Overbeck wirbt für konstruktive Auseinandersetzungen über Corona-Maßnahmen

Bistum Essen

Unter Verweis auf den absolut übergeordneten Schutz des Lebens „jede weitere notwendige Diskussion moralisch von vornherein unmöglich zu machen“, sei nicht nur unangemessen, sondern sogar gefährlich, sagte der Ruhrbischof mit Blick auf die am Montag von Bundestagspräsident Schäuble ausgelöste Debatte.

In der von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) ausgelösten Debatte zum Stellenwert des Lebensschutzes im Zusammenhang mit den politischen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie hat sich Bischof Franz-Josef Overbeck für konstruktive Auseinandersetzungen über den richtigen Weg ausgesprochenen. Er halte es nicht nur für unangemessen, sondern sogar für gefährlich, unter Verweis auf den absolut übergeordneten Schutz des Lebens „jede weitere notwendige Diskussion moralisch von vornherein unmöglich zu machen“, sagte der Bischof dem "Kölner Stadtanzeiger". Stattdessen sei Mut gefragt, „offen zu benennen, dass es keine einfachen und unstrittigen Wege aus der Krise geben wird“, so Overbeck. „Darum brauchen wir die konstruktive Konfliktkultur unserer liberalen Demokratie, einen lebendigen politischen und zivilgesellschaftlichen Diskurs, der wertegebunden ist.“

Im "Tagesspiegel" hatte Schäuble am Sonntag gesagt: "Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz des Lebens zurückzutreten, dann muss ich sagen, das ist in dieser Absolutheit nicht richtig". Wenn es überhaupt einen absoluten Wert im Grundgesetz gebe, so sei das die Würde des Menschen. Diese sei unantastbar.

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