das zu den liturgischen Gewändern der katholischen Kirche zählt. Es wird auch als Humerale (lat. humerus = „Schulter“) oder Schultertuch bezeichnet. Seine historische Entwicklung reicht bis in die Antike zurück, wo ein ähnliches Kleidungsstück im Alltag zur Bedeckung des Halses und zum Schutz der wertvolleren Obergewänder vor Schweiß getragen wurde. Ab dem 8. Jahrhundert etablierte es sich als fester Bestandteil des kirchlichen Ornats. Ursprünglich wurde der Amikt auch von Mönchen als Teil ihres Habitus verwendet, wobei er sich im Laufe der Zeit in eine Art Kragen verwandelte.
Verankerung im Bistum Essen
Im Bistum Essen wird der Amikt gemäß den allgemeinen römisch-katholischen Vorgaben verwendet. Er ist Teil der liturgischen Grundausstattung in Dom und Gemeinden und wird in der liturgischen Ausbildung und Praxis pastoraler Dienste berücksichtigt.
Rolle in der Liturgie
Als erstes Element der liturgischen Gewandung wird der Amikt von Priestern und Diakonen angelegt, um die Albe anschließend darüber zu tragen. Er wird um den Hals und die Schultern gelegt und erfüllt primär zwei Funktionen: eine praktische und eine symbolische. Praktisch dient er dazu, die Alltagskleidung (Talar oder Zivilkleidung) vollständig zu bedecken und den Halsbereich der Albe vor Verschmutzung zu schützen. In der neueren Liturgie ist das Tragen des Amikts dann vorgeschrieben, wenn die Albe den Hals des Trägers nicht vollständig bedeckt.
Spirituelle Dimension und Symbolik
Die spirituelle Deutung des Amikts ist tief in der Tradition verwurzelt. Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil war es üblich, beim Anlegen ein Gebet zu sprechen, das den Amikt als „Helm des Heiles“ (galeam salutis) interpretierte. Diese Symbolik leitet sich von der Bibelstelle im Epheserbrief (Eph 6,17) ab und verstand das Tuch als Schutz vor „teuflischen Anfechtungen“ (diabolicos incursus).
Kernaspekte im Überblick
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Name und Ursprung:Amikt, Humerale, Schultertuch. Lat. amictus („Umhang“). Entwicklung aus der antiken Alltagskleidung.
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Funktion und Zweck: Bedient praktische Zwecke, indem er Hals und Schultern des Zelebranten bedeckt und die Albe schützt.
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Bedeutung im Bistum Essen: Der Amikt ist gemäß der allgemeinen römisch-katholischen Liturgie in der Praxis des Ruhrbistums verankert und in dessen Lexikoneinträgen belegt.
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Liturgische Präsenz: Wird von Priestern und Diakonen unter der Albe getragen, in der Regel als erstes Gewandstück.
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Brauchtum und kulturelle Besonderheiten: Das traditionelle Ankleidegebet (Impone, Domine, capiti meo...) deutet ihn als „Helm des Heiles“.