von Thomas Rünker

Tabgha verabschiedet sich aus Oberhausen

20 Jahre nach der Eröffnung hat Deutschlands erste Jugendkirche am Sonntag die letzte Messe in Oberhausen-Buschhausen gefeiert. Ab Februar ist Tabgha in der Duisburger Kirche St. Joseph zu Hause.

Italienischer Nudelsalat mit Schafskäse und Oliven – und zum Nachtisch Schoko-Kirsch-Kuchen: Mit einem „Gottesdienst zum Sattmachen“ hat sich die Jugendkirche Tabgha am Sonntagabend aus Oberhausen verabschiedet. 20 Jahre nach ihrer Eröffnung am zweiten Adventssonntag 2000 zieht die erste deutsche Jugendkirche in die Duisburger Innenstadt, um dort in zwei Monaten in St. Joseph am Dellplatz wieder zu eröffnen. Im Gottesdienst am Nikolausabend standen daher auch nicht Trauer und Wehmut im Fokus, sondern vor allem Dankbarkeit für zwei Jahrzehnte Jugendarbeit am Standort in Oberhausen-Buschhausen – und für viel Lust am Experimentieren.

Ein Ergebnis dieses Experimentierens ist der „Gottesdienst zum Sattmachen“, den das Tabgha-Team um den Priester Stephan Markgraf auch in der Vergangenheit schon mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen gefeiert hat. „In einer Zeit, in der immer weniger Jugendliche eine katholische Messe kennen, kommt ihnen die Art, wie wir normalerweise Abendmahl feiern, ziemlich fremd vor“, sagt Markgraf. Andererseits wüssten alle, die mit Jugendlichen arbeiten: „Gemeinsam Essen geht immer“. Also hat Tabgha seine Gottesdienste angepasst: Erst gibt es eine gemeinsame Mahlzeit – und dann für alle, die noch bleiben wollen, die „eigentliche“ Eucharistiefeier. Und neben dem Essen auch Texte und Musik, die die jungen Christen „satt“ machen.

Coronagerechter Abschied mit 75 Gästen

Abschiedswoche

Bevor die Umzugskisten gepackt werden, gibt es noch bis Freitag, 11. Dezember, Gelegenheit, sich persönlich von der Kirche an der Oberhausener Fichtestraße zu verabschieden. Wer sich online auf tabgha.ruhr anmeldet, kann in der Kirche in einem privaten Rahmen an verschiedenen vorbereiteten Stationen Abschied nehmen.

So auch am Sonntag, beim coronagerechten Abschied aus Oberhausen: Salat und Kuchen waren portioniert verpackt, Getränke und Besteck gab’s an einem der nur 75 Sitzplätze. Die waren mit reichlich Abstand im bunt beleuchteten Backstein-Kubus aufgestellt worden, der einst als Christ-König-Kirche geweiht worden war. Eigentlich hätte man sicherlich mit drei bis viermal so vielen Gästen gefeiert. Doch so musste Markgraf Interessierten reihenweise absagen, um überhaupt noch Mitglieder der jungen Tabgha-Gemeinde begrüßen zu können. Einzig die beiden Tabgha-„Gründerväter“ Bernd Wolharn – heute Cityseelsorger am Essener Dom – und der Ruhestandsgeistliche Hans-Jürgen Vogel sowie der Oberhausener Stadtdechant Peter Fabritz und der Pastoraldezernent des Ruhrbistums, Michael Dörnemann, nahmen als Gäste an der Feier teil. Wolharn, der Tabgha die ersten sieben Jahre geleitet hat, leitete zudem die letzte Messe am Oberhausener Standort.

Sein Nach-Nachfolger Markgraf erinnerte in seiner Ansprache an einige Tabgha-Markenzeichen, zum Beispiel die enge Verbindung von Kirche und Jugendkultur, nicht nur mit dem Oberhausener KJG-Theater, das die Kirche seit Jahren als Bühne nutzt, sondern auch mit Erlebnisausstellungen, für die immer wieder „tonnenweise Baumaterial in die Kirche rein und wieder hinaus“ befördert wurde. Auch das gemeinsame „Unterwegs sein“ sei ein Markenzeichen – im tatsächlichen wie im übertragenen Sinn, so Markgraf: „Miteinander unterwegs sein, das macht Tabgha seit 20 Jahren aus: Sich, Gott und andere spüren, Erfahrungen machen, dazu stoßen – und wann man möchte gehen.“ So gibt es in der Tabgha-Community Jugendliche mit einer ganz engen und regelmäßigen Bindung an die Kirche – und andere, die nur ab und an oder zu besonderen Gelegenheiten wie den Oster- oder Weihnachtsgottesdiensten kommen. Und es gibt die, die nach 20 Jahren mit ihren eigenen Kindern in die Jugendkirche kommen, weil sie die besondere Form der Gottesdienste dort auch als Erwachsene schätzen.

Weihwasser und Brotbackmischung als Give-Aways

Spenden für die Tabgha-Kletterwand

Tabgha sammelt Spenden, um in der neuen Kirche St. Joseph in Duisburg eine feste Kletterwand zu installieren. Klettern gehört seit vielen Jahren zum pädagogischen Konzept von Tabgha. Wer die Jugendkirche unterstützen möchte überweist an die Kontonummer DE31 3606 0295 0066 4010 22 (Bank im Bistum Essen, Verwendungszweck „Spende Jugendkirche TABGHA“).

Gleich zwei coronagerechte Geschenke gab’s vom Tabgha-Team für die Gottesdienst-Gäste: Ein kleines Fläschchen mit Weihwasser „to go“ soll an die Taufe erinnern, die alle Christen verbindet, und ist Ersatz für das Weihwasser aus den seit neun Monaten trockengelegten Weihwasserbecken. Und eine Brot-Back-Mischung soll helfen, die Tabgha-Gemeinde während der Umzugszeit gerade an Weihnachten zusammen zu halten: „Tabgha ist der biblische Ort der Brotvermehrung“, erläutert Markgraf. Und da die Tabgha-Gemeinde in diesem Jahr nicht gemeinsam Weihnachten feiern kann, soll sie doch durch Brot verbunden bleiben. „Jeder ist eingeladen, an Weihnachten das Brot zu backen und dann ein Foto davon in die sozialen Medien zu posten.“ Und satt machen darf diese digitale Form des Miteinanders natürlich auch. 

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