von Maria Kindler

Plaudernetz der Malteser bringt Menschen einfach ins Gespräch

Mehr als 10.000 Gespräche seit dem Start: Das Plaudernetz der Malteser zeigt, wie wichtig Zuhören ist. Ein niedrigschwelliges Telefonangebot, das Menschen zusammenbringt – anonym, kostenfrei und ohne Druck.

Wer jemanden zum Reden braucht, wird schnell und unkompliziert fündig im Plaudernetz, einem Gesprächsangebot der Malteser. Zwischen Suchen und Finden liegt manchmal nur ein Anruf. Wer die Nummer des Plaudernetzes wählt, braucht ein offenes Ohr – und bekommt am anderen Ende der Leitung genau das: einen Menschen, der zuhört und der offen ist für ein Gespräch, das nichts verlangt und gerade deshalb so guttut.

Das Plaudernetz des Malteser Hilfsdienstes ist ein telefonisches Gesprächsangebot für alle, die sich unterhalten wollen. Anonym und ohne Verpflichtung können Interessierte ab 18 Jahren täglich zwischen 10 und 22 Uhr die kostenfreie Nummer 0800 330 1111 wählen. Mehr als 10.000 Gespräche sind über das Plaudernetz seit dem Start des Projekts in Kooperation mit der Deutschen Telekom im Juni 2025 geführt worden.

Austausch, Aufmerksamkeit – und Dinge von der Seele ‎reden‎

Keine Seelsorge und Krisenhilfe

Das Plaudernetz ist keine Seelsorge oder Krisenberatung – dafür gibt es die Telefonseelsorge (rund um die Uhr unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222) und viele andere Einrichtungen. Eine Übersicht über Krisentelefone und Anlaufstellen bei Notlagen stellt das Bundesfamilienministeriums auf der Internetseite www.familienportal.de bereit.

Die Idee dahinter ist einfach, trägt aber weit: Es geht um Austausch, Aufmerksamkeit, um die Möglichkeit, sich mal Dinge von der Seele zu reden, und manchmal auch nur um das Gefühl, in gerade diesem Moment nicht allein zu sein.

Bedürfnisse, die viele teilen – so unterschiedlich sie und ihre Lebensumstände auch sind, wie der Projektverantwortliche Thomas Borgböhmer erklärt. „Es rufen Studierende an, Berufstätige, Menschen in Rente, Alleinlebende oder Menschen mit Familienleben. Manche sind krank oder beeinträchtigt, andere sind viel unterwegs. Sie alle suchen ein ungezwungenes Gespräch.“ Dank der Plaudernetz-Etikette verlaufen die Gespräche partnerschaftlich, warm und ganz ohne Hierarchie. „Für beide Seiten gilt, wertschätzend und respektvoll zu sein, ganz nach dem Motto: ‚Du bist wichtig und ich bin wichtig.‘“

Wie werden die Telefonierenden miteinander verbunden?

WhatsApp-Kanal des Bistums Essen

Die Anrufe beim Plaudernetz nehmen Ehrenamtliche entgegen, sogenannte Plauderpartnerinnen und -partner. Per Zufallsprinzip werden Anrufende und Angerufene verbunden. Eine kurze Vorstellung mit dem Vornamen, und schon geht es per Du los – ohne vorgegebenes Thema. Die Rufnummern bleiben unsichtbar. Die Telefonate dauern im Durchschnitt eine halbe Stunde.

Eine der bundesweit rund 650 Plaudernetz-Ehrenamtlichen ist Monika aus dem Bistum Essen. Sie hat im Radio vom Plaudernetz gehört und war sofort begeistert. „Weil ich neugierig bin und Interesse an Menschen habe, aber auch gern von mir erzähle“, sagt die 70-Jährige mit der ruhigen Stimme. Sie ist seit November Plauderpartnerin.

Worüber unterhält man sich im Plaudernetz?

Monika erzählt, dass die Gespräche meist zurückhaltend beginnen. Wenn das Eis aber gebrochen sei, entwickele sich rasch eine ungezwungene Unterhaltung – und zwar auf Augenhöhe. „Es ist immer ein Geben und Nehmen.“ Oft gehe es um den vergangenen Tag, um Begegnungen, aber auch um Hobbys und sogar um das Wetter. „Erzählen zu dürfen, ohne bewertet oder unterbrochen zu werden – das ist das Entscheidende“, sagt Monika. Von jedem Gespräch bleibe etwas zurück: „Das gute Gefühl, dass Zuhören verbindet. Ich lege immer bereichert auf.“

Suchen und Finden: Im Plaudernetz gehört beides zusammen. Wer anruft, sucht jemanden zum Reden. Wer abnimmt, auch. Und im Gespräch finden beide etwas, das verbindet.

Mehr Informationen über das Plaudernetz gibt es unter https://plaudernetz.malteser.de

Pressestelle Bistum Essen

Zwölfling 16
45127 Essen