von Thomas Rünker

Sternsinger sorgen sich um den Klimawandel und sammeln für Kinder in Not

In den Weihnachtsferien sammeln in den Gemeinden des Ruhrbistums wieder Tausende Kinder und Jugendliche Spenden für Altersgenossen in aller Welt. Inhaltlich dreht sich die Aktion in diesem Jahr um Kenia – als Beispielland für die Folgen des Klimawandels.

59. Aktion Dreikönigssingen

Wenn in den kommenden Weihnachtsferien-Tagen wieder Tausende Kinder und Jugendliche als Sternsingerinnen und Sternsinger durch die Gemeinden des Bistums Essen ziehen, dreht sich inhaltlich diesmal alles um den Klimawandel. „Segen bringen Segen sein. Gemeinsam für Gottes Schöpfung – in Kenia und anderswo“ heißt das Motto der 59. Aktion Dreikönigssingen. Am Beispiel des ostafrikanischen Landes machen die Sternsinger darauf aufmerksam, wie sehr der Klimawandel das Leben von Menschen in aller Welt bedroht – und wie gerade Menschen in den Industrieländern durch ihren sorglosen Umgang mit den natürlichen Ressourcen die Zukunft von Kindern gefährden.

132 Sternsinger-Gruppen im ganzen Bistum

Im vergangenen Januar waren 132 Sternsingergruppen in den 42 Pfarreien des Ruhrbistums unterwegs, um mit ihren Liedern den Weihnachtssegen in die Häuser zu tragen, alles Gute für das neue Jahr zu wünschen und um Spenden für ihre Altersgenossen in aller Welt zu bitten. Gut 1,3 Millionen Euro an Spenden konnten die Jungen und Mädchen aus dem Ruhrgebiet und dem Märkischen Sauerland zu den insgesamt 46,2 Millionen Euro beisteuern, die die Sternsingeraktion 2016 insgesamt eingenommen hat. Auch deshalb gilt die mittlerweile von der Unesco als Kulturgut anerkannte Kampagne als weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Im Jahr 2015 wurden mit den Erlösen aus der Sternsingeraktion 1551 Projekte in 108 Ländern in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa gefördert. Bei mehr als der Hälfte der Projekte stand die Förderung von Bildung im Vordergrund. Außerdem unterstützten die Sternsinger Gesundheitsprojekte, Maßnahmen zur Ernährungssicherung und Nothilfeprojekte.

Besuche in Haushalten, auf der Zeche und bei der Kanzlerin

Nach der bundesweiten Eröffnung am Donnerstag, 29. Dezember, in Neumarkt in der Oberpfalz werden die Sternsinger zum Jahresbeginn auch an Rhein, Ruhr und Lenne nicht nur Tausende Haushalte, Krankenzimmer, Gaststätten oder Gottesdienste besuchen, sondern auch vielen Rathäusern sowie der Landes- und Bundesregierung Gottes Segen für das neue Jahr wünschen. Beim Sternsinger-Empfang von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag, 9. Januar, in Berlin wird eine Gruppe aus der Bochumer Gemeinde St. Anna (Propsteipfarrei St. Peter und Paul) das Ruhrbistum vertreten. Bereits am eigentlichen Dreikönigstag, Freitag, 6. Januar, wird eine andere Bochumer Sternsinger-Gruppe bei NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) in Düsseldorf zu Gast sein. „Glück Auf!“ heißt es zudem für die Bottroper Sternsinger, wenn sie – ebenfalls am Dreikönigstag – die Bergleute auf der Zeche Prosper-Haniel besuchen. (tr)

Stichwort: Sternsingen

In der Bibel berichtet das Matthäus-Evangelium von „Sterndeutern aus dem Osten“, die zur Geburt Jesu nach Jerusalem kommen, nachdem sie den Stern des neugeborenen Königs der Juden aufgehen sahen. Weil der Volksmund aus diesen Sterndeutern Könige gemacht hat, ziehen die Sternsinger rund um den Gedenktag dieser Heiligen drei Könige (6. Januar) mit Kronen und bunten Gewändern verkleidet durch die Straßen.

Diesen Brauch gibt es schon seit Mitte des 16. Jahrhunderts. Heute ist er vor allem im Zusammenhang mit der Sternsinger-Aktion des Kindermissionswerkes und des Bundes der Deutschen katholischen Jugend (BDKJ) bekannt, die 1959 gegründet wurde und Geld für Kinderhilfsprojekte in aller Welt sammelt.

Oft schreiben die Sternsinger mit Kreide das traditionelle „C+M+B“ an die Haustür; eine Abkürzung, die nichts mit den landläufigen Namen der Sterndeuter – Caspar, Melchior und Balthasar – zu tun hat, sondern für das lateinische „Christus mansionem benedicat“ steht: Christus segne dieses Haus.

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