von Thomas Rünker

Overbeck: Weltklimabericht ist „Alarmsignal“

Bischof fordert bei europäischem Theologenkongress in Osnabrück „nachhaltige Lebensstile“ und ein beispielhaftes Vorangehen der Kirchen und der EU. Kaum ein religiöser Leitgedanke sei aktuell so anschlussfähig, wie die Bewahrung der Schöpfung.

Als „Alarmsignal“ hat Bischof Franz-Josef Overbeck den jüngsten Bericht des Weltklimarates bezeichnet. Nun sei es „eine gesellschaftliche Aufgabe und Herausforderung, nachhaltige Lebensstile zu praktizieren und zu fördern“. Sowohl die Kirche als auch die Gesellschaft als Ganzes – insbesondere die EU – müssten hier beispielhaft vorangehen. „Es kommt auf jeden Einzelnen an, aber nur gemeinsam können wir diesen Herausforderungen erfolgreich begegnen“, sagte der Ruhrbischof am Mittwochabend bei der Eröffnung des Internationalen Kongresses der Europäischen Gesellschaft für Theologie. Zudem seien „tiefgreifende, aber gerechte ordnungspolitische Maßnahmen für die Bekämpfung des Klimawandels unumgänglich“. Noch bis Samstag diskutieren rund 200 Wissenschaftler in Osnabrück sowie digital zugeschaltet über Theologie und Umweltschutz.

Angesichts heftiger Debatten über die Interpretation von Klimastudien und die nötigen Konsequenzen müssten die „Kirchen gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Akteuren klar Position beziehen und für eine konstruktive, faktenbasierte und solidarische Konfliktkultur eintreten“, forderte Overbeck.

Dabei sei kaum ein religiöser Leitgedanke aktuell so anschlussfähig, wie die Bewahrung der Schöpfung, hob Overbeck hervor. Der Kampf gegen den Klimawandel sei indes „im Kern eine Frage der intergenerationellen und der globalen Gerechtigkeit“. Der Bischof, der auch Vizepräsident der EU-Bischofskommission COMECE ist, betonte: „Als Kirche stehen wir an der Seite der Benachteiligten und Schutzbedürftigen. Das betrifft hinsichtlich des Klimawandels auch nachfolgende Generationen und sehr stark den Globalen Süden.“

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