von Jens Albers

‎„Wat hat der Taxiteller mit dem Glauben zu tun?“‎

Der Taxiteller ist im Ruhrgebiet mehr als ein Imbiss: Für Seelsorger Gregor ‎Lauenburger steht das Kultgericht für Vielfalt, Gemeinschaft und ein friedliches ‎Miteinander. In der Mischung aus Zutaten aus aller Welt erkennt er zudem ein starkes ‎Bild für Integration – und eine überraschende Verbindung zum christlichen Glauben.‎

Currywurst, Gyros, Pommes, Tzatziki, Zwiebeln und Mayo – alles zusammen vereint in einer Mahlzeit: Der „Taxiteller“ ist im Ruhrgebiet ein Klassiker und genießt mittlerweile Kultstatus. Für Gregor Lauenburger, Schulseelsorger im Bistum Essen und Currywurst-Liebhaber, hat die kalorienreiche Mahlzeit darüber hinaus eine besondere Bedeutung: ein Sinnbild für Vielfalt, Gemeinschaft und gelebten Glauben.

„Der Taxiteller ist für mich ein Symbol für Verständnis und Frieden“, sagt der Essener Seelsorger. „So friedlich, wie alles auf dem Teller zusammenliegt, sollte es auch in der Welt sein.“ Der Mix aus Currywurst, Gyros, Pommes und verschiedenen Saucen stehe dabei zudem nicht nur für eine kulinarische Vielfalt, sondern auch für das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen im Ruhrgebiet.

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Tatsächlich vereint der Taxiteller Zutaten, die ursprünglich aus verschiedenen Regionen der Welt stammen: Gewürze aus Indien, Wurst aus Deutschland, Tomaten aus Südamerika und Gyros aus Südosteuropa. „Mehr Vielfalt passt kaum auf einen Teller“, so Lauenburger weiter. Gerade darin sieht er ein starkes Bild für Integration, Inklusion und ein gelingendes Miteinander.

Auch eine Verbindung zum christlichen Glauben lässt sich für den Seelsorger am Essener Mariengymnasium herstellen: Zusammen zu essen ssen schafft Gemeinschaft – ein zentrales Motiv im Leben Jesu. „Jesus hat sich mit seinen Freunden oft zum Essen getroffen. Beim gemeinsamen Essen kommen Menschen ins Gespräch – genauso wie im Glauben, wenn wir mit Gott sprechen“.

Neben seiner symbolischen Bedeutung stehe der Taxiteller auch für die Identität des Ruhrgebiets. In einer Region im Wandel, in der Kohle und Stahl längst nicht mehr prägend sind, bleiben solche Alltagskulturen verbindende Elemente.

So wird aus einem einfachen Imbiss ein vielschichtiges Sinnbild: für das Ruhrgebiet, für Gemeinschaft – und für einen Glauben, der im Alltag der Menschen verankert ist.

Der Currywurst-Seelsorger

Gregor Lauenburger ist Schulseelsorger am Mariengymnasium in Essen und stammt ursprünglich aus Duisburg. Aufgrund seiner Liebe zur Currywurst hat er nicht nur gemeinsam mit Co-Autor Tim Koch zur Geschichte der Kultwurst recherchiert und das Buch „Alles Currywurst – oder was?” geschrieben, in dem er deren Ursprung im Ruhrgebiet verortet. Lauenburger wird zudem auch augenzwinkend als „der Currywurst-Seelsorger“ bezeichnet, da er in seiner seelsorglichen Arbeit immer wieder Glauben mit regionaler Kultur, Geschichte und Alltagsleben auf ungewöhnliche Weise verbindet.

WhatsApp-Kanal des Bistums Essen

Inside Taxiteller - Das Videoformat

In dem Video-Format "Inside Taxiteller - die Offenbarung aus dem Ruhrpott" schaut Currywurst-Seelsorger Gregor Lauenburger aus verschiedenen Blickwinkeln auf das Kultgericht aus dem Ruhrgebiet. Alle drei Videos mit dem Currywurst-Seelsorger gibt es hier in der Playlist auf dem YouTube-Kanal des Bistums.

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