Das Abendmahl

Begriffserklärung und Herkunft

Der Begriff Abendmahl (griechisch: Deipnon Kyriakon; lateinisch: Cena Domini) bezeichnet das letzte Mahl, das Jesus Christus mit seinen Jüngern am Abend vor seinem Leiden und Sterben feierte. Historisch ist der Begriff eng mit dem jüdischen Paschamahl verbunden, das in der Nacht vor dem Auszug aus Ägypten gefeiert wurde. Während der Ausdruck Eucharistie (Danksagung) der primäre theologische Fachterminus der römisch-katholischen Kirche für dieses Sakrament ist, wird Abendmahl vorrangig in den evangelischen Kirchen verwendet, um die Einsetzung des Sakraments, dessen Mahlcharakter und die versöhnende Gemeinschaft zu betonen. 

Verankerung im Bistum Essen

Im Bistum Essen wird der Begriff Abendmahl offiziell in erster Linie im Kontext der Ökumene gebraucht, insbesondere im Dialog mit der Evangelischen Kirche im Rheinland und in Westfalen. Die katholische Liturgie der Diözese verwendet stets den Terminus Heilige Messe oder Eucharistiefeier. 

Rolle in der Liturgie

In der katholischen Liturgie, und damit im Bistum Essen, hat Abendmahl keine eigenständige, liturgische Rolle, sondern fungiert als historisch-biblische Referenz für die Einsetzung der Eucharistie. Der liturgische Höhepunkt, die Wandlung (Konsekration), basiert auf den Einsetzungsworten, die Jesus beim Abendmahl sprach: „Das ist mein Leib... Das ist mein Blut“. Die einzige katholische Messfeier, die den Begriff offiziell im Namen trägt, ist die Abendmesse am Gründonnerstag, welche die Einsetzung des Priestertums und der Eucharistie feiert und oft die Zeremonie der Fußwaschung beinhaltet.

Spirituelle Dimension und Symbolik

Spirituell symbolisiert das Abendmahl das Vermächtnis Jesu, die hingebende Liebe und die dauerhafte Gegenwart Christi in seiner Gemeinde. Es ist ein Zeichen des Neuen Bundes, der durch das Blut Christi besiegelt wurde. Für katholische Gläubige im Bistum Essen steht die Eucharistie – das Abendmahl im biblischen Sinne – für die Quelle und den Höhepunkt des christlichen Lebens, da es das sakramentale Gedächtnis des Opfers Christi ist und die Gemeinschaft mit Gott und untereinander stiftet.

Kernaspekte im Überblick

  • Name und Ursprung: Abendmahl (lat. Cena Domini); bezieht sich auf Jesu letztes Mahl mit den Jüngern, verwurzelt im jüdischen Paschamahl.

  • Funktion und Zweck: Biblische Grundlage für das Sakrament der Eucharistie/Heiligen Kommunion; stiftet Gemeinschaft und gedenkt des Opfertodes Christi.

  • Bedeutung im Bistum Essen: Primär als ökumenischer Brückenbegriff und historische Referenz verwendet; offiziell Eucharistiefeier genannt.

  • Liturgische Präsenz: Wird als Titel für die Messe vom Letzten Abendmahl am Gründonnerstag verwendet; ist der biblische Anlass für die Konsekration.

  • Brauchtum und kulturelle Besonderheiten: In katholischen Kontexten des Bistums Essen oft verbunden mit der Fußwaschung am Gründonnerstag; in der Ökumene wichtiger Gesprächsbegriff.