Simon Friede ist auch Ansprechpartner für Betroffene von Gewalt

Bistum Essen

Der neue Stabsbereich Prävention und Intervention im Bistum Es-sen ist nicht nur für Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und sexuellen Missbrauch zuständig, sondern auch für jegliche Form von Gewalt im Kontext der Kirche im Bistum Essen. Was es damit auf sich hat und welche nächsten Schritte anstehen, erklärt der Interventionsbeauftragte Simon Friede im Interview.

BISTUM ESSEN: Herr Friede, der Generalvikar hat Sie nicht nur zum Interventionsbeauftragten in Fällen von sexuellem Missbrauch ernannt, sondern auch als Ansprechpartner für Betroffene jeglicher Form von Gewalt. Warum?
SIMON FRIEDE: Uns als Stabsbereich Prävention und Intervention ist es wichtig, dass wir – besonders von den Betroffenen – als Anlaufstelle für Gewalt und sexualisierte Gewalt wahrgenommen werden. In allen Fällen sexualisierter Gewalt verweisen wir natürlich an unsere unabhängigen Ansprechpersonen, Angelika von-Schenk-Wilms und Karl Sarholz. Grundsätzlich wollen wir aber im Vorfeld keine Unterscheidungen zwischen der Form der Gewalt machen. Wichtig ist, dass wir für die Menschen da sind und dass sie wissen, dass Ihre Anliegen von uns ernst genommen werden und dann – je nach Fall der betroffenen Personen – an entsprechende Stellen weitergeleitet werden. Wir wollen aber sicherstellen, dass kein Fall aus dem Blick gerät und dass die Bearbeitung nicht im Sande verläuft.

BISTUM ESSEN: Um welche Formen von Gewalt geht es dabei?
SIMON FRIEDE: Das fängt beim Mobbing an, zum Beispiel am Arbeitsplatz oder in der Kirchengemeinde, geht über körperliche Gewalt bis hin zu sexuellem Missbrauch. Ich verstehe mich dabei als Partner bei der Aufarbeitung des konkreten Falls – entweder persönlich oder durch andere zuständige Stellen, wie zum Beispiel die unabhängigen Ansprechpersonen und deren Beraterstab, den Stabsbereich Personalentwicklung und Gesundheit im Generalvikariat, durch Seelsorgerinnen und Seelsorger oder durch die Rechtsabteilung des Bistums.

BISTUM ESSEN: Gibt es gerade in den Fällen von sexualisierter Gewalt nicht große Überschneidungen mit der Präventionsbeauftragten Dorothé Möllenberg?
SIMON FRIEDE:
Vorrangige Aufgabe der Präventionsbeauftragten Dorothé Möllenberg ist es, eine Kultur und Haltung des achtsamen Miteinanders im Gesamtsystem zu fördern. Dazu gehört, dass Menschen durch Schulungen sensibilisiert und befähigt werden. Außerdem unterstützt und berät sie bei der Entwicklung, Weiterentwicklung und Umsetzung von institutionellen Schutzkonzepten. Meine Aufgabe als Interventionsbeauftragter hingegen ist das konkrete Fallmanagement, also der Umgang mit einer Tat, ihre Aufarbeitung bis hin zur Weitergabe des Falls an die Staatsanwaltschaft. Meine Arbeit hängt also immer unmittelbar mit einem konkreten Vorfall zusammen. Dabei arbeite ich mit der Präventionsbeauftragten eng zusammen, denn die Aufarbeitung gelingt dort wesentlich leichter, wo gute Präventionsarbeit geleistet wurde. In der unmittelbaren Fallarbeit handeln die unabhängigen Missbrauchsbeauftragten, derzeit Angelika von Schenk-Wilms und Karl Sarholz, und ich im Schulterschluss, um den Belangen der Betroffenen angemessen Rechnung tragen zu können.

BISTUM ESSEN: Der Stabsbereich Prävention und Intervention ist noch sehr jung. Welche Schritte gehen Sie und Dorothé Möllenberg als nächstes konkret an?
SIMON FRIEDE: Wir treffen uns mit allen, die im Bistum Essen mit dem Thema Gewalt beschäftigt sind. Denn es gibt ja hier im Ruhrbistum eine gute Basis der Aufarbeitung und bereits eine Vielzahl an Anlaufstellen und Angeboten. Auf einer Klausurtagung wollen wir verbindliche Absprachen treffen, wie wir uns als Stabsbereich da sinnvoll einbringen und unserem Auftrag verantwortlich nachkommen können. Außerdem werden wir die Ergebnisse der Projektgruppen, die in Folge der MHG-Studie nunmehr fast ein Jahr gearbeitet haben, und die Themen der jüngsten Aufarbeitungsstudie zum sexuellen Missbrauch (sog. IPP-Studie) aufgreifen, voranbringen, gemeinsam mit den externen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Ergebnisse präsentieren und für eine nachhaltige Umsetzung dieser Ergebnisse sorgen. Außerdem hat die Präventionsarbeit natürlich einen hohen Stellenwert in den nächsten Jahren.

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