von Thomas Rünker

WDR2-Weihnachtswunder am Essener Dom endet mit Rekordergebnis und ‎Freudentränen

Ob KiTa, Kolping oder Kirchenchor: Unter den Tausenden, die in den vergangenen fünf Tagen ihre Spenden zum WDR2-Weihnachtswunder nach Essen gebracht haben, waren auch jede Menge Kirchengruppen. Zudem waren der Dom und der Bischof als Nachbarn ganz nah dran an der Großveranstaltung für den guten Zweck. Am Ende steht ein Rekordergebnis – getragen von vielen kleinen Beiträgen.

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Kitakinder und Karnevalsvereine, Bergmannschöre und Schulbands, küssende Paare und schunkelnde Betriebsausflüge – fünf Tage lang hat das WDR2-Weihnachtswunder in Essen den Burg- in den Bugplatz und das historische Herz der Stadt in eine Wallfahrtsstätte des guten Willens verwandelt. Von Samstag, 13. Dezember, bis Mittwoch, 17 Dezember, hat die vierköpfige Radio-Crew mit Thomas Bug, Steffi Neu, Sabine Heinrich und Jan Malte Andresen aus dem Glashaus neben dem Essener Dom 107 Stunden lang am Stück gesendet und zugleich ein Live-Programm für die Fans vor dem Studio gestaltet.

Eine Spende für den Kampf gegen den Hunger für einen Musikwunsch im Programm lautet der Deal, auf den sich Zehntausende Menschen einlassen. Zeitweise reicht die Schlange derer, die ihren Umschlag persönlich am Glashaus abgeben wollen, vom Studio neben dem Eingang zum Bischofshaus einmal über den Platz, die Stufen hoch zur Kettwiger Straße und um die Ecke bis zum Eingang der Anbetungskirche St. Johann – und manchmal noch darüber hinaus. Geduldig warten Menschen 90 Minuten und länger, um ihre Spende einzuwerfen, vielleicht am Außen-Mikrofon des Studios die Geschichte ihrer Sammelaktion zu erzählen und natürlich auf jeden Fall ein Foto vor dem leuchtend blauen Hintergrund zu machen.

Mehrmals muss der Platz vorübergehend gesperrt werden, damit sich die maximal 4500 Menschen zwischen Dom und Volkshochschule überhaupt noch bewegen können, doch auch das nehmen viele in einer erstaunlichen Gelassenheit und mit viel Geduld hin.

Viele kleine, kreative Spendenaktionen entfalten eine große Wirkung

Bischof Franz-Josef Overbeck, einziger Anwohner des Burgplatzes und damit nächster Nachbar des Weihnachtswunders freut sich über die Menschenmassen vor und auf den Treppen an seiner Haustür. Die Stufen werden zur beliebten Tribüne mit dem besten Blick ins Radiostudio. „So eine friedliche und positive Stimmung“, habe er hier noch nie gesehen. Er übergibt zusammen mit dem Vorstandssprecher der Bank im Bistum Essen (BiB) die gemeinsame Spende von Bank und Bistum in Höhe von 77.815,10 Euro, die im Laufe der Weihnachtswunder weiter wächst. Allein 27.721,41 Euro haben die sieben Schulen des Ruhrbistums eingesammelt. Der Dom mit seinen Chören und dem Domschatz sowie Verbände wie Kolping oder KfD überreichen ihre Schecks genauso wie das Team des Jugendhauses St. Altfrid oder Dutzende Kita-Gruppen. Es ist 0.14 Uhr am Mittwochmorgen, als Silke Schütz, Leiterin des Essener Medienforums, die Spende der Katholischen Öffentlichen Büchereien (KÖB) im Bistum Essen am Glashaus abgibt. Die KÖB haben hölzerne Engel verkauft, die die Werkstätten des Franz-Sales-Hauses zuvor aus Kirchenbänken der ehemaligen St.-Gertrud-Kirche gesägt haben. Als Nacht-Moderator Jan Malte Andresen diese Geschichte hört, stockt er Schütz‘ Spende für den letzten, eigentlich geschenkten Engel um weitere 50 Euro auf.

