von Jens Albers

Palmzweige, Heilige Öle und Osterkerze: Die Kar- und Ostertage im Essener Dom

Mit dem Palmsonntag beginnt in den christlichen Gemeinden die Heilige Woche. Auch ‎im Essener Dom werden die zentralen Festtage des Jahres mit festlich gestalteten ‎Gottesdiensten, umfangreicher musikalischer Begleitung und ausgewählten Texten ‎gefeiert, die das Leben, das Leiden und die Auferstehung Jesu in den Mittelpunkt ‎stellen.‎

Mit dem Palmsonntag am 29. März beginnt für Christinnen und Christen die bedeutendste Zeit des Kirchenjahres: In der Karwoche stehen zunächst die enge Gemeinschaft Jesu mit seinen Jüngerinnen und Jüngern, seine Verfolgung sowie seine Kreuzigung im Fokus. Ab dem Samstagabend folgt das Osterfest – die 40-tägige Feier der Auferstehung Jesu von den Toten.

In den Gemeinden werden diese Tage mit vielfältigen Gottesdiensten und gelebten Traditionen begangen. Besonders in der Karwoche gibt es vielerorts Angebote zur Besinnung und Meditation. Im Essener Dom werden die Kar- und Ostertage in besonderer Weise gefeiert, unter anderem mit drei Geistlichen Abendmusiken.


Wie sehen die Kar- und Ostertage im Essener Dom aus?

  • Palmsonntag, 29. März: Um 9.45 Uhr werden auf dem Domhof die Palmsträuße gesegnet. Anschließend zieht die Gemeinde in einer Prozession in den Dom, wo Weihbischof Ludger Schepers die Palmsonntags-Messe feiert. Musikalisch begleitet wird die Messe durch die Essener Domsingknaben.
    19 Uhr: Musikalisch besonders gestaltete Abendmesse im Essener Dom. (Domorganist Sebastian Küchler-Blessing mit den großen Choralvorspiele zur Passionszeit von J.S. Bach)
  • Montag, 30. März, 19 Uhr: Geistliche Abendmusik I – Der Essener Domchor singt Passionsmotetten zur Karwoche
  • Dienstag, 31. März, 19 Uhr: Geistliche Abendmusik II – Die Essener Domsingknaben führen gemeinsam mit Domorganist Sebastian Küchler-Blessing die Kreuzwegandacht "Via crucis" von Franz Liszt auf
  • Mittwoch, 1. April, 19 Uhr: Geistliche Abendmusik III - Joseph Haydn: Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze mit Dompropst Dr. Michael Dörnemann und Domorganist Sebastian Küchler-Blessing
  • Donnerstag, 2. April, 9 Uhr: Begleitet von hunderten Messdienerinnen und Messdienern aus dem gesamten Bistum Essen weiht Bischof Franz-Josef Overbeck in der Chrisam-Messe die heiligen Öle, die in den Gemeinden für Taufen, Krankensalbungen und Weihen verwendet werden. Für die Musik sorgt der Mädchenchor am Essener Dom.
    19 Uhr:Bischof Overbeck feiert mit den Gläubigen die Messe vom letzten Abendmahl, musikalisch gestaltet vom Mädchenchor am Essener Dom.
  • Karfreitag, 03. April, 15 Uhr: Begleitet von der Capella Cathedralis feiert Bischof Overbeck die Liturgie vom Leiden und Sterben Christi.
  • Karsamstag, 04. April, 21.30 Uhr: Der „Tag der Grabesruhe“ endet mit der Feier der Osternacht. Auch diesen Gottesdienst leitet Bischof Overbeck, die musikalische Gestaltung übernimmt der Mädchenchor am Essener Dom.
  • Ostersonntag, 05. April, 10 Uhr: Weihbischof Ludger Schepers feiert die Ostermesse, musikalisch unterstützt vom Essener Domchor, dem Sinfonischen Collegium Essen sowie Solisten.
    17 Uhr: Ostervesper mit Dompropst Dörnemann
  • Ostermontag, 06. April, 10 Uhr: Die Messe am zweiten Ostertag feiert Weihbischof Ludger Schepers. Musikalisch begleitet unter anderem durch Frank Düppenbecker an der Trompete und den Kantor Harald Martini.

Welche Bedeutung haben die Kar- und Ostertage für uns?

Der Palmsonntag bildet gewissermaßen den Auftakt zur Karwoche. Bereits in den Gottesdiensten dieses Tages wird nicht nur vom umjubelten Einzug Jesu in Jerusalem berichtet, sondern auch seine gesamte Leidensgeschichte („Passion“) vorgetragen. Sie erzählt von Liebe und Verrat, von Leiden, Hinrichtung und Tod – Themen, die an Gründonnerstag und Karfreitag mit jeweils eigenen Schwerpunkten erneut im Mittelpunkt der Liturgie stehen.

Am Abend des Gründonnerstags wird insbesondere das letzte Zusammensein Jesu mit seinen Jüngerinnen und Jüngern vor seiner Festnahme in den Blick genommen. Der Karfreitag hingegen ist geprägt von der Erinnerung an Spott und Folter während des Prozesses sowie an Jesu Leidensweg bis zur Kreuzigung. Die Gottesdienste beginnen an diesem Tag traditionell um 15 Uhr, der überlieferten Todesstunde Jesu. Viele Christinnen und Christen gedenken seines Leidens zudem im Gebet eines Kreuzwegs, wie er in zahlreichen Kirchen dargestellt ist. Im Bistum Essen hat sich darüber hinaus der Kreuzweg auf der Halde Haniel am Karfreitag als besondere Tradition etabliert.

Der Karsamstag gilt als „Tag der Grabesruhe“. An diesem Tag finden keine Gottesdienste statt – bis am Abend die Osternacht beginnt. Mit Kerzenlicht, Osterfeuern und dem festlichen „Halleluja“ feiern die Gemeinden dann in frohen Gottesdiensten die Auferstehung Jesu.

Pressestelle Bistum Essen

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