von IPP, Dissens, FZH

Zwischenbericht zur Aufarbeitung der Missbrauchsvorwürfe gegen Franz Kardinal Hengsbach

Der Zwischenbericht zur Aufarbeitung der Missbrauchsvorwürfe gegen Franz Kardinal Hengsbach beleuchtet die Vorwürfe gegen Kardinal Hengsbach aus einer historisch-biografischen und einer sozialwissenschaftlichen Perspektive.

Über die Studie

Im September 2023 gab das Bistum Essen bekannt, dass Meldungen vorliegen, wonach der frühere Kardinal Hengsbach (1910-1991) sexualisierte Gewalt ausgeübt haben soll. Die Beschuldigungen beziehen sich zum einen auf Kardinal Hengsbachs Amtszeit im Bistum Essen, zum anderen auf seine Zeit im Erzbistum Paderborn. Die Studie des Instituts für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) München, Dissens und der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH) untersucht u.a. die Meldungen und den Umgang damit aus einer historisch-biografischen und einer sozialwissenschaftlichen Perspektive. Die Finanzierung der Studie erfolgt als Zuwendung durch das Bistum Essen, das Erzbistum Paderborn, die Bischöfliche Aktion Adveniat, die Katholische Soldatenseelsorge und das ZdK.

Zentrale Ergebnisse

Bisher sind Vorwürfe sexualisierter Gewalt durch Franz Hengsbach gegen drei damals jugendliche Mädchen zwischen 13 und 16 Jahren gut belegt und als wahrscheinlich einzustufen. Auch mindestens ein Fall von sexualisierten Übergriffen gegen Jungen ist in der Schilderung konsistent. Weitere Vorwürfe müssen weiter geprüft werden. Alle Betroffenen von sexualisierter Gewalt, die sich an das Bistum Essen gewandt haben, müssen in ihren subjektiven Erleidensdimensionen ernst genommen werden und brauchen finanzielle und/ oder therapeutische Unterstützung. Das Bistum Essen war spätestens 2011 über den ersten Vorwurf sexualisierter Gewalt zu Lasten Franz Hengsbachs informiert. Mit diesem Wissen wurde jedoch jahrelang nicht adäquat umgegangen. Somit fand der Vorwurf keinen Eingang in die verschiedenen Untersuchungen zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bistum Essen.

Quellen- und Datengrundlage

  • 12 Fallakten mit insgesamt mehr als 3.000 Seiten zu Meldungen, in denen Franz Hengsbach als Beschuldigter im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt benannt wurde.
  • 34 Personal- und Geheimakten von Klerikern des Bistums Essen).
  • Gesichtete Archivakten: kirchliche und diözesane Archivbestände im Bistum Essen; Verwaltungsnachlass von Franz Hengsbach; Bestände der Bischöflichen Aktion Adveniat, der Katholischen Militärseelsorge sowie Archivakten aus dem Bereich der Erzbistümer Paderborn und Köln.
  • Qualitative Interviews mit Betroffenen und Zeitzeug*innen 66 Meldungen gingen nach dem Interviewaufruf am 21.10.2024 beim Forschungsteam ein. Mit allen Meldenden wurde Kontakt aufgenommen. Für den Zwischenbericht wurden 28 qualitative Interviews inhaltsanalytisch ausgewertet. Darunter sind 6 Interviews mit Betroffenen und 22 Interviews mit Zeitzeug*innen und Verantwortlichen des Bistums Essen. Die Interviews wurden teilnarrativ oder problemzentriert angelegt, je nach Personengruppe und Fragestellung.

Der Zwischenbericht zum Download

Den kompletten Zwischenbericht, sowie weitere Informationen zum Zwischenbericht finden sie hier: Sozialwissenschaftliche und historische Untersuchungen der Missbrauchsvorwürfe gegen Kardinal Hengsbach

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Zwölfling 16
45127 Essen