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Es sind vor allem ganz viele kleine, oft sehr kreative Spendenaktionen, die am Ende eine große Wirkung im gemeinsamen Engagement gegen den Hunger in der Welt haben – auch aus den Pfarreien und Gruppen im gesamten Bistum. Soweit bislang bekannt, sind von der BiB, den diversen Bistumseinrichtungen und den verschiedensten weiteren katholischen Gruppen mindestens 155.882,67 Euro an Spenden für das WDR2-Weihnachtswunder gesammelt worden. Insgesamt endet die Aktion mit einem Rekordergebnis von 15.644.256 Euro, das das Moderationsquartett am Mittwochabend mit reichlich Freudentränen verkündet.

Das Erfolgsgeheimnis des WDR2-Weihnachtswunders

Vielleicht ist das das Erfolgsgeheimnis dieses fünftägigen Sende- und Spendemarathons – den es in ähnlicher Form auch in vielen anderen Ländern gibt: Dass es echt ist. Echt sind die vier Menschen, die in der fantasievollen Pop-up-Kulisse hunderte Geschichten von Freude und Leid und vor allem von überragendem mitmenschlichem Engagement in einer sonst als so krisenhaft beschriebenen Zeit hören und ihrem Publikum erzählen. Egal ob am Radio, im TV, am Online-Livestream oder auf dem Burgplatz: Das Publikum nimmt den Moderatorinnen und Moderatoren jede Träne ab und jeden Begeisterungssturm, weil auch nach 100 Stunden auch die x-te ehrenamtliche Waffelaktion noch genauso gefeiert wird wie eine fünfstellige Unternehmensspende. Immer wieder sprechen Heinrich, Neu, Bug und Andresen von der emotionalen Achterbahn, die das Weihnachtswunder für sie sei – und nehmen ihr Publikum auf diese Reise mit: nächste Runde rückwärts!

Pfadfinderinnen und Pfadfinder weisen Spendenwilligen den Weg

Kampagne „Hoffnung schenken“ läuft weiter

Hoffnung schenken“, heißt die Kampagne, mit der das Bistum Essen seit mehreren Wochen in den Gemeinden, Gruppen und Einrichtungen des Ruhrbistums auf das WDR2-Weihnachtswunder aufmerksam macht. Neben dem Spendensammeln regt die Kampagne mit Plakaten und Postkarten auch dazu an, sich angesichts von Ängsten und Nöten gegenseitig Hoffnung zu machen. Über die Internetseits kann auch weiterhin für das Weihnachtswunder gespendet werden. Mehr dazu unter: hoffnung.bistum-essen.de

Immer wieder mischen sich auf dem Burgplatz Kirchengruppen zwischen die Spendewilligen, neben ganz vielen Essenerinnen und Essenern zum Beispiel Gemeinde-Teams aus Duisburg und Ennepetal oder der Kirchenchor aus Lüdenscheid. Und nicht zu vergessen die Pfadfinderinnen und Pfadfinder der DPSG, die sich an allen fünf Weihnachtswunder-Tagen in den Dienst des Massenevents stellen und diejenigen betreuen, die sich in der langen Spendeschlange anstellen. Nein, das WDR2-Weihnachtswunder ist keine Kirchenveranstaltung. Aber unter den Menschen, die ihre Zeit, ihre Kraft und ihr Geld für Menschen einsetzen, denen es deutlich schlechter geht als ihnen selbst, sind sehr viele Christinnen und Christen. Und dass diese gemeinsam mit allen anderen, die diese Welt ein Stückchen besser machen möchten, tatsächlich etwas so Großes schaffen können, lässt manche und manchen am Ende dieses Jahres vielleicht ein wenig versöhnter Weihnachten feiern und hoffnungsfroher auf 2026 schauen.

Pressestelle Bistum Essen

Zwölfling 16
45127 Essen