von Thomas Rünker

Tag der Wohnungslosen: Bischof Overbeck spricht mit Betroffenen in Oberhausen

Beim bundesweiten Tag der Wohnungslosen haben am Donnerstag, 11. September, 13 Betroffene Bischof Franz-Josef Overbeck jeweils ihre Geschichte erzählt: Von gescheiterten Beziehungen, Jobverlust oder psychischen Problemen – aber auch von Mut, Hoffnung und neuer Lebensfreude. Damit zeigten die Bewohnerinnen und Bewohner des Carl-Sonnenschein-Hauses der Oberhausener Caritas: Die Ursachen für Wohnungslosigkeit sind ebenso vielfältig wie die Schicksale.

„Ich finde es wichtig zu zeigen, dass Wohnungslosigkeit auch ganz normalen Menschen passieren kann. Viele denken: ‚das passiert mir nicht‘. Ich dachte auch nicht, dass es mir passieren kann“, erzählt Bewohner Dustin. Mit ihm und vielen anderen kam Bischof Franz-Josef Overbeck am Donnerstag bei seinem Besuch Carl-Sonnenschein-Hauses der Oberhausener Caritas ins Gespräch. „Jeder Mensch besitzt eine unverfügbare und unantastbare Würde. Wohnen ist ein grundlegendes Menschenrecht, das niemandem vorenthalten werden darf. Deshalb stehen wir gemeinsam in der Pflicht, für alle Menschen die Voraussetzung für ein gutes Leben in Würde zu schaffen“, sagte Overbeck. Der Caritas Oberhausen, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert, dankte der Bischof für ihr langjähriges Engagement.

„Wohnen ist die größte sozialpolitische Herausforderung in unserer Stadt“

Über den spannenden Austausch freute sich auch Oberbürgermeister Daniel Schranz der ebenfalls zu Gast im Carl-Sonnenschein-Haus war. „In Not kann jeder geraten: Hier finden Menschen in akuten Situationen Hilfe, aber auch Unterstützung für ihren weiteren Weg", würdigte Schranz das Caritas-Engagement im Carl-Sonnenschein-Haus. „Ich danke allen Beteiligten für die wichtige Arbeit, die hier geleistet wird.“

Wohnungslosigkeit sei ein strukturelles Problem und nur politisch lösbar, findet Caritasdirektor Michael Kreuzfelder: „Es fehlen verbindliche Vorgaben für sozialen Wohnraum. Wohnungen müssen bezahlbar sein, auch für Menschen mit geringem Einkommen. Wir als Caritas unterstützen daher die Forderung einer Mietpreisbremse und einer bedarfsgerechten Wohnraumpolitik. Das Thema Wohnen ist die größte sozialpolitische Herausforderung in unserer Stadt.“

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