von Thomas Rünker

Zwei neue Pastoralassistentinnen starten im Bistum Essen

Eva Kruk und Annika Khamo haben ihre Ausbildung zur Pastoralreferentin begonnen. Beide stammen aus St. Joseph in Essen-Steele-Horst, engagieren sich schon lange in der Jugendarbeit und bringen vielfältige Erfahrungen in die Seelsorge ein. In den kommenden Jahren werden sie in Duisburg und Bochum-Wattenscheid eingesetzt.

Sie stammen beide aus der Gemeinde St. Joseph in Essen Steele-Horst, waren zusammen Messdienerinnen, haben Jugendliche auf die Firmung vorbereitet, Gottesdienste organisiert – und starten nun gemeinsam in die hauptberufliche Seelsorge im Bistum Essen. Eva Kruk (29) und Annika Khamo (33) sind die beiden neuen Pastoralassistentinnen des Ruhrbistums. Nach ihrem abgeschlossenen Theologiestudium werden sie in den kommenden drei Jahren in Pfarreien und Einrichtungen der Diözese in der praktischen Seelsorgearbeit ausgebildet, um dann als Pastoralreferentinnen beauftragt zu werden.

Inspirierender Jugend-Liturgiekreis

„In unserer Gemeinde hatten wir einen Jugend-Liturgiekreis“, berichtet Annika Khamo. „Die gemeinsame Arbeit an Bibel-Texten und deren kreative Übertragung in Gottesdienste, aus denen Menschen wirklich etwas Inspirierendes für ihr Leben mitnehmen, hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich beschlossen habe, Theologie zu studieren“. Zuvor hat sie ein Freiwilliges Soziales Jahr im offenen Jugendtreff des Amigonianer-Ordens in Gelsenkirchen absolviert. Zudem hat sich Khamo – mittlerweile verheiratet und zweifache Mutter – ehrenamtlich beim BDKJ, dem Dachverband der katholischen Jugendverbände, und der Essener Jugendkirche „cross#roads“ engagiert.

Praktika bei Urlaubsseelsorge und Internet-Exerzitien

Eva Kruk begann nach dem Abitur zunächst ein Lehramtsstudium in Germanistik und Theologie, entschied sich dann aber für den Schwerpunkt Theologie. Bei Praktika in der Urlaubsseelsorge des Bistums Essen auf der niederländischen Ferieninsel Texel oder der Mitarbeit im Team der Internet-Exerzitien „Heaven on Line“ hat sie schon früh Einblicke in die Seelsorge-Praxis erhalten. Zudem hat sie ein Jahr lang bei der Deutschen Pfadfinder*innenschaft St. Georg bei der Vorbereitung der Großveranstaltung „Ruhrjamb“ mitgearbeitet. „Das war ein toller Eindruck: junge Ehrenamtliche, die sich so begeistert für eine Sache einsetzen!“ Diese Erfahrung habe sie darin bestärkt, „auch weiter gemeinsam mit Ehrenamtlichen aktiv zu sein“, sagt Kruk. „Mir ist wichtig, dass jeder Mensch Mensch werden kann – ein Individuum sein, so wie die Person eben ist, in allen Lebensbereichen.“ Individualität und Diversität sind für sie zentrale Werte, die sie auch in ihrer seelsorglichen Arbeit einbringen möchte.

Nach ersten Kontakten in der Jugendarbeit ihrer Heimatgemeinde haben sich Kruk und Khamo im Theologiestudium angefreundet und sind nun gemeinsam in ihre Assistenzzeit gestartet. Abgesehen von der Einfühungswoche und verschiedenen gemeinsamen Seminaren gehen sie jedoch getrennte Wege. Während Khamo in der Pfarrei St. Gertrud von Brabant in Bochum-Wattenscheid ausgebildet wird, ist Kruk in Duisburg tätig: Zum einen wird sie dort in der Jugendkirche Tabgha ausgebildet, wo sie bereits seit Oktober tätig ist. Zum anderen wird sie nach ihrem Ausbildungsjahr zur Religionslehrerin an Schulen – das auch Khamo in den kommenden Monaten durchläuft – in der Duisburger Pfarrei Liebfrauen eingesetzt.

Seelsorge im Team

Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und -referenten gestalten gemeinsam mit Pfarrern, Pastören, Diakonen und anderen Mitarbeitenden die Seelsorge in den Pfarreien des Bistums Essen. Sie sind in der Verkündigung des Glaubens tätig, gestalten und feiern Gottesdienste und übernehmen caritative Aufgaben. Zudem können sie in der sogenannten kategorialen Seelsorge tätig sein, zum Beispiel als Seelsorgende in Krankenhäusern oder Schulen, bei Polizei und Feuerwehr, in Justizvollzugsanstalten oder in der Notfallseelsorge. Während künftige Gemeindereferentinnen und -referenten als Qualifikation ein Fachhochschulstudium der Angewandten Theologie (Religionspädagogik) mitbringen, haben angehende Pastoralreferentinnen und -referenten Theologie an einer Uni studiert.

Mit Blick auf ihre religionspädagogische Ausbildung werden Gemeindereferentinnen und -referenten in den Pfarreien unter anderem in der katechetischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eingesetzt, sind aber zum Beispiel auch Ansprechpersonen für Trauernde und übernehmen Beerdigungsdienste. Zudem können sie für Koordinationsaufgaben beauftragt werden und die Leitung einer Gemeinde übernehmen. Pastoralreferentinnen und -referenten sind meist in der Begleitung und Umsetzung der Pfarreientwicklungsprozesse tätig und arbeiten konzeptionell an Schnittstellen von Kirche und Gesellschaft und in verschiedenen thematischen Projekten.

Informationen zu den verschiedenen pastoralen Berufen und den Ausbildungswegen im Bistum Essen gibt es online auf www.kirche-kann-karriere.de

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