Pfarreien und Caritas helfen per Telefon, E-Mail – und vor Ort

In der Corona-Pandemie organisieren Pfarreien und Caritas ihre Hilfsangebote vor allem digital. Neben der Hilfe für Bedürftige steht auch der Schutz vor einer Ansteckung im Fokus.

Telefon und Internet sind derzeit die Mittel der Wahl, mit denen Pfarrgemeinden und Caritasverbände Kontakt zu hilfsbedürftigen Menschen halten. Bei allen Einschränkungen und Sorgen, die die Corona-Pandemie derzeit mit sich bringt, setzt die Krise, der die Gesellschaft als Ganzes ausgesetzt ist, ein hohes Maß an Gemeinsinn frei.

Sabine Köther, Referentin für diakonische Pastoral und Pfarreibegleitung im Bistum Essen, vergleicht die enorme Bereitschaft in der Bevölkerung, für andere mitzudenken und anzupacken, mit dem Engagement für Flüchtlinge im Jahr 2015: „Derzeit sind als wichtigste Gruppe der Hilfesuchenden die älteren Menschen mit Unterstützungsbedarf identifiziert, die sich nicht mehr aus dem Haus trauen und nicht auf familiäre Hilfe zurückgreifen können. Wir erleben in den Pfarreien und in der Gemeindecaritas, dass sehr viele Menschen mobilisierbar sind und mithelfen wollen“, sagt Köther.

In einem ersten Schritt haben die Pfarreien und die Caritas im Bistum Essen Gottesdienste und Veranstaltungen abgesagt sowie öffentlich zugängliche Räume geschlossen, um gesundheitlich eingeschränkte Personen, Kinder und alte Menschen zu schützen und dem Virus den Weg der weiteren Verbreitung abzuschneiden.

Pfarreien richten Telefon-Hotlines ein

Um trotz geschlossener Pfarrbüros und Beratungsstellen und aller weiterer Schutzmaßnahmen für die Menschen da sein zu können, ist Phantasie gefragt. Die Pfarrei St. Dionysius in Essen-Borbeck etwa hat eine Telefon-Hotline mit einem festen Zeitfenster eingerichtet, über die eine Seelsorgerin oder ein Seelsorger täglich verbindlich erreichbar ist. In der Essen-Altenessener Pfarrei St. Johann Baptist hat die Katholische Öffentliche Bücherei in der Gemeinde Herz Jesu einen Lieferservice für ältere, einsame Menschen organisiert und bringt Lesestoff nach Hause, während sich in der Nachbargemeinde Herz Mariä die Jugend um die Unterstützung von Senioren bemüht. In der Bottroper Pfarrei St. Joseph laden die Seelsorgerinnen und Seelsorger dazu ein, sie telefonisch oder via E-Mail, WhatsApp, Facebook oder Instagram zu kontaktieren. St. Urbanus in Gelsenkirchen-Buer nutzt eine zweimal täglich besetzte Telefon-Hotline, damit Menschen um Alltagshilfe bitten können, wenn sie aufgrund des Corona-Virus ihr häusliches Umfeld nicht verlassen können. Auch freiwillige Helfer können sich über die Hotline bei Pastoralreferent Markus Zingel melden, der die Aktion koordiniert.

Christen engagieren sich in Nachbarschafts-Netzwerken

Während die einen auf die Vernetzung in der eigenen Pfarrei setzen, mobilisieren andere die Katholiken, sich in bereits bestehenden Netzwerken zu engagieren. Die Propsteipfarrei St. Clemens in Oberhausen-Sterkrade etwa empfiehlt auf Facebook das Nachbarschafts-Netzwerk nebenan.de, das ein nachbarschaftliches Hilfsprojekt für Bewohner der angrenzenden Stadtteile gestartet hat und dafür Mitstreiterinnen und Mitstreiter sucht. „Ob wir auf unsere eigenen Unterstützungssysteme zurückgreifen oder uns in bestehende Netzwerke in unseren Quartieren einbringen: Zu helfen, wo Hilfe nötig ist, gehört zu unserer Verantwortung als Christen“, sagt Sabine Köther.

Caritas: Bewohner und Mitarbeiter schützen, Telefonberatung ausbauen

Die Caritasverbände in den zehn Städten und Kreisen des Ruhrbistums sind derzeit im Dauereinsatz, um alte oder behinderte Menschen in ihren Einrichtungen trotz Corona-Gefahr gut zu versorgen und die eigenen Mitarbeitenden zu schützen, damit es möglichst keine Personal-Engpässe gibt. Auch für die Caritas gilt: Ohne Telefon und Internet geht derzeit nichts. Beratungstermine zum Beispiel von Erziehungs-, Schwangerschafts- oder Suchtberatung werden telefonisch wahrgenommen. Auch bei akuten Notlagen sind die Caritasverbände vor Ort über ihre zentralen Telefonnummern ansprechbar. Unter welchen geschützten Bedingungen Bahnhofsmissionen, Suppenküchen und Tafel-Läden den Betrieb aufrechterhalten können, ohne die Besucher einer Gefahr auszusetzen, wird derzeit geklärt.

Referentin für diakonische Pastoral und Pfarreibegleitung

Sabine Köther

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