von Cordula Spangenberg

Vom Freiwilligendienst zum Traumjob

FSJler berichten unter #wertvolljahr auf Social Media über eine besondere Zeit zwischen Schulabschluss und Ausbildung.

Vom Freiwilligendienst zum Traumjob: Die Entscheidung ist für Jakob Mücke (18) gefallen. Nach dem Abitur und vor dem Studium wollte er im Sommer 2020 erst „was anderes machen“, landete im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) der Franz-Sales-Förderschule in Essen und ist so begeistert von seinem #wertvolljahr mit den Kindern und Lehrern der Schule, dass erstens sein Berufsziel klar ist und zweitens sein Wunsch groß, andere Schulabsolventen für den Freiwilligendienst zu motivieren. Auf der Homepage www.wertvolljahr.de und in Sozialen Medien schreiben Freiwillige, was dieses Jahr für sie so besonders macht. Darüber hinaus hat Jakob gemeinsam mit anderen FSJlern den Instagram-Account vfff gestartet – Von Freiwilligen für Freiwillige. Im Interview spricht Jakob über sein Jahr im Freiwilligendienst:

Welche Pläne hattest du nach der Abitur-Feier?

Jakob Mücke: Ich war unentschieden, wollte nicht auf gut Glück irgendein Studium anfangen. Und ich wollte, ehrlich gesagt, auch erst mal etwas Neues erleben und Spaß haben. Ein Auslandsaufenthalt hat während der Pandemie nicht geklappt. Deshalb habe ich verschiedene Info-Seminare zum FSJ besucht. Aber den Kontakt zur Franz-Sales-Förderschule habe ich persönlich geknüpft. Mein Vater ist Förderschullehrer, sein Beruf macht ihm viel Freude – deshalb kannte ich das Arbeitsfeld. 

Wie sieht dein Tag in der Förderschule aus?

Mücke: Ich bin dort ein vollwertiges Teammitglied unter Erwachsenen. Morgens um kurz vor acht erwarten wir die Busse, die die Kinder zur Schule bringen. Bis 15 Uhr wechseln Morgenkreis, Arbeitsphasen, Hofpausen, Frühstück und Mittagessen, Sport und Freizeit ab. Jeder Tag ist anders, und alles, was wir mit den Kindern machen, ist mit einem Lernziel verbunden: Neben Mathe und Deutsch zum Beispiel auch Einkaufen, Kochen und Schmecken, Kakaodienst und Tischabräumen. Ich selbst helfe im Unterricht, übernehme die Eins-zu-Eins-Betreuung für einzelne Kinder, leite Lernspiele an, übernehme das Wickeln im Pflegebad und bin, anders als die Lehrer, auch so etwas wie ein Freund für die Kinder.

Ihr FSJler werdet während eures Jahres in Seminargruppen der Freiwilligendienste im Bistum Essen begleitet. Wie läuft das ab?

Während des Jahres treffen wir uns fünfmal je eine Woche und üben Sachen ein, die wir später bestimmt auch noch gut gebrauchen können. Zum Beispiel Team-Building: Wer macht in der Gruppe die Ansagen, wer hält sich zurück? In welcher Position fühlt man sich selber wohl? Was passiert, wenn man die Rollen wechselt? Unsere Treffen konnten leider nicht in der Jugendherberge stattfinden, sondern waren online. Aber auch dafür gab es gute Ideen: Jeder ist aus dem Haus gegangen und hat in eine App eingetragen, ob das eigene Wohnumfeld behindertengerecht ist. Ich selbst bin als FSJ-Sprecher in das Team auf Bundesebene gewählt worden. Da konnten wir mit Bundestagsabgeordneten reden und erklären, an welchen Stellen das FSJ verbesserungswürdig ist – zum Beispiel sollte es vergünstigte Tickets für Busse und Bahnen geben.

Wie geht es jetzt weiter bei dir?

Ab Tag eins in der Franz-Sales-Förderschule bin ich mir sicher gewesen, dass ich selbst Förderschullehrer werden will. Ich möchte nicht nur am Schreibtisch, sondern mit Menschen arbeiten, und die Kinder geben mir so viel Zuneigung zurück – das macht richtig glücklich! Ich bewerbe mich jetzt auf einen Studienplatz und habe schon einen Studentenjob: Die Betreuung eines Kindes in seiner Freizeit.

Sachgebietsleiterin — Freiwilligendienste

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