Weihbischof Schepers setzt Osterhoffnung gegen Resignation
Das Evangelium am Ostermontag berichtet von zwei Jüngern, die nach der Kreuzigung Jesu Jerusalem zunächst desillusioniert verlassen. Symbolfoto: Dylan Patterson | Unsplash
Mit einem eindringlichen Appell gegen Resignation hat der Essener Weihbischof Ludger Schepers am Ostermontag im Essener Dom zur Hoffnung ermutigt. Angesichts von Krisen wie Inflation, Klimawandel und gesellschaftlichen Spannungen erschienen viele Menschen heute wie die Jünger auf dem Weg nach Emmaus, von denen das Evangelium am Ostermontag berichtet: „Wir aber hofften…“ – dieser Satz sei zum Echo einer ganzen Generation geworden.
Zugleich kritisierte Schepers eine verbreitete Fixierung auf Krisenanalysen und Schuldzuweisungen. „Wir sind Weltmeister im Erklären, warum alles scheitert“, sagte er. Dabei werde übersehen, dass Gott mitten im Alltag gegenwärtig sei.
Die österliche Botschaft zeige sich nach Worten des Weihbischofs nicht in Theorien, sondern in konkreter Erfahrung – etwa in Gemeinschaft und im Teilen. „Es ereignet sich dort, wo das Brot bricht – und mit ihm die Macht der Angst“, so Schepers. Gerade in einer Zeit wachsender Einsamkeit brauche es Offenheit füreinander und den Mut, auf andere zuzugehen.
Ostern bedeute dabei keine Lösung aller Probleme, sondern eine neue innere Haltung. „Der Auferstandene nimmt uns die Last nicht ab – aber er schenkt uns ein brennendes Herz“, betonte Schepers. Dieses stehe für eine Hoffnung, die stärker sei als Angst und Resignation.
Abschließend rief der Weihbischof dazu auf, diese Hoffnung im Alltag sichtbar zu machen und nicht bei der Klage über Missstände stehen zu bleiben.
