von Thomas Rünker

Playmobil-Äbtissin trifft Spielzeug-Luther

Die Essener Domschatzkammer hat die Neuauflage ihrer beliebten Ausstellung „Mit Mathilde durch den Winter“ eröffnet. Bis Ende Januar ergänzen mehr als 100 bunte Spielfiguren die Exponate des Kirchenschatzes.

Bunte Spielfiguren treffen uralten Kirchenschatz – auch in dieser Advents- und Weihnachtszeit zeigt der Essener Domschatz wieder die Playmobil-Ausstellung „Mit Mathilde durch den Winter“. Am Freitag wurde die erweiterte Neuauflage der Sonderschau eröffnet. Weit über 100 der beliebten Kunststoff-Männchen ergänzen nun bis Ende Januar in den Vitrinen der Schatzkammer die edlen Exponate aus mehr als 1000 Jahren Essener Kirchengeschichte. „Mit den Figuren wollen wir unsere Kunstschätze auf besondere Weise unseren kleinen und großen Besuchern zugänglich machen“, sagte Dompropst Thomas Zander bei der Eröffnung. Unter den deutschen Domschatzkammern sei die Playmobil-Ausstellung in jedem Fall ein „Alleinstellungsmerkmal“. Gemeinsam mit der neuen Leiterin der Schatzkammer, Vera Henkelmann, dankte Zander der Sparkasse Essen, die es durch eine Spende ermöglicht, dass alle Familien bei der Playmobil-Ausstellung freien Eintritt haben.

Kinder aus der Kindertagesstätte St. Antonius in Essen-Freisenbruch kamen bei der Ausstellungseröffnung in den Genuss einer Premieren-Führung mit Rainer Teuber. Mit der Idee zur Playmobil-Ausstellung brachte der Besucherbetreuer der Schatzkammer und passionierte Playmobil-Sammler im vergangenen Jahr sein Hobby und seinen Beruf zusammen. „Playmobil hat eine ganze Reihe christlicher Themen im Programm“, so Teuber. Diese seien – nach dem Erfolg im vergangenen Jahr – ein erprobtes Mittel, die Essener Stadt- und Stifts-Geschichte, aber auch religiöse Themen kindgerecht zu vermitteln.

Eine zentrale Rolle in der Sonderausstellung spielt Äbtissin Mathilde (949-1011). An der ersten Station zeigt Teuber die Enkeltochter Kaiser Ottos am Boden der Vitrine in der Playmobil-Variante mit edlem Gewand und mit einer Schatztruhe – während darüber auf Augenhöhe der Erwachsenen Mathilde in einem gut 1000 Jahre alten Email auf dem von ihr gestifteten Vortragekreuz zu sehen ist. Andere Stationen stellen christliche Überlieferungen von Heiligen wie St. Martin und St. Nikolaus dar, die Weihnachtsgeschichte oder die Geschichte der Arche Noah. Einen neuen – prominenteren – Platz hat in diesem Jahr Martin Luther bekommen: Er steht im ersten Stock des Museums zwischen Reliquiaren und liturgischen Gegenständen in einer eigenen Vitrine vor der Playmobil-Wartburg und arbeitet an seiner Bibel-Übersetzung. Völlig neu ist in diesem Jahr das Thema „Säkularisation“ und die damit verbundene Auflösung des Essener Frauenstifts im Jahr 1803. Zudem runden fünf Kurzfilme mit Playmobil-Figuren die Ausstellung ab. Lotta (5) ist nach dem Rundgang begeistert: „Der Weihnachtsmarkt ist toll. Aber die Arche Noah hat mir auch gefallen.“ Ihr Kindergartenfreund Lennart fand vor allem das goldene Schwert toll – Prunkstück der Schatzkammer – „und den Weihnachtsmann“. Der steht zusammen mit einem Playmobil-Nikolaus in der Vitrine mit den Bischofsstäben. Teuber zieht hier Parallelen zwischen Bischof Nikolaus und seinen Nachfolgern in heutiger Zeit – und er macht die Unterschiede zwischen dem Heiligen und seinem kommerziellen Konkurrenten mit der roten Zipfelmütze deutlich.

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„Es ist toll, dass wir auch in diesem Jahr wieder ein Begleitheft zur Ausstellung auflegen konnten“, freut sich Henkelmann. „Darin können die Kinder mit ihren Eltern entweder schon in der Schatzkammer oder später zuhause alle Geschichten aus der Ausstellung noch einmal nachlesen.“ Für das Museum am Essener Burgplatz sei die Playmobil-Ausstellung „ein Highlight im Rahmen unseres vielfältigen museumspädagogischen Programms“. Ein eigenes Heft bündelt seit einigen Tagen das vielfältige Angebot an Führungen der Schatzkammer, die sich oft auch an Kinder und Jugendliche richten.

Dank der Unterstützung der Sparkasse konnte die Schatzkammer zudem wieder ein Preisrätsel für alle Ausstellungs-Besucher ausschreiben. In diesem Jahr gibt es unter anderem übergroße Playmobil-Figuren zu gewinnen. Zu zählen sind erneut die Figuren des Martinszugs – den Teuber aber natürlich anders aufgebaut hat als im vergangenen Winter.

Nach dem Ende der aktuellen Ausstellung ist „bei uns mit Playmobil erst einmal Schluss“, so Henkelmann. Denn Teubers beliebte Sammlung geht auf Wanderschaft und wird ab dem Frühjahr im Diözesanmuseum Osnabrück zu sehen sein. Doch auch ohne die Spielfiguren „denken wir schon jetzt über ein neue Ideen für die kommende Herbst- und Winterzeit nach“, kündigte Henkelmann an.

Bis Sonntag, 29. Januar, ist die Playmobil-Ausstellung dienstags bis samstags von 10 bis 17 und sonntags von 11.30 bis 17 Uhr im Essener Domschatz zu sehen. Für Familien ist der Eintritt frei, Erwachsene zahlen 4 Euro.

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