Sternsingeraktion 2026: Einsatz gegen Kinderarbeit
Lilja, Ben und Maja (v.l.) aus der Duisburger Pfarrei St. Judas Thaddäus freuen sich schon auf die neue Sternsingeraktion. Foto: Alexandra Roth | Bistum Essen
Sie singen für Kinder in Not, erzählen von der Weihnachtsbotschaft und bringen den Segen für das neue Jahr: In den kommenden Tagen werden im Bistum Essen wieder Hunderte Kinder und Jugendliche als Sternsingerinnen und Sternsinger unterwegs sein. In der Tradition der Heiligen Drei Könige ziehen sie von Haus zu Haus oder sind an zentralen Plätzen in Stadtteilen und Ortschaften präsent. Mit Liedern und Segenswünschen erinnern sie an die Geburt Jesu und überbringen den Menschen gute Wünsche für das Jahr 2026.
Aktion Dreikönigssingen am Essener Dom
Am, Dienstag, 6. Januar, dem Festtag der Heiligen Drei Könige wird auch eine Sternsingergruppe vor dem Essener Dom stehen. Von 13 bis 15 Uhr singen die Kinder und Jugendlichen aus der Pfarrei St. Gertrud dort begleitet von der Cityseelsorge „grüßgott“ auf der Kettwiger Straße, verteilen die Segens-Aufkleber und sammeln Spenden für Kinderhilfsprojekte.
Mit ihrer Bitte um Hilfe für notleidende Kinder in aller Welt verbinden die Sternsingerinnen und Sternsinger auch eine politische Botschaft: „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ ist das Motto der diesjährigen Aktion Dreikönigssingen. „Weltweit müssen 138 Millionen Kinder arbeiten, 54 Millionen von ihnen unter besonders gefährlichen, gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Ihre Rechte, insbesondere die auf Schutz, Bildung, Spiel und Freizeit werden dabei massiv missachtet“, sagt Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, das die Sternsingeraktion gemeinsam mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ausrichtet. Mit den Mitteln aus der deutschlandweiten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder werden weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Ernährung, Gesundheit, Kinderschutz, Nothilfe, pastorale Aufgaben und soziale Integration unterstützt, damit Kinder gesund und sicher aufwachsen können. „Kinder gehören in die Schule, nicht in die Fabrik“, betont Pfarrer Bingener. Wie menschenunwürdige, unhygienische und gesundheitsschädlich die Bedingungen für Kinder sind, die arbeiten müssen, stellt das Kindermissionswerk in diesem Jahr an Beispielen aus Bangladesch vor.
Weltgrößte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder
Für den Kampf gegen Kinderarbeit in aller Welt engagieren sich Hilfsprojekte, für die die Sternsingerinnen und Sternsinger im Bistum Essen vor einem Jahr mehr als 1,2 Millionen Euro an Spenden zum bundesweiten Gesamtergebnis von mehr als 48 Millionen Euro beigetragen haben. Die Aktion Dreikönigssingen zählt nicht nur seit nunmehr zehn Jahren zum anerkannten deutschen Kulturerbe, sondern gilt auch als weltgrößte Solidaritätsaktion, bei der sich Kinder für Kinder engagieren.
Eröffnet wird die aktuelle Aktion Dreikönigssingen am Dienstag, 30. Dezember, mit einem großen Fest in Freiburg. Rund 1000 Sternsingerinnen und Sternsinger sowie 200 jugendliche und erwachsene Begleitende werden zur Eröffnungsfeier erwartet. Ab 14.45 Uhr wird der Gottesdienst als Online-Livestream auf der Seite www.domradio.de übertragen.
Start nach dem Jahreswechsel
Jahrhunderte alte Tradition des Sternsingens
Wenn Sternsingerinnen und Sternsinger als Heilige Drei Könige umherziehen, stellen sie sich in die Tradition der biblischen „Sterndeuter“. Die seien, so berichtet es die Bibel im Matthäus-Evangelium, nach der Geburt Jesu nach Jerusalem gekommen, weil sie gesehen hätten, wie Jesu‘ Stern aufgegangen ist und ihm nun als neuem König huldigen wollten. Sternsingen ist in verschiedensten Formen und in unterschiedlichen Regionen Europas seit dem Mittelalter nachweisbar.
Seit 1959 verbindet die Aktion Dreikönigssingen die spätestens seit dem 16. Jahrhundert bekannte Tradition, als Heilige Drei Könige mit Liedern von Weihnachten zu erzählen, mit einer Solidaritätskampagne von Kindern für Kinder. Die hatte 1846 die damals 16-jährige Auguste von Sartorius in Aachen gegründet. Seit zehn Jahren gehört das Sternsingen offiziell zum immateriellen Kulturerbe.
Für die Sternsingerinnen und Sternsinger im Ruhrbistum startet dann nach dem Jahreswechsel die eigentliche Aktion – und sie gestaltet sich in den rund 40 Pfarreien zwischen Duisburg, Bochum und dem Märkischen Sauerland sehr unterschiedlich. In vielen Gemeinden ziehen die Kinder und Jugendlichen klassisch von Haus zu Haus oder besuchen Haushalte, die sich vorab angemeldet haben. Andernorts sind Sternsingergruppen zu festen Zeiten an öffentlichen Orten anzutreffen, zum Beispiel auf Marktplätzen oder vor Einkaufszentren. Egal ob stationär oder von Haus zu Haus: Die Gruppen singen, sammeln Spenden und geben den Haussegen „20+C+M+B*26“ weiter – entweder mit einem Kreideanschrieb oder als Aufkleber. Die Buchstaben stehen für den lateinischen Segensspruch „Christus mansionem benedicat“ – Christus segne dieses Haus.
Während einige Gruppen bereits in den Weihnachtsferien unterwegs sind, starten andere erst am zweiten Januarwochenende (10. und 11. Januar). Über konkrete Zeiten und Einsatzorte informieren viele Pfarreien derzeit auf ihren Internetseiten sowie in Schaukästen an Kirchen und Gemeindezentren. Traditionell besuchen Sternsingerinnen und Sternsinger zudem die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister vieler Bistums-Städte sowie die NRW-Landesregierung in Düsseldorf. Außerdem wird in diesem Jahr eine Gruppe aus Lüdenscheid das Bistum Essen beim Sternsingerempfang im Bundeskanzleramt vertreten.