von Lisa Myland

Pendler zwischen zwei Welten: Prälat Bernd Klaschka geht in den Ruhestand

Geboren zwischen Niederrhein und Ruhrgebiet, Reisender zwischen Deutschland und Lateinamerika. Seit Anfang August ist Prälat Bernd Klaschka nun von seinen hauptamtlichen Aufgaben entpflichtet und zurück in der niederrheinischen Heimat. Aktiv bleiben für die Menschen vor der Haustür und auf dem Kontinent 9000 Kilometer entfernt will er auch weiterhin.

Fast 50 Jahre engagierte sich Prälat Bernd Klaschka hauptamtlich für die katholische Kirche, davon rund ein Drittel in seiner zweiten Wahlheimat Mexiko. Immer wieder wechselte er zwischen diesen beiden Welten, war als Seelsorger nah bei den Menschen vor Ort. Sprachlich stellt man schnell fest: Er ist ein echter Rheinländer, geprägt vom Ruhrgebiet, aber auch wohl vertraut mit der spanischen Sprache. 1973 wurde der in Rheinberg bei Moers geborene Klaschka zum Priester geweiht, arbeitete anschließend als Kaplan seines Heimatbistums Münster in Recklinghausen.

Leiter der Ausländerseelsorge: Eine prägende Zeit in den 90ern

1977 zog es den damals knapp 30-Jährigen dann das erste Mal nach Mexiko. Acht Jahre lang war er Pfarrer im mexikanischen Bistum Tula, leitete dort ein Sozialzentrum. Zurück nach Deutschland ging es für ihn 1983 als Kaplan in die Weseler Gemeinden St. Mariä Himmelfahrt und St. Martini. 1988 trat er die Pfarrstelle in St. Agatha in Alverskirchen bei Münster an. Außerdem war er Rektor der St. Clemens-Kirche in Münster sowie ab 1990 Leiter des Referats Ausländerseelsorge im Münsteraner Generalvikariat – für Bernd Klaschka eine sehr prägende Station. „Zu dieser Zeit flammte die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland besonders auf“, erinnert sich der 75-Jährige.

1996 reiste er dann das zweite Mal für einen längeren Lebensabschnitt nach Mexiko. Als Pfarrer in Orizabita im mexikanischen Bundesstaat Hidalgo baute er eine neue Gemeinde mit auf, war als Bischofsvikar für die Pastoral und die Priester- und Diakonenausbildung des Bistums Tula zuständig. Die Leidenschaft zur Hilfe für die Menschen in Lateinamerika festigte Klaschka 2004 mit seiner Rückkehr nach Deutschland und dem Antritt als Geschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat mit Sitz in Essen. Für ihn eine besondere Aufgabe mit einer klaren Mission: „Die Hilfe für die Armen, die ich in Mexiko erlebt habe, auf ganz Lateinamerika ausdehnen und in die Tat umsetzen zu können und das Hilfswerk selbst immer wieder dafür zu motivieren.“

„Ich habe viel von den Armen gelernt“

Die Zeiten in Lateinamerika prägten Klaschka vor allem durch das Leben mitten unter den Menschen: „Ich habe viel von den Armen gelernt, wie sie leben und teilen und mit Unsicherheiten umgehen. Wir haben bei uns oft ganz selbstverständlich etwas zu essen auf dem Tisch stehen und können sicher sein, wie es am nächsten Tag weitergeht“, sagt er heute. Bis 2017 arbeitete Bernd Klaschka für das Hilfswerk, wechselte dann in die Krankenhausseelsorge des Universitätsklinikums Essen, begleitete Kranke und Angehörige sowie Ärzte und Pflegekräfte. 2019 wurde er Diözesanbeauftragter für die Krankenhausseelsorge im Bistum Essen. Außerdem war er Pastor in der Pfarrei St. Antonius in Essen.

Seit dem 1. August ist Bernd Klaschka hauptamtlich von seinen Aufgaben entbunden, wohnt nun in Kamp-Lintfort. Ruhestand ist für ihn aber trotzdem noch lange nicht in Sicht, in der dortigen Pfarrei St. Josef möchte er in Zukunft ehrenamtlich bei Gottesdiensten, Taufen oder Hochzeiten helfen. „Das war für mich sofort klar. Ich engagiere mich gerne auch weiter für die Bistümer Münster und Essen, habe mich allerdings auf die jetzt etwas ruhigere Zeit gefreut, kann jetzt auch mehr selbst über meine Zeit verfügen.“ Im Bistum Essen wird Klaschka auch weiterhin als Beichtvater für die Stiftskirche Karmel Maria in der Not der Pfarrei St. Nikolaus in Essen-Stoppenberg da sein. Im Generalvikariat engagiert er sich zukünftig im Referat für Krankenhausseelsorge.

Und auch Lateinamerika wird ihn nie ganz loslassen. „Es gibt hier in Kamp-Lintfort eine Pfarreigruppe, die in Kontakt mit dem Bistum Tula steht und sich dort engagiert. Da möchte ich auch auf jeden Fall dabei sein“, sagt er. „Und in der Pfarrei nebenan in Moers gibt es guten Kontakt zu meiner Pfarrei, die ich damals in Mexiko gegründet habe“, sagt er. Auch wenn Bernd Klaschka nun am Niederrhein seine Wahlheimat für die nächste Lebensphase gefunden hat: Der Pendler zwischen zwei Welten wird er wohl immer bleiben.

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