Seniorenwallfahrt nach Stiepel nimmt Miteinander der Generationen in den Blick
Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Seniorenwallfahrt auf dem Weg zur Klosterkirche. Foto: Hubert Röser | Theresia-Albers-Stiftung
Versonnen lässt Hannelore Bergmann aus dem Bochumer Altenheim St. Mauritius-Stift ihren Blick durch die Stiepeler Wallfahrtskirche schweifen: „Dass ich endlich mal wieder hier sein kann, macht den heutigen Tag zum schönsten der ganzen Woche“, sagt die Seniorin. Sie hat sich mit knapp 100 anderen Menschen am Freitag nach Pfingsten auf den Weg zur „Schmerzhaften Mutter“ im Bochumer Kloster Stiepel gemacht, um dort bei der Seniorenwallfahrt des Bistums Essen Gottesdienst zu feiern. Zahlreiche weitere Dienste und Einrichtungen der Alten- und Eingliederungshilfe im Ruhrbistum haben den Gottesdienst im Live-Stream in ihre Gemeinschaftsräume übertragen.
Predigt zum Caritas-Thema „Zusammen geht was.“
Großes Interesse am Livestream
Noch größer als in der Klosterkirche selbst war das Interesse am Wallfahrtsgottesdienst im Livestream: Dieter Merten und Petra Tuin (Theresia-Albers-Stiftung) zählten für das Online-Angebot mehr als 220 Klicks: „Wir wissen, dass die Wallfahrtsmesse in zahlreiche Senioreneinrichtungen übertragen wird. Hier können natürlich viel mehr Menschen in der Cafeteria oder in der Kapelle am Gottesdienst teilnehmen, denn der aufwändige Transport der Seniorinnen und Senioren, die nahezu alle eine Eins-zu-eins-Betreuung benötigen, ist in den Einrichtungen einfacher zu händeln“, erklären die beiden Fachleute aus dem Vorbereitungskreis der Wallfahrt.
Der Stiepeler Wallfahrtsrektor, Zisterzienserpater Emmanuel, griff in seiner Predigt das Jahresthema der Caritas auf: „Zusammen geht was – Caritas verbindet Generationen“. Er zitierte die Essener Caritasdirektorin Stefanie Siebelhoff: „Wir brauchen mehr Orte der Begegnung und des Austauschs zwischen den Generationen. Denn die gegenwärtigen Herausforderungen – wie der Klimawandel oder die Sicherung von Rente und Sozialsystemen – können nur gemeinsam gelöst werden.“ Dazu brauche es, wie der verstorbene Papst Franziskus es vor einigen Jahren beschrieben hat, einerseits die Erfahrung und Weisheit der Älteren, aber auch die Kreativität und Dynamik der Jüngeren – und die Bereitschaft eines jeden, dem anderen Raum zu geben. Anschließend bat Pater Emmanuel die Anwesenden, die Mutter Gottes um ihre Fürsprache in dieser Frage zu bitten. Nach dem gemeinsamen „Stiepeler Mariengebet“ spendete er zusammen mit Mitbrüdern den teilweise hochbetagten Menschen das Sakrament der Krankensalbung.
Nach dem Gottesdienst begrüßten Kinder der Caritas-Kita „Vierzehnheiligen“ als Vertreter der jungen Generation die Seniorinnen und Senioren auf dem Kirchplatz und überreichten ihnen selbstgebastelte Glückspilze und -käfer zur Erinnerung an die Wallfahrt.
Zwölf Einrichtungen und Dienste aus dem Ruhrbistum haben sich in Stiepel an der Seniorenwallfahrt beteiligt. „Für unsere Bewohnerinnen und Bewohner ist das immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis, von dem sie noch lange nach der Heimkehr zehren“, sagt Maria Laguarta vom Sozialdienst des St. Marienstifts in Bochum. „Und das ist die zusätzliche Arbeit allemal wert.“ So sahen es auch Hannelore Dehnen und Horst Köhler aus dem Essener Marienhaus: „Die Reise nach Stiepel ist einfach ein besonderes Erlebnis – ich bin froh, dass ich dabei sein kann.“




